12. September 2020 / 06:20 Uhr

US Open: Alexander Zverev nach irrer Wende erstmals im Grand-Slam-Finale – Traum-Endspiel gegen Thiem perfekt

US Open: Alexander Zverev nach irrer Wende erstmals im Grand-Slam-Finale – Traum-Endspiel gegen Thiem perfekt

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Nach seinem Fünf-Satz-Sieg im Halbfinale gegen Pablo Carreño Busta steht Alexander Zverev erstmals in einem Grand-Slam-Finale.
Nach seinem Fünf-Satz-Sieg im Halbfinale gegen Pablo Carreño Busta steht Alexander Zverev erstmals in einem Grand-Slam-Finale. © Frank Franklin II/AP/dpa
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Zum ersten Mal in seiner Karriere hat Alexander Zverev einen 0:2-Satzrückstand gedreht – und erstmals das Finale eines Grand-Slam-Turniers erreicht. Nach seiner starken Aufholjagd gegen Pablo Carreño Busta trifft der 23-Jährige im deutsch-österreichischen Endspiel auf Dominic Thiem.

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Der deutsche Tennisprofi Alexander Zverev hat bei den US Open zum ersten Mal in seiner Karriere das Endspiel eines Grand-Slam-Turniers erreicht. Der 23 Jahre alte Hamburger gewann am Freitag (Ortszeit) in New York gegen Pablo Carreño Busta aus Spanien ein packendes Fünf-Satz-Match noch 3:6, 2:6, 6:3, 6:4, 6:3.

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Im Finale am Sonntag (22.00 Uhr MESZ, Eurosport) trifft der Weltranglistensiebte auf Dominic Thiem. Der Österreicher entschied das zweite Halbfinale gegen den Russen Daniil Medwedew mit 6:2, 7:6 (9:7), 7:6 (7:5) für sich. Damit kommt es im Endspiel zur Neuauflage des diesjährigen Australian-Open-Halbfinals. In Melbourne hatte Zverev erstmals ein Grand-Slam-Halbfinale erreicht, vor der monatelangen Unterbrechung der Tour wegen der Coronavirus-Pandemie aber gegen Thiem verloren.

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Zverev: "Ich konnte es nicht glauben, als ich 0:2 in Rückstand geriet."

Nun drehte er erstmals überhaupt einen 0:2-Satzrückstand und zog als erster deutscher Tennisspieler seit Michael Stich 1994 in Flushing Meadows in das Finale ein. "Ich konnte es nicht glauben, als ich 0:2 in Rückstand geriet, und das als Favorit. Ich wusste gar nicht, was los war, aber ich wusste, dass ich besseres Tennis spielen musste. Ich bin in meinem ersten Grand-Slam-Finale, das ist das Wichtigste", sagte Zverev nach 3:22 Stunden im Siegerinterview auf dem Platz.

Dabei war er miserabel in die Partie gegen den Weltranglisten-27. gestartet. "Er hat die Balance nicht bei den Grundschlägen", lautete die zwischenzeitliche Analyse des dreimaligen Wimbledonsiegers Boris Becker im TV-Sender Eurosport. Zum 1:3 nahm der Weltranglisten-27. aus Gijon im ersten Satz Zverev das Aufschlagspiel ab. Als nach 40 Minuten eine Rückhand des Deutschen im Netz landete, war Durchgang eins entschieden.

Im zweiten Satz wurde es zunächst noch schlimmer: Gleich im ersten Spiel kassierte Zverev ein Break. Er kämpfte zwar, doch der frühere Top-Ten-Spieler Carreño Busta wusste auf alles die bessere Antwort und spielte grundsolide und unaufgeregt.

Carreño Busta indirekt an Djokovic-Skandal beteiligt

Auf dem Weg in sein erstes Grand-Slam-Endspiel war Carreño Busta an dem Skandal um den Weltranglistenersten Novak Djokovic indirekt beteiligt. Im Achtelfinale am Sonntag hatte der Spanier dem serbischen Topspieler Probleme bereitet und ihm im ersten Satz den Aufschlag zum 6:5 abgenommen. Djokovic schlug dann den Ball ohne zu gucken nach hinten und traf dabei die Linienrichterin, die zu Boden ging und sichtlich Probleme mit der Atmung hatte. Djokovic wurde disqualifiziert, Carreño Busta kam ins Viertelfinale, in dem er den Kanadier Denis Shapovalov in fünf Sätzen besiegte.

"Ich glaube, dass Sascha der Favorit ist. Er hat einen Höhenflug, da es sein zweites Grand-Slam-Halbfinale ist. Ich denke nicht, dass er den Druck spürt", hatte Becker vor dem Match gesagt – behielt aber zunächst nicht recht. Nach dem verlorenen zweiten Satz verließ Zverev kurz den Platz – und kam regelrecht verwandelt wieder. Er wurde nun stärker, spielte präziser und leistete sich weniger Fehler.

Spanier zieht alle Register – scheitert aber an Zverevs Mentalität

Mit dem Satzgewinn zum 6:3 keimte wieder Hoffnung auf. Im vierten Durchgang wurde es dann kurzzeitig unschön, als Carreño Busta beim Stand von 3:5 aus seiner Sicht einen harten Ball direkt auf Zverevs Körper schlug. Der Spanier entschuldigte sich zwar sofort, doch Zverev blickte in einer Mischung aus Unverständnis und Unversöhnlichkeit über das Netz. Mit einem Ass nutzte Zverev schließlich seinen vierten Satzball zum 2:2-Ausgleich.

Deutschlands größtes Tennistalent: Die Karriere von Alexander Zverev in Bildern

Alexander Zverev erlebte schon eine ereignisreiche Karriere. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt seine bisherige Karriere in Bildern. Zur Galerie
Alexander Zverev erlebte schon eine ereignisreiche Karriere. Der SPORTBUZZER zeigt seine bisherige Karriere in Bildern. ©

Vor dem fünften Satz musste sich Carreño Busta am Rücken behandeln lassen und nahm eine dreiminütige medizinische Auszeit. Zverev nutzte diese Schwächephase und ging mit einem Break sofort 1:0 in Führung. Den ersten Matchball ließ Zverev wenig später noch ungenutzt, dann landete eine Rückhand des Spaniers im Netz.