24. Januar 2022 / 21:56 Uhr

Mit Feldspieler im Tor: Komoren verpassen im Afrika-Cup-Achtelfinale Überraschung gegen Kamerun

Mit Feldspieler im Tor: Komoren verpassen im Afrika-Cup-Achtelfinale Überraschung gegen Kamerun

Dennis Ebbecke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ein Feldspieler im Kasten: Abwehrspieler Chaker Alhadhur hütete das Tor der Komoren bei der Achtelfinal-Niederlage gegen Kamerun.
Ein Feldspieler im Kasten: Abwehrspieler Chaker Alhadhur hütete das Tor der Komoren bei der Achtelfinal-Niederlage gegen Kamerun. © IMAGO / Sebastian Frej
Anzeige

Gastgeber Kamerun und Gambia haben am Montag ihr Ticket für das Viertelfinale des Afrika-Cups gebucht. Die "unbezähmbaren Löwen" taten sich gegen die Komoren, die mit einem Feldspieler im Tor aufliefen, lange Zeit schwer.

Drei Platzverweise und eine Startelf mit einem Feldspieler im Tor: Die zwei Afrika-Cup-Partien am Montag hatten einige Kuriositäten zu bieten. Zunächst konnte sich Gambia im Achtelfinale mit 1:0 (0:0) gegen Guinea durchsetzen. Im Anschluss buchte auch Gastgeber Kamerun um Bayern-Stürmer Eric Maxim Choupo-Moting das Ticket für das Viertelfinale - dank eines 2:1 (1:0)-Sieges über die Komoren, die sich überraschend für die K.o.-Phase qualifiziert hatten.

Anzeige

Nachdem sich bereits am Sonntag Burkina Faso (7:6 i. Elfmeterschießen gegen Gabun) und Tunesien (1:0 gegen Nigeria) für das Viertelfinale qualifiziert hatten, zog Gambia im dritten Achtelfinale durch den Siegtreffer von Musa Barrow (71.) nach.

Gambia gegen Guinea: Zwei Platzverweise in der Schlussphase

Im Anschluss an das Führungstor durch den Bologna-Profi, der den Ball aus rund zehn Metern präzise im linken Eck verwandelt hatte, ging es auf dem Platz noch einmal heiß her. Zuerst sah Gambias Yusupha Nije (87.) kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte, ehe ihm Guineas Ibrahima Conté (90+3), aufgrund einer fragwürdigen Gelb-Roten Karte, in die Kabine folgte. Damit ist das Turnier für Liverpools Naby Keita, der im Achtelfinale eine Gelbsperre absitzen musste, und Leipzigs Ilaix Moriba beendet, während Gambia-Torwart Baboucarr Gaye (hütet das Tor des Regionalligisten Rot-Weiß Koblenz) weiter vom Titel träumen darf.

Auf dem Papier auf Titelkurs befindet sich auch der Titelverteidiger Kamerun, der sich gegen die Komoren allerdings nicht mit Ruhm bekleckert hat. Zwar stand am Ende ein knapper Sieg gegen die "Quastenflosser" durch Tore von Karl Toko Ekambi (29.) und Vincent Aboubakar (70.), doch gegen den Außenseiter hatten sich die Fans der "unbezähmbaren Löwen" eigentlich einen souveräneren Auftritt erhofft. Denn: Aufgrund eines massiven Corona-Ausbruchs innerhalb des Teams (zwölf Spieler und Staff-Mitglieder wurden positiv getestet) konnten die Komoren nicht mit der Elf auflaufen, die in der Gruppenphase unter anderem mit einem 3:2-Sieg gegen Ghana für Furore gesorgt hatte.

Anzeige

Trotz Feldspieler im Tor der Komoren: Kamerun tut sich schwer

Zu den Corona-Fällen gehören auch die beiden Ersatztorhüter. Da sich zudem Stammkeeper Salim Ben Boina gegen Ghana eine Schulterverletzung zugezogen hatte, musste gegen Kamerun ein Feldspieler, der Abwehrmann Chaker Alhadhur (Größe: 1,72 Meter) das Tor der Komoren hüten. In der Anfangsphase dann die nächste Hiobsbotschaft für den Außenseiter: Nadjim Abdou sah nach nur sieben Minuten und nach Hinweis des VAR glatt Rot! Der Kapitän hatte Kameruns Nicolas Moumi Ngamaleu am Sprunggelenk erwischt.

Trotz Überzahl und einem Feldspieler beim Gegner im Tor taten sich die "unbezähmbaren Löwen" enorm schwer, während sich die Komoren tapfer gegen die Niederlage stemmten - und sich mit dem 1:2-Anschlusstreffer per Freistoß-Traumtor von Youssouf M'Changama (81.) sogar belohnen konnten. Letztlich fehlte nicht viel zum großen Wunder gegen den Favoriten. In der zweiten Halbzeit wuchs Not-Keeper Alhadhur zeitweise über sich hinaus, vereitelte mehrere Chancen des Gegners.

Im Viertelfinale gegen Gambia braucht Kamerun dringend eine Steigerung, um den Titelgewinn im eigenen Land zu realisieren. Die weiteren Achtelfinal-Begegnungen bestreiten am Dienstag Senegal gegen Kap Verde (17 Uhr) und Marokko gegen Malawi (20 Uhr) sowie am Mittwoch die Elfenbeinküste gegen Ägypten (17 Uhr) und Mali gegen Äquatorialguinea (20 Uhr).

[Anzeige] Kein Bundesliga-Spiel verpassen: Checke hier die aktuellen Streaming-Angebote von WOW/Sky und DAZN.