11. September 2021 / 12:50 Uhr

Spott, Kritik und Häme: Bayern-Leihgabe Alexander Nübel kämpft in Monaco um Form und Anerkennung

Spott, Kritik und Häme: Bayern-Leihgabe Alexander Nübel kämpft in Monaco um Form und Anerkennung

Alexis Menuge 
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Es läuft noch nicht rund für Torwart Alexander Nübel bei der AS Monaco. 
Es läuft noch nicht rund für Torwart Alexander Nübel bei der AS Monaco.  © imago images/Mandoga Media
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Beim FC Bayern München hatte Torwart Alexander Nübel hinter Nationalkeeper Manuel Neuer keine Chance auf Spielzeit. Auf Leihbasis wechselte er zur AS Monaco mit Trainer Niko Kovac. Dort spielt er zwar, sieht sich aber harter Kritik ausgesetzt. 

Es läuft noch nicht im Fürstentum für Alexander Nübel: Zwei Monate nach seiner Leihe (für zwei Jahre) vom FC Bayern München zur AS Monaco hat der deutsche Torwart innerhalb eines Monats zwar mehr Pflichtspiele bestritten als in der gesamten vergangenen Saison an der Isar. Seine Leistungen an der Côte d´Azur sind jedoch mehr als dürftig, obwohl er das Vertrauen des Trainerteams um Niko Kovac genießt.

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Nübel ist noch meilenweit von seiner Bestform entfernt. Bisher spielte der 24-Jährige vier Mal in der Ligue 1, dazu drei Partien in der Champions-League-Qualifikation - und kein einziges Mal konnte der ehemalige Schalker restlos überzeugen. Ein Spiel ohne Gegentor gelang ihm nur in der Qualifikation zur Königsklasse gegen Sparta Prag (2:0).

In Frankreich machen spotten manche Experten schon über sein Auftreten. "Und das soll der künftige Nachfolger von Manuel Neuer beim FC Bayern werden?", fragte fast empört Ex-PSG-Keeper Jérome Alonzo bei einer Live-Sendung bei L'Équipe TV. "Auf mich macht er keinen guten Eindruck. Er wirkt lahm, unsicher und technisch limitiert.“ In den französischen Medien wurde er als Flop tituliert, die Sportzeitung L'Équipe gab ihm drei von zehn möglichen Punkten. Heißt übersetzt: Unzureichend!

Beim Auftakt gegen Nantes (1:1) klebte Nübel bei einer Ecke, die zum Ausgleich führte, auf der Linie. Beim darauffolgenden Heimspiel gegen Racing Lens (0:2) patzte er mehrfach: Ein Abschlag landete direkt in den Füßen des gegnerischen Stürmers, der knapp am linken Pfosten vorbeizielte. Bei der nächsten Gelegenheit flutschte der Schuss von Ignatius Ganago an Nübels Hüfte vorbei - wiederum sah der gebürtige Paderborner schlecht aus. Sowie auch beim Gastspiel in Troyes (2:1), als er erneut Unsicherheiten zeigte. Seine Bilanz: Er kassierte fünf Gegentreffer in vier Ligaspielen.

Kovac: "Er wird die Erwartungen erfüllen"

In der Champions League setzte er seine Negativ-Serie fort, als er im Rückspiel der dritten Quali-Runde gegen Sparta Prag (3:1) nach einem schlechten Pass und einem dicken Missverständnis mit Mitspieler Benoît Badiashile das Anschlusstor der Gäste initiierte. Die Kommunikation mit seinen Vorderleuten ist alles andere als reibungslos. Bisher spricht er nur ein paar Brocken französisch und unterhält sich meistens auf englisch.

"Alex benötigt wie auch jeder andere Neuzugang eine gewisse Eingewöhnungszeit", sagt Niko Kovac, der weiter bedingungslos an seinem Keeper festhält. "Im Training macht er seine Sache gut und trainiert sehr hart. Er wird sich steigern, davon bin ich felsenfest überzeugt. Irgendwie war es auch fest davon auszugehen, dass er nicht sofort seinen Rhythmus findet, nachdem er in München kaum Spielpraxis sammeln konnte. Mit seiner Bescheidenheit, seinem Willen und seinem Potenzial wird er schnell konstanter und die Erwartungen erfüllen.“


Dazu kam das bittere Aus in den Playoffs der Königsklasse gegen Schachtjor Donezk in der Verlängerung. Nübel war auch nach Süd-Frankreich gewechselt, um gegen die Créme de la Créme des europäischen Fußballs zu spielen. Nun muss er sich mit der Europa League zufrieden geben. Erst einmal kommt es aber an diesem Samstag zum Süd-Derby gegen Olympique Marseille im Stade Louis II.

Die Länderspielpause kam für Monacos Schlussmann zum besten Zeitpunkt, um Kraft und Selbstvertrauen zu tanken. "Für Alex ist es die erste Auslandserfahrung", meint Monacos Verteidiger Djibril Sidibé. "Er braucht noch ein bisschen, aber wir sind von ihm restlos überzeugt. Er wird bald an seiner besten Form anknüpfen und für uns eine echte Verstärkung darstellen.“