03. April 2021 / 11:21 Uhr

Hoffen auf Saisonstart: MSC Pattensen sieht schwarz, wenn dieses Jahr nicht gespielt wird

Hoffen auf Saisonstart: MSC Pattensen sieht schwarz, wenn dieses Jahr nicht gespielt wird

David Lidón
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Das Bundesliga-Duell Pattensen (mit
 Florian Bühre, vorn) gegen Seelze (mit Tobias Schulz) soll es auch zukünftig geben.
Das Bundesliga-Duell Pattensen (mit Florian Bühre, vorn) gegen Seelze (mit Tobias Schulz) soll es auch zukünftig geben. © Dennis Michelmann
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Wann der Ball in der Motoball-Bundesliga wieder rollt, weiß keiner. Doch nun schlagen die Vereine Alarm. „Sollte dieses Jahr wieder nicht gespielt werden oder nur mit verschärften Maßnahmen, glaube ich nicht, dass wir 2022 noch eine Mannschaft stellen können“, sagt Martin Winter vom MSC Pattensen.

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Zu Ostern sind normalerweise die ersten Saisonspiele in der Motoball-Bundesliga absolviert. Die Teams haben über die Feiertage Zeit, den Auftakt zu bewerten und an der einen oder anderen Stellschraube zu drehen. Coronabedingt wird es nun aber schon zum zweiten Mal in Folge kein Motorendröhnen im März und April geben.

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Die deutschen Klubs schlagen Alarm

Die Klubs in Deutschland schlagen daher vielerorts Alarm. „Wir sollten so schnell wie möglich mit dem Spielbetrieb starten, denn wenn sich nicht in naher Zukunft an der Situation etwas ändert, sieht es für die Vereine und den Motoball düster aus“, sagt Hans-Georg Prestenbach, Vorsitzender des MSC Puma Kuppenheim. Gleicher Meinung ist sein Vorstandskollege Martin Winter vom MSC Pattensen: „Sollte dieses Jahr wieder nicht gespielt werden oder nur mit verschärften Maßnahmen, glaube ich nicht, dass wir 2022 noch eine Mannschaft stellen können.“

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Schwere Zeiten in Pattensen

Pattensens Pressesprecher Torsten Gadegast erläutert die Gründe für den Pessimismus. „Die Spieler werden auch nicht jünger, sie müssen sich über ihre Freizeitplanung Gedanken machen. Wir spielen ja kein Hallenhockey, bei unseren weiten Fahrten zu den Spielen ist es nicht mit einem Nachmittag abgegolten“, sagt er. Motoball sei nicht nur von den Anreisen, sondern auch aus anderen Gründen zeitintensiv.

„Die Spieler verbringen viel Zeit damit, nebenher an ihren Maschinen zu schrauben, denn letztlich ist jeder für sein Bike selbst verantwortlich“, sagt Gadegast. „Das ist nicht nur eigene Zeit, sondern auch eigenes Geld, das da reinfließt.“

Weil seit über einem Jahr nicht an die Ausübung des Sports zu denken ist, werden sich viele Akteure, die größtenteils Familienväter sind, womöglich anders orientieren und dem Sport den Rücken kehren. Da ein großes Nachwuchsproblem existiert, „kann von unten nichts nachkommen“. Und Sponsoren von einer Sportart zu überzeugen, die ohnehin schwer zu vermitteln ist und mittlerweile gar nicht mehr stattfindet, mache es noch schwieriger.

Frust in Seelze

Beim 1. MSC Seelze sieht es etwas besser, aber auch nicht rosig aus. „Wir haben zuletzt gut gehaushaltet und können alles mit Müh und Not weiter aufrechterhalten“, sagt Sportleiterin Julia Hahne. Aber natürlich sind die Seelzer Spieler frustriert, „weil man ja gesehen hat, dass es mit Hygienekonzept gut funktioniert“, sagt sie.

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Mit dem Stempel kontaktlos könnte es weitergehen

Gadegast unterstützt die Bestrebungen, Motoball von der Liste der Kontaktsportarten zu nehmen. „Wir haben Helme, Visiere und überall Schutzkleidung. Unser Platz ist so groß wie ein Fußballfeld, auf dem vier gegen vier auf Motorrädern unterwegs sind. Da grätscht keiner rein“, sagt Pattensens Sprecher. Mit dem Stempel kontaktlos könnte es beim MSC weitergehen, ansonsten droht das Schicksal des Stempels motoballlos.