10. Januar 2020 / 18:07 Uhr

Alexa Stais geht als Titelverteidigerin in den Parcours

Alexa Stais geht als Titelverteidigerin in den Parcours

Peter Stein
Märkische Allgemeine Zeitung
Alexa Stais mit Kia in Neustadt.
Alexa Stais mit Kia in Neustadt. © ACP ANDREAS PANTEL
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Beim CSI in Neustadt (Dosse) reitet die Südafrikanerin, die in Deutschland lebt, immer gern. Sie hat eine interessante Laufbahn.

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Das CSI Neustadt (Dosse) gehört zu den Lieblingsturnieren von Alexa Stais (Südafrika). Kein Wunder, hat sie doch im vorigen Jahr das Championat der Deutschen Kreditbank AG dort gewonnen, um das es auch am Samstagnachmittag wieder geht. Zahlreiche Sommersprossen auf der Nase, immer ein Lächeln im Gesicht und ein Lob für ihre Pferde, auch wenn es im Parcours mal nicht so ganz geklappt hat. So war es am Freitag im Preis der Hengststation Hell, einer internationalen Springprüfung der großen Tour auf 1,45-Meter-Niveau. Ein wenig Unachtsamkeit am Liverpoolsprung, einem Oxer mit einer Wassermatte darunter. Die Stange fällt zu Boden. Die Zeit der Südafrikanerin und ihrer zwölfjährigen Fuchsstute Kia hätte zum Sieg gereicht. So wurde es nur Rang 23 von 65 Startern. Und die 23-Jährige sucht die Fehler immer zuerst bei sich.

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Früh im Sattel

Geboren in Johannesburg ist sie auf dem elterlichen Hof mit Pferden aufgewachsen. „Aber es waren mehr so Spaßpferde“, erinnert sich Stais und lacht. Mit fünf Jahren hat sie mit dem Voltigieren begonnen. 2006 waren sie und ihre Schwester für Südafrika bei der WM in Aachen am Start. Alexa, oder Lexi wie sie in Reiterkreisen genannt wird, in der Mannschaft, ihre Schwester im Einzelvoltigieren. Damals war sie erst zehn Jahre. 2010 ging es nach Kentucky (USA) und auch bei den Weltreiterspielen 2014 waren sie dabei. Im gleichen Jahr durfte die damals 18-Jährige Südafrika bei den Youth Olympics in Nanjing (China) vertreten. Neben dem Voltigieren trainierte Alexa Stais früh morgens vor der Schule Schwimmen. Nach der Schule ging es zum Hockeyspielen. „Feldhockey natürlich. Bei uns gibt es kein Eis“, fügt die sympathische junge Frau mit einem verschmitzten Lächeln hinzu. „So richtig Zeit zum Lernen hatte ich eigentlich nicht. Trotzdem habe ich meine wichtigsten Klausuren geschafft.“

Seit 2015 in Deutschland

Und da gab es natürlich noch den Springsport, den sie nie ganz aus dem Auge gelassen hat. So kam es, dass ihre Eltern der 15-Jährigen ein Pferd von dem deutschen Reiter Hilmar Meyer gekauft haben. Mit Cessy Cass erlebte sie ihre ersten Erfolge. Als Meyer, der oft in Südafrika zu tun hatte, das Pferd an Lexi übergab, hat er gesagt, dass sie nach dem Schulabschluss gern zu ihm nach Deutschland in den Reitstall kommen könne. „Sofort nach dem Abitur habe ich bei Hilmar angerufen. Meine Mutter hätte lieber gesehen, dass ich erst einmal studiere. Aber ich hatte mich für das Springreiten entschieden, ich wollte unbedingt nach Deutschland.“

Seit 2015 ist sie nun schon in Deutschland in reitet erfolgreich bei Hilmar Meyer in Thedinghausen (Niedersachsen). „Ich musste für die Wertung bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung ganz von vorn anfangen.“ Aber bereits ein Jahr später bekam sie das Deutsche Reitabzeichen in Gold. „Ich fühle mich hier in Deutschland sehr wohl. Nur an das Wetter musste ich mich gewöhnen. Im ersten Winter habe ich nur gefroren. Aber inzwischen habe ich die richtigen Klamotten“, sagt Alexa Stais. Dafür liebe sie das deutsche Winteressen. „Am besten ist Grünkohl mit Pinkel. Oder auch Rotkohl mit Gans.“ Inzwischen spricht sie neben Englisch und Afrikaans auch hervorragend Deutsch. Ihr einziges Hobby, zu dem sie noch Zeit hat, ist Shopping mit ihrer Freundin Julia Plate, die ebenfalls Reiterin ist und aus der Nähe kommt.