24. März 2020 / 15:43 Uhr

Alba Berlin: Mit täglicher Sportstunde zu YouTube-Stars

Alba Berlin: Mit täglicher Sportstunde zu YouTube-Stars

Lars Sittig
Märkische Allgemeine Zeitung
Stefan Ludwig (r.) und Elisa Lierhaus bei der täglichen Sportstunde.
Stefan Ludwig (r.) und Elisa Lierhaus bei der täglichen Sportstunde. © privat
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Basketball Bundesliga: Stefan Ludwig aus Ludwigsfelde moderiert mit seinen Kollegen die Kita-Sportstunde des Bundesligisten ALBA Berlin, die zum Millionenhit geworden ist.

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Das Ritual, mit dem das Programm beginnt, flimmert am Dienstagmorgen gegen 9 Uhr über den Bildschirm: „Gu-ten Mor-gen“ – Stefan Ludwig begrüßt mit seiner Moderations-Kollegin die Netzgemeinde, dann schnellen bei ALBA Berlins täglicher Sportstunde Arme und Beine und die Klickzahlen im Internet in die Höhe. Inzwischen knackte die kürzlich auf dem Youtube-Kanal des Basketball-Bundesligisten Premiere des Sportunterrichtes die Zwei-Millionen-Grenze – auch Ludwig ist vom Mega-Erfolg überrascht. „Wir haben natürlich nicht dieser Resonanz gerechnet, sondern wollten aus der Not heraus ein digitales Angebot schaffen und haben über Zahlen gar nicht nachgedacht“, sagt der Ludwigsfelder, der im Trainerstab des Berliner Großclubs als Nachwuchscoach tätig ist.

„Auslöser war der Umstand, das wir ja vorher auch an Schulen und an Kitas Sportunterricht gegeben haben – der fiel ja weg.“ Ludwig, der sich auch bei seinem Heimatverein BV 1999 in seiner Heimatstadt seit Langem ehrenamtlich engagiert, moderiert die Kita-Variante des Sportprogramms, dazu gibt es noch parallel eine Variante für die Grundschule, beide Auftaktfolgen sind inzwischen virtuelle Millionenhits. Am Dienstag ging außerdem erstmals ein Programm für die Oberschule auf Sendung. Gedreht wird mit Corona-Sicherheitsabstand in der Profi-Kabine des Bundesligateams in der Mercedes-Benz-Arena.

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Die Produktion der Kita-Auftaktfolge „Flug mit dem Albatros“ dauerte rund sechs Stunden. Bei Folge Nummer zwei – „Die Schatzkarte“ war das Team inklusive Besprechung und Abstimmen des Konzeptes am Montag von 10 bis 14 Uhr im Einsatz. „Klar wird man routinierter“, berichtet der 35 Jahre alte Stefan Ludwig, der eine Ausbildung zum Sportassistenten abgeschlossen und ein Lehramtsstudium für Sport und Geschichte absolviert hat, „es war vor Kamera am Anfang total ungewohnt, weil kein Live-Publikum gegenübergestanden hat.“ Geholfen hat dann ein alter Kunstkniff: „Ich stelle mir einfach Kinder vor.“ Kein Problem für die Alba-Trainer-Crew, die in den vergangenen Jahrzehnten als Kindergarten- und Schulcoaches eine Menge Erfahrung gesammelt hat, ein kamerataugliches Sportprogramm zu entwickeln – assistiert vom Vereinsmaskottchen Albatros, das tapfer in seinem schweißtreibenden Kostüm die Übungen mitmacht.

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Der Europameister Stefan Hawranke (schwarzes Trikot) erklärt SPORTBUZZER-Redakteur Stephan Henke (graues Shirt) auf dem Gelände der Blindenschule Königs Wusterhausen die Paraolympische Sportart Goalball. Zur Galerie
Der Europameister Stefan Hawranke (schwarzes Trikot) erklärt SPORTBUZZER-Redakteur Stephan Henke (graues Shirt) auf dem Gelände der Blindenschule Königs Wusterhausen die Paraolympische Sportart Goalball. © Friedrich Bungert
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Bei Kita-Folge Nummer zwei gingen Ludwig und seine Kollegin Elisa Lierhaus auf Schatzsuche und stürmten wieder in die Haushalte der Nation. Genial einfach. Die Versuche, im Internet mit schrägen und exotischen Videos Klickzahlen zu generieren, sind ebenso zahlreich wie misslungen – Stefan Ludwig und seine sind derzeit mit einfachem Sportunterricht zu Internetstars aufgestiegen. Hockstrecksprünge und Zehenspitzen berühren statt trashigen Battles und geschmacklichen Verrenkungen zum Fremdschämen. Auch auf der Facebookseit wurde die Einladung zur Sportstunde rund 900 mal geteilt.

„Das Feedback, auch von meinem Heimatverein BVL, war sehr gut. Vor allem fanden viele, dass es eine coole Idee ist und macht weiter so. Auch viele Freunde schreiben und sagen, dass ALBA eine geniale Idee hatte mit diesem Konzept“, sagt Stefan Ludwig, der den Weg zur Dreh mit dem Rad zurücklegt. „Ich wurde noch nicht auf dem Weg zur Arbeit angesprochen. Der Bekanntheitsgrad ist noch nicht gestiegen“, sagt er schmunzelnd. Gut möglich, dass es auch nach dem Ende der Corona-Krise ein ähnliches Video-Format geben wird. „Wir werden erst einmal abwarten, wie am Ende der Beschränkungen die Resonanz ist“, sagt Stefan Ludwig, „wenn es mmer noch Riesen-Interesse gibt, ist eine Fortsetzung natürlich auch nach dem Ende der Pandemie möglich.“

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