12. Januar 2021 / 10:19 Uhr

"Da hatte ich den Salat": Stelingens Co-Trainer Wünschmann über seinen Werdegang

"Da hatte ich den Salat": Stelingens Co-Trainer Wünschmann über seinen Werdegang

Christian Purbs
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Seit neun
 Jahren ist Adrian Wünschmann beim TSV Stelingen - und es ist beileibe nicht immer zum Haareraufen für ihn!
Seit neun Jahren ist Adrian Wünschmann beim TSV Stelingen - und es ist beileibe nicht immer zum Haareraufen für ihn! © Christian Hanke
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Adrian Wünschmann startete seine Karriere als Fußballer in der 96-Jugend. Das Zeug zum Profi habe er aber nicht gehabt. Seit neun Jahren ist er nun schon beim Landesliga-Aufsteiger, seit 2016 als Co-Trainer von Marko Orsolic. Eine lange Zeit. "Das glaubt man ja kaum", sagt Wünschmann.

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Der Spaß, sagt Adrian Wünschmann, sei in seiner Zeit als Spieler und Trainer nie zu kurz gekommen. „Aber ich war keiner, der auf dem Weg in den Profifußball war. Ich musste immer hart kämpfen.“ Seine Leidenschaft für den Fußball hat sich der 47-Jährige jedoch bis heute bewahrt. Freude macht Wünschmann zurzeit auch der TSV Stelingen, beim dem er als Co-Trainer seine Erfahrungen weitergibt und mit den bisherigen Leistungen des Landesliga-Aufsteigers sehr zufrieden ist.

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"Fußballerisch nicht vorbelastete Familie"

Sein Start als kleiner Kicker verlief, nun ja, ein bisschen holprig. „Mein Vater war Lehrer und hatte einen Schüler, der in Bemerode eine F-Jugend trainierte. So hat es angefangen. Ich war damals fünf Jahre alt, alle anderen waren älter und größer. Es hat nicht lange gedauert bis ich zu meinem Vater gesagt habe, dass ich da nicht mehr hin möchte“, erzählt Wünschmann, der mit seiner „fußballerisch nicht vorbelasteten Familie“ in der List wohnte.

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Den nächsten Versuch startete er als Siebenjähriger bei Hannover 96. „Wir haben an der Eilenriede gewohnt, 96 war der am nächsten gelegene Verein. Ich weiß noch, dass ich mein erstes Spiel in Grasdorf gemacht habe und kann mich erinnern, dass ich Niclas Weiland gefoult habe, denn der war damals schon schneller als ich.“

Wünschmann geht die Fröhlichkeit verloren

Zum Glück spielte der spätere 96-Profi und Bundesligaspieler von Mainz 05 kurz darauf genau wie Andre Breitenreiter mit Wünschmann zusammen bei den Roten. „Wir haben in der B-Jugend in der Endrunde um die deutsche Meisterschaft in Berlin gestanden und bei internationalen Turnier gegen Topteams wie Inter Mailand gespielt. Das war eine tolle Zeit“, sagt der Stelinger. Bis sein damaliger Trainer Jürgen Bandura ihn zur Seite nahm und sagte, dass er „bei mir keine Fröhlichkeit mehr sieht. Da bin ich ins Grübeln gekommen. Er hatte Recht, so richtig Spaß hat es mir das nicht mehr gemacht.“

In der A-Jugend spielt Wünschmann beim HSC und Arminia, für sein ersten Jahr im Herrenbereich sagt er beim Oberligisten OSV zu. „Ich hatte Ansprüche, deshalb hat mir da vieles nicht gefallen. Ich war enttäuscht und habe nach zwei Monaten aufgehört“, sagt der Mittelfeldspieler.

Es folgt eine zweijährige Pause, in der „ich das Leben zum ersten Mal kennengelernt habe“, sagt der Stelinger Co, der bei der Drogeriemarktkette Rossmann im Personalbereich tätig ist. Bei einem Fußball-Hobbyturnier habe ihn in dieser Zeit ein Spieler gefragt, ob er nicht zum TSV Luthe kommen will. Wünschmann will. „In Luthe habe ich mich super wohl gefühlt, viele Freude gefunden und im Klubhaus meine Frau Martina kennengelernt“, erzählt der 47-Jährige.

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Mit seinem „bis heute Lieblingstrainer Christian Greiner“ wechselt der Luther Kapitän als Spieler zum MTV Engelbostel-Schulenburg, nach seinem zweiten Kreuzbandriss ist die Karriere jedoch vorbei. Als der MTV auf der Suche nach einem neuen Trainer ist, klingelt bei Wünschann einen Tag vor Heiligabend das Telefon. „Ich habe ja gesagt, aus welchem Grund auch immer. Und da hatte ich den Salat.“

Seit 2016 bildet er zusammen mit Cheftrainer Marko Orsolic beim TSV Stelingen ein Erfolgsduo. Das passte vom ersten Tag an“, sagt Wünschmann, der mittlerweile seit neun Jahren in Stelingen ist – was ihn selbst ein bisschen überrascht: „Das glaubt man ja kaum.“