31. Mai 2019 / 18:12 Uhr

Alle VfB-Jungs zu Hause, aber das Bus-Problem bleibt

Alle VfB-Jungs zu Hause, aber das Bus-Problem bleibt

Christian Meyer
Peiner Allgemeine Zeitung
Komplett zerstört: Die Jugend-Fußballer des VfB Peine und ihr Fahrer hatten Glück, dass sie den Unfall überlebten.
Komplett zerstört: Die Jugend-Fußballer des VfB Peine und ihr Fahrer hatten Glück, dass sie den Unfall überlebten. © Feuerwehr
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Fast drei Wochen nach dem schweren Unfall mit dem Mannschaftsbus auf der A7 durften auch die beiden dabei schwer verletzten C-Jugend-Fußballer des VfB Peine die Klinik verlassen. Ihre Teamkollegen bereiten sich derweil auf die Aufstiegsspiele zur Regionalliga vor. Einen neuen Bus zu kaufen, kann sich der VfB nicht leisten.

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Update

Alltag kann so schön sein. Das erleben derzeit die C-Jugend-Fußballer des Landesligisten VfB Peine. Denn drei Wochen nach dem Unfall, bei dem sich ihr Mannschaftsbus auf der Rückfahrt von einem Punktspiel auf der Autobahn 7 überschlug, können fast alle wieder das tun, was sie am liebsten tun: Fußball spielen und sich im Training auf ihren großen Traum vorbereiten – die Relegationsspiele zur Regionalliga. Und noch eine gute Nachricht gibt es: Der Junge, dem bei dem Unfall die Milz riss und der mit inneren Verletzung in die Klinik nach Göttingen geflogen werden musste, durfte inzwischen ebenso wieder nach Hause wie sein Mitspieler, der sich das Schien- und Wadenbein gebrochen hatte. Coach Christoph Hasselbach ist erleichtert, sagt aber auch: „Für beide ist der Heilungsprozess eher ein Marathon-Lauf als ein 100-Meter-Sprint. Es wird noch lange dauern, bis sie wieder gegen den Ball treten können.“ Ein Problem aber bleibt – dem VfB fehlt künftig ein Mannschaftsbus für die vielen Fahrten aller Jugendteams.

Der VfB hat mit 12 Jugend-Mannschaften eine der größten Jugend-Fußball-Abteilungen im Landkreis Peine. Zudem spielen fast alle Teams des Traditionsvereins auf Bezirksebene und haben längere Fahrten. Auch die Badminton-Zweitliga-Asse des VfB nutzen den Bus für ihre weiten Touren, die Frauen- und Herren-Fußballer ebenfalls. Deshalb entschied sich der Verein erst im März dazu, einen neuen, zweiten Mannschaftsbus zu kaufen. „Wir haben lange überlegt, denn das war ein finanzieller Kraftakt, den wir ohne Sponsoren nicht hätten leisten können. Doch es war nötig“, sagt der VfB-Vorsitzende Peter Konrad. Rund 30 000 Euro habe der Verein für einen Jahreswagen-Bus ausgegeben und ein altes Modell ausrangiert – und steht nun doch wieder mit nur einem Bus da. Denn das andere Gefährt ist nach dem Unfall auf der A7 ein Totalschaden, die Versicherung wird nur den Zeitwert zahlen. „Davon können wir uns definitiv keinen anderen Bus leisten“, weiß Konrad. Und spätestens wenn die neue Saison kommt, hat der VfB dann ein Auswärtsfahrten-Problem…

Vorstandsmitglied Christel Turek koordiniert seit vielen Jahren die Einsätze der beiden Busse. „Zu 75 Prozent waren sie ausgelastet“, weiß sie. Doch wie es nach der Sommer-Pause weiter gehen soll, ist noch offen. Turek ist aber überzeugt: „Wir brauchen einen zweiten.“ Dabei denkt sie auch an die internationalen Jugendturniere, seinen Nachwuchskickern konnte der VfB auch dank der Busse die Teilnahme an Schmankerl-Wettbewerben in Dänemark oder Schweden ermöglichen.

Der Höhepunkt der C-Junioren des Landesliga-Meisters VfB steigt dagegen am 22. und 23. Juni in Barsinghausen. Die Peiner Talente bereiten sich derzeit auf die Aufstiegsspiele zur Regionalliga vor. Denn dass sie daran trotz des Bus-Unglücks teilnehmen wollen, stand für die Spieler außer Frage. „Trainer, dafür haben wir doch auch gearbeitet“, sagten sie, als Coach Christoph Hasselbach im ersten Training nach dem Unfall die Frage nach der Zukunft stellte.

Im Kampf um den Einzug in die höchste deutsche Spielklasse dieser Altersstufe treffen die VfB-Jungs in Barsinghausen vermutlich zunächst auf den VfL Osnabrück. „Die Jungs hatten einen Traum, die Teilnahme an dieser Relegation, denn so eine Chance gibt es im Fußballer-Leben nicht so oft“, sagt Trainer Hasselbach.

Für das Turnier in Barsinghausen hat der Peiner Coach nun zwei große Wünsche: „Das Schönste wäre, wenn wir es schaffen, alles rauszuhauen, den Bezirk würdig vertreten, an unsere Leistungsgrenze kommen – und, wenn wir komplett anreisen könnten.“ Also auch mit denen, die bis vor kurzem noch im Krankenhaus lagen.

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