03. April 2020 / 17:25 Uhr

Aktion „TeamsportSachsen“ wendet sich an Landespolitik

Aktion „TeamsportSachsen“ wendet sich an Landespolitik

Anton Kämpf
Leipziger Volkszeitung
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Der Manager der Handballabteilung des SC DHfK Karsten Günther wurde zum Sprecher der Initiative ernannt. © PICTURE POINT
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Die Initiative hat namhafte Unterstützung bekommen, denn der Olympiastützpunkt Sachsen hat sich neben den Vereinen von RB Leipzig, SC DHfK, Lok und Chemie ebenfalls der Aktion angeschlossen.

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Leipzig. Die Initiative „TeamsportSachsen“, in der sich die Topvereine Sachsens kurzfristig zusammengeschlossen haben und die unter anderem Fußball-Bundesligist RB, Handball-Erstligist SC DHfK und sogar die ewig verfeindeten Fußball-Regionalligisten 1. FC Lok und BSG Chemie Leipzig vereint, hat die nächsten Schritte eingeleitet. Um die Herausforderung der Corona-Krise zu meistern, haben die Klubs namhafte Unterstützung bekommen: der Olympiastützpunkt Sachsen hat sich der Initiative angeschlossen. Außerdem tauschten sich die Verantwortlichen mit „Teamsport Deutschland“, dem Zusammenschluss der fünf größten Mannschaftssportverbände in Deutschland, aus.

Nun wurde der Landespolitik ein Maßnahmenkatalog zugeschickt, mit dem sichergestellt werden soll, dass den Sportvereinen zielgerichtet und zügig geholfen wird. Inhalt sind beispielsweise Maßnahmen zur akuten Liquiditätssicherung, um den Weiterbetrieb ohne Einnahmen, aber zum Teil erheblichen Fixkosten, aufrechterhalten zu können.

Es geht um den Erhalt der Vereine

„In den letzten Tagen gab es einen intensiven Austausch mit den Ministerien. Wir haben unsere Schwerpunkte platziert, Vorschläge unterbreitet und deutlich gemacht, dass die Situation für einen Großteil der Klubs in Sachsen bedrohliche Ausmaße annimmt“, sagte Karsten Günther. Der Manager der Handballabteilung des SC DHfK, der zum Sprecher der Initiative ernannt wurde, möchte den Fokus auf die soziale Verantwortung der Klubs richten.

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„Was oft verkannt wird: Es geht nicht in erster Linie um die Profisportler als Aushängeschilder auf sportlicher Ebene. Es geht vor allem um den Erhalt der Vereine als soziale Institutionen, die tausenden Menschen Begeisterung schenken und über 10 000 sächsischen Nachwuchsathleten eine sportliche Heimat bieten“, so der 38-Jährige, der ergänzt: „Deshalb möchte ich an dieser Stelle noch einmal an alle Verantwortungsträger appellieren, entschlossen zu handeln und zwar jetzt – und nicht erst, wenn es zu spät ist!“

In der schwierigen Zeit gibt es jedoch auch eine gute Nachricht für Leipzigs Bundesliga-Handballer. Die Lizenzierungskommission der Handball-Bundesliga hat am Donnerstag entschieden, dass alle Vereine der 1. Handball-Bundesliga die Lizenz für die Spielzeit 2020/21 erhalten. Rolf Nottmeier, Vorsitzender der Lizenzierungskommission begründete die Entscheidung: „In dem aktuellen Verfahren war eine fundierte Prüfung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit nur sehr eingeschränkt möglich. Wir haben daher bewusst mit Augenmaß unter Berücksichtigung der unverschuldeten Notlage der Vereine und Nutzung der Ermessensspielräume der Lizenzordnung diese positive Entscheidung getroffen.“