26. Juli 2019 / 19:08 Uhr

Bestätigt: Ivan Lendl nicht mehr Trainer von Alexander Zverev - Das sind die Gründe für die Trennung

Bestätigt: Ivan Lendl nicht mehr Trainer von Alexander Zverev - Das sind die Gründe für die Trennung

Jörg Allmeroth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ausgespielt: Tennis-Ikone Ivan Lendl (l.) ist nicht länger Trainer von Alexander Zverev.
Ausgespielt: Tennis-Ikone Ivan Lendl (l.) ist nicht länger Trainer von Alexander Zverev. © imago images / Paul Zimmer
Anzeige

Spätestens seit dem frühen Wimbledon-Aus von Alexander Zverev war das Ende der Zusammenarbeit mit Ivan Lendl nur noch eine Frage der Zeit. Inzwischen hat der Tennis-Trainer die Reißleine gezogen. Der SPORTBUZZER verrät, was wirklich hinter der Trennung steckt.

Anzeige
Anzeige

Als Alexander Zverev seinem obersten Tennisflüsterer Ivan Lendl vor gut einer Woche freimütig vorwarf, er kümmere sich mehr ums Golfspiel als um die gemeinsame Arbeit, hätte Lendl schnell die Konsequenzen ziehen können. Aber Lendl wartete genüsslich ab, bis sich ein eigentlich unmöglicher Zeitpunkt ergab. Zverev, sein Schützling und Arbeitgeber, hatte das Viertelfinale am Hamburger Rothenbaum erreicht, Zverev sprach am Donnerstagabend sogar noch davon, er genieße weiter die Arbeit mit Lendl, freue sich auf das baldige Wiedersehen bei den Turnieren der amerikanischen Hartplatzserie.

Deutschlands größtes Tennistalent: Die Karriere von Alexander Zverev in Bildern

Die großen Erfolge auf Grand-Slam-Ebene sind für Alexander Zverev (*20.04.1997) bislang noch ausgeblieben, auf der ATP-Tour hat der Deutsche aber schon für jede Menge Furore gesorgt. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt seine bisherige Karriere in Bildern. Zur Galerie
Die großen Erfolge auf Grand-Slam-Ebene sind für Alexander Zverev (*20.04.1997) bislang noch ausgeblieben, auf der ATP-Tour hat der Deutsche aber schon für jede Menge Furore gesorgt. Der SPORTBUZZER zeigt seine bisherige Karriere in Bildern. ©
Anzeige

Zverev bestätigt Lendl-Aus

Doch in der Nacht zu Freitag zog Lendl dann die Reißleine und schickte seinen ganz besonderen Return über den Atlantik – es war nicht weniger als ein unfreundlicher Akt, ein gezielter Schuss mitten im Heimatturnier Zverevs. Und was Lendl dem 22-jährigen ATP-Weltmeister hinterherschickte in seinem Statement, waren teils vergiftete Komplimente: „Eines Tages“ könne Zverev noch ein großer Spieler werden, aber derzeit müsse sich der junge Deutsche mit zu vielen Problemen abseits der Courts herumschlagen. Das erlaube ihm, Lendl, nicht, nach seiner gewohnten Philosophie zu arbeiten. Das trockene Ende des Scheidungspapiers, der Rücktrittserklärung Lendls: „Ich wünsche ihm für die Zukunft alles Gute.“

Am Freitagabend bestätigte der 22 Jahre alte Hamburger am nach dem Halbfinal-Einzug beim ATP-Turnier in seiner Heimatstadt. „Es ist vorbei. Wir hatten verabredet, es nach dem Turnier zu verkünden“, sagte der Weltranglisten-Fünfte.

"Zwei Trainer sind einer zu viel"

Es war ein tragikomischer Schlussstrich unter eine Partnerschaft, die vor ziemlich genau einem Jahr im Vorfeld der US Open begonnen hatte, mit dem Coup Zverevs beim rauschenden Londoner Saisonfinale im November einen schnellen Höhepunkt erlebte – und danach auch deshalb in die Brüche ging, weil Eifersüchteleien und Eitelkeiten im Team Zverev jegliche Arbeitsfortschritte behinderten.

Die traurige Realität vor der Trennung waren Monate der Stagnation, Frustration und enttäuschenden Niederlagen auf großen Bühnen. Was Boris Becker als Spekulation geäußert hatte – „Irgendetwas ist Anfang des Jahres kaputtgegangen“ –, lag spätestens seit dem verkorksten Wimbledon-Turnier für Zverev offen auf der Hand: das zerrüttete Verhältnis zwischen Vater Zverev und Lendl. Ein Zitat des abwesenden Papa Zverev wurde lanciert, es sprach Bände und lautete: „Zwei Trainer sind einer zu viel.“

Lendls legere Arbeitseinstellung war der Zverev-Familie ein Dorn im Auge

Wimbledon war das Ende eines Eiertanzes, den das Tennisunternehmen Zverev und sein Boss Alexander junior lange aufgeführt hatten. Zunächst wurde das Fehlen von Daddy Zverev mehrfach mit gesundheitlichen Problemen erklärt, dann hieß es, Lendls Abwesenheit habe mit einer Pollenallergie zu tun. Zu dumm nur, dass Lendl während der French Open, bei denen er nicht zum Trainertermin gehörte, in Paris bei einem Sponsorentermin gesichtet wurde. Als Lendl beim Turnier in Halle wieder an Bord ging, reiste Vater Zverev schnell ab.

Mehr vom SPORTBUZZER

Auch Lendls eher legere Arbeitseinstellung, das eher willkürliche Kommen und Gehen, hatte wohl den Zorn von Papa Zverev provoziert, der dem Vernehmen nach kochte, wenn die Rechnungen des früheren Weltranglistenersten auf dem Tisch landeten. Geschätzte Tagesgage: 5 000 Euro.

Zverev junior hatte offenbar in einem Anfall von Naivität geglaubt, es könne nach den Zerrüttungen in seinem Team noch einmal einen Neustart geben – vor den US Open 2019. Seine scharfen Hamburger Einlassungen, der Verweis auf den Golftick Lendls, das Einfordern von mehr Engagement, waren aber ein so direkter Angriff auf die Autorität des gebürtigen Tschechen, dass der gar nicht anders konnte, als seine Demission zu verkünden. Lendls Verweis auf die problematischen Verhältnisse im Umfeld Zverevs, auf den großen Krach des Profis mit seinem Manager Patricio Apey, war nur ein Vorwand. Nun ist Lendl weg. Trainer von Zverev junior bleibt Zverev senior.

ANZEIGE: 50% auf dein Präsentations-Trainingsanzug! Der Deal of the week im SPORTBUZZER-Shop.

Die aktuellen TOP-THEMEN
Anzeige
Sport aus aller Welt