07. Mai 2019 / 06:13 Uhr

Ronald Reng: Deshalb ist der Erfolg von Ajax Amsterdam eigentlich ein Trauerspiel

Ronald Reng: Deshalb ist der Erfolg von Ajax Amsterdam eigentlich ein Trauerspiel

Ronald Reng
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die jungen Ajax-Stars Frenkie de Jong (v.l.), Matthijs de Ligt und Donny van de Beek werden von Topklubs weggekauft werden.
Die jungen Ajax-Stars Frenkie de Jong (v.l.), Matthijs de Ligt und Donny van de Beek werden von Topklubs weggekauft werden. © imago images / VI Images
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Eines lieben alle am Fußball: wenn Außenseiter triumphieren. Deshalb hat sich Champions-League-Überraschungsklub Ajax Amsterdam in die Herzen fast aller Fans gespielt. Doch für SPORTBUZZER-Kolumnist Ronald Reng ist klar: Die Feigheit der UEFA verhindert, dass aus dem kurzen Aufflackern ein langfristiger Erfolg wird.

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Manche Leute gehen ins Fußballstadion, um sich mal wieder als Gewinner zu fühlen. Andere haben bloß Lust, mal wieder jemanden so richtig übel zu beschimpfen, und wieder andere suchen einen guten Anlass, um sich zu betrinken. Doch egal, aus welchem Grund wir uns Spiele anschauen, eines lieben wir alle am Fußball: wenn Außenseiter triumphieren.

Kein Team auf der Welt hat derzeit wohl so viele Sympathisanten wie Ajax Amsterdam, das am Mittwoch gegen Tottenham um den Einzug ins Champions-League-Finale kämpft. Denn auf solch einen Außenseiter haben wir lange warten müssen: Seit 14 Jahren standen immer nur Vereine aus den fünf größten nationalen Ligen im Champions-League-Halbfinale, aus Spanien (21 Halbfinalteilnahmen), England (17), Deutschland (8), Italien (6) und Frankreich (2).

Das sind die größten Wunder der Champions League

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So ist Ajax’ Triumphzug nicht nur ein Grund zur Freude, sondern auch ein Anlass zu bemerken, wie traurig das ganze Fußballsystem geworden ist. Vor 20 Jahren hatten Klubs wie Real Madrid, Juventus oder der FC Bayern allenfalls ein doppelt so hohes Jahresbudget wie die Außenseiter Ajax, FC Porto, Celtic Glasgow (oder VfB Stuttgart und Eintracht Frankfurt). Heute ist das Budget der Superklubs gut und gerne siebenmal so hoch wie das der Mittelstandsklubs. Chancengleichheit nennt man das wohl nicht mehr.

Die Schwergewichte des Fußballs werden Ajax die Talente wegkaufen

In der freien Wirtschaft versuchen Kartellämter, Monopolstellungen zu verhindern. Es wäre höchste Zeit, auch den Spitzenfußball zu regulieren. Ein Kartellamt des Fußballs könnte Klubs wie Real oder Bayern für ein oder zwei Jahre Transfers über 50 Millionen Euro untersagen, um ihre Vormachtstellung nicht ausarten zu lassen. Doch das wird nicht passieren – dazu ist Europas Fußballregierung, die UEFA, zu feige. Stattdessen werden Barça, Real und die anderen Großen am Ende dieser Saison all die tollen Ajax-Talente einfach wegkaufen.

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Schon in wenigen Monaten wird von dieser Ajax-Mannschaft nichts bleiben außer Staub. Genießen wir also noch einmal dieses Halbfinale. Auf die nächste Außenseitersensation in der Champions League werden wir nicht 15, sondern eher 30 Jahre warten müssen.

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