21. März 2020 / 17:57 Uhr

Ahmet Arslan ist Schleswig-Holsteins Fußballer des Jahres

Ahmet Arslan ist Schleswig-Holsteins Fußballer des Jahres

Jürgen Rönnau
Lübecker Nachrichten
Ahmet Arslan: Der Topscorer des VfB Lübeck ist Schleswig-Holsteins Fußballer des Jahres 2019.
Ahmet Arslan: Der Topscorer des VfB Lübeck ist Schleswig-Holsteins Fußballer des Jahres 2019. © Agentur 54°
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Goalgetter des VfB Lübeck lässt die Zweitligastars von Holstein Kiel hinter sich - Viele Stimmen von HSV-Fans - Erster VfB-Sieger seit 2010

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Eigentlich war klar vorbestimmt, wer Fußballer des Jahres 2019 in Schleswig-Holstein wird. Zu dominant thronen die Zweitligakicker von Holstein Kiel über allen – und so ist es eine Überraschung, dass keinem aus dem „Störche“-Trio, das auf der Shortlist zur Wahl stand, den Titel gewonnen hat. Der Sieger 2019 heißt nämlich Ahmet Arslan – und der ist Dreh- und Angelpunkt und zudem Haupttorschütze beim VfB Lübeck.

Schleswig-Holsteins Fußballer des Jahres seit 2009

Bei der Premiere 2009 gewann Michael Holt (Holstein Kiel) vor Michael Frech (Holstein Kiel) und Rolf Martin Landerl (VfB Lübeck). Zur Galerie
Bei der Premiere 2009 gewann Michael Holt (Holstein Kiel) vor Michael Frech (Holstein Kiel) und Rolf Martin Landerl (VfB Lübeck). ©

Arslan einmal Zweiter, einmal Vierter

2014 war er als Youngster schonmal Zweiter bei dem Voting, 2018 verpasste er als Vierter knapp das Podest – auf dem mit David Kinsombi natürlich ein Holsteiner (jetzt HSV) ganz oben stand. Diesmal gab’s für die Kieler nur Silber (Alexander Mühling) und Bronze (Nationalspielr Jae-Sung Lee) – für Janni Serra reichte es gar nur zu Platz fünf hinter dem Flensburger Routinier Christian Jürgensen. „Mich freut das, er hat sich das verdient“, sagt VfB-Trainer Rolf Landerl. „Ahmo ist ein Unterschiedsspieler, wie ich es nenne. Einer, der Spiele entscheiden kann.“

Ahmet Arslan trifft per Elfmeter zur Führung gegen Norderstedt und widmet das Tor Daniel Franziskus.

"Das ist eine Riesenehre"

„Ich verfolge natürlich die Zweite Liga. Lee und Mühling, das sind Superfußballer“, zollt Arslan seinen Konkurrenten großen Respekt. „Wenn ich bei dieser Wahl nun vor denen lande, dann ist das eine Riesenehre – ich wäre, ganz ehrlich, schon stolz über Platz drei gewesen.“ Arslan ist in der Historie der SHFV-Fußballer des Jahres (gibt es seit 2009) erst der zweite VfBer, der diesen Titel tragen darf. Der erste war 2010 Bastian Henning. 2009 war der heutige VfB-Trainer Rolf Landerl als damaliger grünweißer Spieler immerhin Dritter, wie Marcel Gebers (damals VfB) ein Jahr später. Von den bisher 33 Podestplätzen gingen bei der Wahl seit 2009 satte 23 an Holstein-Spieler, darunter neunmal „Gold“ – Rafael Kazior (2013, 2015) und Marc Heider (2011, 2014) sahnten den Toppreis sogar jeweils doppelt ab.

Ahmet Arslan kommt nach vier Jahren zurück zum VfB Lübeck

Im Sommer 2014 hat Arslan den VfB Lübeck verlassen mit den Worten Grün Weiß ein Leben Lang, Danke! Er hat Wort gehalten. Zur Galerie
Im Sommer 2014 hat Arslan den VfB Lübeck verlassen mit den Worten "Grün Weiß ein Leben Lang, Danke!" Er hat Wort gehalten. ©

Fan-Stimmen bringen Arslan den Sieg

Dass Arslan diesmal alle Kieler hinter sich lassen konnte, hat auch ein wenig mit dem Wahlsystem zu tun. Denn das Ergebnis setzt sich zu einem Drittel aus den Stimmen einer 19-köpfigen Fachjury zusammen. Zu einem weiteren Drittel aus dem Votum aller Oberligatrainer (die ebenfalls stimmberechtigten Coaches von Holstein und von den Regionalligisten enthielten sich) – und schließlich zu einem Drittel aus einem freien Online-Voting. Die Trainer hatten Arslan an eins gesetzt (vor Serra und Mühling), die Jury hatte ihn aber nur an drei gesehen (hinter Mühling und Lee). Die „Basis“ sah den Lübecker derweil klar vorn. Von 4508 Stimmen bekam er 1517. In diesem Ranking landeten Lee (Platz 6) und Mühling (7.) weit hinten – und das war Arslans Sieg.

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Auch HSV-Fans voten für Arslan

Interessant, dass der VfB-Goalgetter sehr viele Stimmen nicht nur aus Lohmühlen-Kreisen sondern auch aus Hamburg bekommen hat. „Ich habe eine große Followerzahl unter den HSV-Fans, darauf bin ich stolz“, sagt Arslan, der von 2014 bis 2016 bei den „Rautenträgern“ spielte. „Ich erinnere mich noch, als ich zum ersten Mal im Profikader war, das war auswärts in Hoffenheim, da waren 4000 HSV-Fans mit und beim Warmmachen der Ersatzspieler haben die meinen Namen skandiert – das war schon irre, die mochten mich irgendwie.“ Die Sympathie hat bis heute gehalten und mit dazu beigetragen, dass Arslan nicht nur der „LN-Sportler 2019“ wurde, sondern nun auch „SHFV-Fußballer des Jahres 2019“ ist.

Lübecks Ahmet Arslan nach dem 5:2-Sieg des VfB  im Test gegen den Hamburger SV

Durch Corona ausgebremst: "Ich vermisse den Ball"

Zurzeit aber ist er wie alle durch die Corona-Krise ausgebremst. Nur Übungen zu Hause und einsame Laufeinheiten reichen ihm nicht. „Ich liebe meinen Sport, ich vermisse den Ball“, sagt der 25-Jährige. „es ist für alle eine harte Prüfung, aber wir müssen jetzt einfach alle vernünftig sein. Nur so können wir ein bisschen dazu beitragen, dass die Pause vielleicht nicht zu lange dauert.“

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