03. März 2020 / 13:28 Uhr

Nübel beschimpft und degradiert - auch Bayern-Keeper Neuer erlebte bitteren Schalke-Abgang

Nübel beschimpft und degradiert - auch Bayern-Keeper Neuer erlebte bitteren Schalke-Abgang

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Alexander Nübel ist wie Manuel Neuer vor seinem Wechsel zum FC Bayern der Kritik von Schalke-Fans ausgesetzt.
Alexander Nübel ist wie Manuel Neuer vor seinem Wechsel zum FC Bayern der Kritik von Schalke-Fans ausgesetzt. © imago sportfotodienst/Montage
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Alexander Nübel wird das Viertelfinale des DFB-Pokals gegen seinen künftigen Klub FC Bayern wohl nur von der Bank aus verfolgen und scheint seinen Schalke-Stammplatz los zu sein. Ein bitterer Abgang - den Manuel Neuer einst ähnlich erlebte.

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Es ist nach den Beschimpfungen durch die eigenen Fans wohl auch eine Schutzmaßnahme: Trainer David Wagner nimmt Alexander Nübel nach Angaben von Sky aus dem Schalke-Tor - für das Viertelfinale im DFB-Pokal am Dienstagabend gegen den FC Bayern. Nach einem Bericht der Bild soll Konkurrent Markus Schubert wohl auch für den Rest der Saison zwischen den S04-Pfosten stehen. Es wäre das vorzeitige und bittere Ende von Nübels Karriere in Gelsenkirchen. Im kommenden Sommer geht es ablösefrei nach München. Dort wartet mit Nationalkeeper Manuel Neuer nicht nur ein bärenstarker Konkurrent, sondern auch jemand, der Nübels derzeit missliche Lage gut nachvollziehen kann.

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Im Sommer 2011 hatte Neuer den künftigen Weg Nübels eingeschlagen, war vom FC Schalke zum FC Bayern gewechselt. Zwar bestritt der heutige DFB-Kapitän in seiner letzten S04-Saison alle 34 Bundesliga-Spiele, doch sein Wechsel kränkte die Schalker Seele schwer. Die Folge: Frust, Beschimpfungen, Liebensentzug. Denn Neuer galt als Schalker durch und durch, spielte schon im Alter von fünf Jahren in der "Knappenschmiede" und wurde später Mitglied der Ultra-Gruppierung "Buerschenschaft".

Nübel erhielt sogar Ohrfeige von Schalke-Fan

Mit dieser stand er regelmäßig in der Fankurve der S04-Spielstätte. Zudem spielte er zwischen 2006 und 2011 insgesamt 156-mal für die Königsblauen, führte Schalke unter anderem durch überragende Leistungen zur Vize-Meisterschaft 2010 sowie bis ins Champions-League-Halbfinale 2011. Sein Transfer zu den Bayern war für viele S04-Anhänger ein Hochverrat. Die Anfeindungen gegen den einst so geliebten Schlussmann gipfelten in geschmacklosen "Todesanzeigen"-Plakaten sowie Transparenten mit Aufschriften wie "Selbst Judas hatte mehr Ehre", "Ulis neueste Hure" und "Tausche Ehre gegen Geld". Sogar eine Ohrfeige bekam Neuer beim Autokorso nach dem DFB-Pokalsieg 2011 von einem Fan verpasst.

Körperlich wurde Nübel zuletzt zwar nicht angegangen, aber die Beleidigungen nach seinen zuletzt eher schwankenden Leistungen hinterließen offenbar Spuren. Nach seinem Patzer gegen den 1. FC Köln (0:3) kämpfte der junge S04-Keeper sogar mit den Tränen, Wagner hatte am Montag angedeutet, wie nervlich angespannt Nübel derzeit wegen der Pfiffe ist. "Es ist mehr oder minder selbsterklärend, wie es ihm geht", meinte der Trainer: "Da sind alle Worte zu viel, weil das so eindeutig ist."

Diese Spieler waren seit 1980 für den FC Bayern und Schalke aktiv

Manuel Neuer und Leon Goretzka spielten sowohl für Schalke 04, als auch für den FC Bayern. Wer während seiner Karriere noch bei beiden Klubs unter Vertrag stand, erfahrt Ihr hier. Zur Galerie
Manuel Neuer und Leon Goretzka spielten sowohl für Schalke 04, als auch für den FC Bayern. Wer während seiner Karriere noch bei beiden Klubs unter Vertrag stand, erfahrt Ihr hier. ©

Es scheint, als würde Nübel erst im kommenden Sommer und in neuer Umgebung zu bislang gewohnter Stärke zurückfinden. Für Neuer war jedoch auch der Beginn in München schwierig. Er wurde mit "Koan Neuer"-Plakaten begrüßt. Inzwischen absolvierte er 371 Pflichtspiele für die Bayern, gewann unter anderem sieben deutsche Meisterschaften und die Champions League - von Kritik aus dem eigenen Lager ist längst nichts mehr zu hören. Ex-Bayern-Präsident Uli Hoeneß bezeichnete ihn erst im vergangenen Jahr als "einen der ganz großen Glücksgriffe" in der Transfer-Geschichte des FCB.