31. August 2022 / 13:52 Uhr

"Meine Sturheit war dein großes Glück": Trainer Funkel schreibt zum Abschiedsspiel an Alex Meier

"Meine Sturheit war dein großes Glück": Trainer Funkel schreibt zum Abschiedsspiel an Alex Meier

Friedhelm Funkel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Alexander Meier (rechts) und Trainer Friedhelm Funkel erlebten bei Eintracht Frankfurt eine erfolgreiche Zeit.
Alexander Meier (rechts) und Trainer Friedhelm Funkel erlebten bei Eintracht Frankfurt eine erfolgreiche Zeit. © IMAGO/Jan Huebner (Montage)
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Dieser Auftritt dürfte für viele Tränen sorgen: Eintracht Frankfurt verabschiedet mit Alexander Meier eine echte Klub-Legende. Der "Fußball-Gott" der Hessen trifft bei seinem letzten Spiel für die SGE unter anderem auf seinen Ex-Coach Friedhelm Funkel. Die Trainer-Ikone hat exklusiv für den SPORTBUZZER einen Gastbeitrag verfasst.

Alexander Meier erhält mehr als zweieinhalb Jahre nach seinem Karriereende noch ein Abschiedsspiel. Der "Fußball-Gott" von Eintracht Frankfurt (137 Tore in 379 Spielen) wird an diesem Mittwoch ab 19 Uhr im ehemaligen Waldstadion noch einmal richtig abgefeiert. Zu den Gästen zählt auch sein ehemaliger Trainer Friedhelm Funkel. Für den SPORTBUZZER, das Sportportal des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND), schreibt der Ex-Coach einen Brief an die Eintracht-Legende.

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Lieber Alex, heute bist du der Fußball-Gott von Eintracht Frankfurt. Doch danach sah es zu Beginn deiner Karriere nicht aus. Weißt du noch, als wir zusammen im Sommer 2004 nach dem Bundesliga-Abstieg zur Eintracht gekommen sind? Ich als Trainer, du als junger Spieler aus der zweiten Mannschaft vom HSV. Du warst mit 21 Jahren total bescheiden, schüchtern und ruhig. Leider entwickelte sich dein Standing bei den Fans und Medien ins Negative. Du wurdest ausgepfiffen und niedergeschrieben. Es ist immer wieder Kritik von verschiedenen Seiten auf dich eingeprasselt.

Doch es gab viele Gründe, warum ich auf dich gesetzt habe: Du bist ein toller Mensch, warst ein unfassbarer Fußballer und hast alles für die Eintracht und deine Mitspieler gegeben. Mit deinem unbändigen Willen, deiner unermüdlichen Einsatzbereitschaft und deinen unglaublichen Trainingsleistungen hast du es zu einer Vereinslegende geschafft.

Zusammen mit meinem damaligen Co-Trainer Armin Reutershahn habe ich dich immer bedingungslos unterstützt, verteidigt und aufgemuntert. Viele sprachen davon, dass du dich bei der Eintracht nie durchsetzen wirst. Doch meine Sturheit war dein großes Glück in unseren fünf gemeinsamen Jahren. Ich habe nie auf darauf gehört, was Außenstehende über dich gesagt haben. Du hast dir in dieser Zeit das Selbstvertrauen geholt, das dich zum Fußball-Gott in Frankfurt gemacht hat.

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Wir haben so viele besondere und schöne Momente erlebt. Neben dem Aufstieg 2005 gab es ein Jahr später das leider mit 0:1 verloren gegangene Pokalfinale gegen den FC Bayern. Wir haben im UEFA-Cup gespielt und mit der gesamten Mannschaft Party auf Mallorca gemacht. Trotz dieser Euphorie hast du mich immer mit deiner Bescheidenheit und Empathie begeistert – das hast du auch deinem fantastischen Elternhaus zu verdanken.

Nach meinem Abschied von der Eintracht 2009 ist unser Kontakt nie abgerissen. Wir haben uns getroffen, telefoniert und immer wieder nett ausgetauscht. Jetzt ist der große Tag mit deinem Abschiedsspiel gekommen. Der damals schlaksige, schüchterne Kerl ist jetzt AMFG14. Die Fans lieben dich, der Verein hat dir sehr viel zu verdanken. Du stehst auf einer Stufe mit anderen Klub-Legenden wie Charly Körbel und Jürgen Grabowski. Und in meinem persönlichen Ranking ganz oben. Denn du warst ein Spieler, wie man ihn sich als Trainer wünscht. Meier, Funkel und die Eintracht – das passte einfach.

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