19. März 2020 / 09:27 Uhr

Alle sitzen in einem Boot: Hannovers Ruder-Trio hofft auf Fortsetzung – und Olympia

Alle sitzen in einem Boot: Hannovers Ruder-Trio hofft auf Fortsetzung – und Olympia

Christian Held
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Zwischen Hoffen und Bangen: Carlotta Nwajide (links), Marie-Cathérine Arnold und Frauke Hundeling (rechts). 
Zwischen Hoffen und Bangen: Carlotta Nwajide (links), Marie-Cathérine Arnold und Frauke Hundeling (rechts).  © Rainer Droese / imago images/Eibner
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Die Ausbreitung des Coronavirus macht auch vor Hannovers Ruderinnen nicht Halt. Das Hannover-Trio Carlotta Nwajide, Frauke Hundeling (DRC) und Marie-Cathérine Arnold (HRC) gibt die Hoffnungen auf Olympia aber längst noch nicht auf.

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Auch die Ruderer sind durch die Coronavirus-Pandemie aus dem Rhythmus geraten: Die drei Olympia-Kandidatinnen des DRC und HRC kamen Anfang der Woche zwei Tage früher aus dem Nationalmannschafts-Trainingslager in Portugal zurück. Carlotta Nwajide (DRC) trainiert nach kurzer Erholungspause ab Donnerstag wieder mit ihrem Doppelvierer in Berlin. Frauke Hundeling (DRC) und Marie-Cathérine Arnold (HRC) halten sich dagegen in Hannover fit.

„Wir trainieren ab Donnerstag wieder gemeinsam mit dem Skull-Team am Stützpunkt am Hohenzollernkanal. Dort werden wir auch getestet, ob wir uns mit dem Coronavirus angesteckt haben“, berichtet die 24-jährige Nwajide. „Sollte der Test bei einer von uns positiv ausfallen, wird die gesamte Mannschaft unter Quarantäne gestellt. So könnten alle von uns, die nicht krank sind, weiter trainieren.“ Der Ruderverband unterhält im Westen Berlins ein Leistungszentrum mit einzelnen Übernachtungsmöglichkeiten und einer Kantine.

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Hundeling und Arnold müssen zittern

Vorerst wird also weiter für die Olympischen Spiele in Tokio Ende Juli ins Boot gestiegen, „aber wie es im Sommer weitergehen soll, wissen wir derzeit natürlich auch nicht“, sagt Nwajide. Alle internationalen Regatten im April und Mai wurden vom Weltruderverband FISA abgesagt. „Ich hoffe natürlich, dass die Olympischen Spiele stattfinden“, sagt die DRC-Ruderin, die derzeit als einzige des Hannover-Trios das Tokio-Ticket einigermaßen sicher hätte.

Durch die Absage der Wettfahrten im In- und Ausland sieht es für Hundeling und Arnold mit Blick auf Tokio weit düsterer aus. Unter den abgesagten Regatten ist auch die kontinentale Qualifikationsregatta im Mai auf dem Schweizer Rotsee in Luzern. Der Deutsche Ruderverband hatte gehofft, zusätzlich zu den sechs bereits qualifizierten Booten – darunter der Doppelvierer mit Nwajide – in den 14 olympischen Klassen weitere Teams nachträglich nach Japan schicken zu können. Aber das Qualifikationssystem ist durch die Absagen nun hinfällig.

Vermutlich werden von der FISA in Abstimmung mit dem IOC die Ergebnisse der Ruder-WM aus dem Jahr 2019 als Maßstab herangezogen. Ginge es nach denen, sehe es schlecht aus für Hundeling und Arnold: Während Hundelings Achter im vergangenen August in Linz abgeschlagen nur im B-Finale landete, war Arnold wegen einer Schulteroperation gar nicht erst am Start.