11. Mai 2020 / 17:13 Uhr

Alleintanz und Tauschverbot von Wanderstöcken

Alleintanz und Tauschverbot von Wanderstöcken

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der Abstand von 1,5 Metern ist beim Kanufahren leicht einzuhalten.
Der Abstand von 1,5 Metern ist beim Kanufahren leicht einzuhalten. © Archiv
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Badminton mit Abstand zum Netz, tanzen ohne Partner: Die Sport-Spitzenverbände haben „sportartenspezifische Übergangsregeln“ aufgeschrieben, die ihren Sport auch unter Corona-Schutzbedingungen möglich machen sollen. Einige davon muten skurril an.

Badminton mit Abstand zum Netz, tanzen ohne Partner: Die Sport-Spitzenverbände haben „sportartenspezifische Übergangsregeln“ aufgeschrieben, die ihren Sport auch unter Corona-Schutzbedingungen möglich machen sollen. 60 Verbände haben Verhaltensregeln notiert und viele Umsetzungstipps für Vereinsverantwortliche aufgeschrieben. Einige davon muten allerdings skurril an und manche hinterlassen Fragezeichen.

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Der Volleyballverband zum Beispiel empfiehlt, keine Aufschläge und Angriffe in die Mitte zweier Spieler zu schlagen, da so direkter Körperkontakt verursacht wird. Auch auf Netzaktionen soll verzichtet werden. Von Volleyball bleibt dann allerdings kaum noch etwas übrig.

Der Deutsche Tanzsportverband (DTV) stellt fest, dass ein Training in Form von Solotänzen (zum Beispiel Breakdance, Jazz und Modern, Latein, Standard) jederzeit möglich sei. Allerdings seien Tanzpaare oft auch privat als Paar zusammen. „In dieser Situation können wir als Verband derzeit nur schwer erklären, warum das Paar Tisch und Bett teilen, aber nicht zusammen im Trainingssaal stehen darf“, schreibt der DTV. Die Folgerung für den Sportbetrieb: Personen, die in häuslicher Gemeinschaft leben, können als Paar trainieren. Personen, bei denen dies nicht der Fall ist, werden als Solotänzer trainiert.


Gewichtheben geht auch draußen. „Hierbei sind aus Sicherheitsgründen entsprechende materielle Voraussetzungen wie zum Beispiel fester Untergrund zu beachten“, hält der Bundesverband Deutscher Gewichtheber fest. „Auf Händeschütteln, Abklatschen, in den Arm nehmen und Jubeln in der Gruppe wird komplett verzichtet.“

Die Deutsche Triathlon Union stellt fest, dass Ausdauertraining eine unterstützende Wirkung auf die Funktionen des Immunsystems haben kann und so hilft, die Anfälligkeit für Krankheiten zu reduzieren. Zu große Umfänge oder zu intensives Training hingegen setze die Leistungsfähigkeit des Immunsystems herab. Die zurückliegenden Wochen seien aufgrund der Kontaktsperren und der Schließung von Trainingsstätten für viele Athleten eine Phase des „Detrainings“. Dem sei Rechnung zu tragen, indem „die Trainingsinhalte einen klaren Fokus auf das Ausprägen der Grundlagenausdauer haben sollten. Zu intensives Training ist zu vermeiden“.

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Wie der Tischtennisverband will auch der Deutsche Badminton-Verband auf Doppel während des Trainings verzichten. Der Cheerleading-Verband empfiehlt, zunächst mit Abstand zwischen den Sportlern Kraft, Kondition, Bodenturnelemente und Sprünge zu trainieren.

Der Deutsche Kanu-Verband ist fein raus, da man allein im Boot sitzen kann. Der Deutsche Rasenkraftsport- und Tauziehverband weist darauf hin, dass der 1,5-Meter-Abstand zwischen den Teilnehmern auch für das Training am Seil gilt.

Selbst der Deutsche Alpenverein hat sich beteiligt, Er stellt fest, dass die Einhaltung des Zwei-Meter-Sicherheitsabstandes beim Wandern sporttechnisch möglich ist. Wanderstöcke sollten allerdings nicht untereinander ausgetauscht werden.

Von Matthias Press