15. Februar 2021 / 17:29 Uhr

Allertal und Warberg/Lelm: Handball-Kooperation mit Ziel A-Juniorinnen-Oberliga

Allertal und Warberg/Lelm: Handball-Kooperation mit Ziel A-Juniorinnen-Oberliga

Benno Seelhöfer
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Kooperationspartner: Die JSG Allertal (gr. B.) und der HSV Warberg/Lelm (kl. B.) wollen gemeinsam in der Oberliga.
Kooperationspartner: Die JSG Allertal (gr. B.) und der HSV Warberg/Lelm (kl. B.) wollen gemeinsam in der Oberliga. © Privat
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Die JSG Allertal und der HSV Warberg/Lelm werden ab der kommenden Saison im Juniorinnen-Bereich im Handball kooperieren - wollen mit einer gemeinsamen A-Jugend in der Oberliga an den Start gehen. Auch wenn es dann nur noch einen Vereinsnamen geben wird, geht es nur zusammen, betonen die Trainer.

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Sie haben beide ohnehin schon erfolgreiche Juniorinnen-Teams und wollen jetzt in der A-Jugend gemeinsam weiter oben angreifen: Die JSG Allertal und der HSV Warberg/Lelm werden ab der kommenden Saison vor allem im A-Jugendbereich kooperieren und peilen die Handball-Oberliga-Qualifikation an. Wollen sie ihren Mädels hochklassigen Handball in der Region bieten, geht es nur zusammen. Da sind sind sich die beiden Coaches Andree Klebba (JSG) und Maximilian Gutzeit (HSV) einig. Wichtig: Trotz Kooperation wird die A-Jugend künftig ausschließlich als HSV Warberg/Lelm spielen. Das hat mehrere Gründe.

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„Wir sind trotzdem zwei Vereine“

„Allertal wird aus dem Namen des Teams verschwinden, wir gehen als Kooperationspartner komplett rüber“, sagt Klebba und erklärt: „In der Oberliga sind keine Spielgemeinschaften mehr erlaubt, es darf nur ein Verein sein.“ Gutzeit ergänzt: „Natürlich bedeutet das für einen Verein immer Bauchschmerzen, weil der Name komplett verschwindet, deswegen ist es für uns wichtig, dass wir da offen miteinander umgehen und sagen, dass wir trotzdem zwei Vereine sind.“ Und das Vorgehen hat noch einen weiteren Grund: Warberg hat bereits einen Startplatz für die Landesliga sicher. Gutzeit: „So sparen wir uns eine Quali-Runde.“

Mehr heimischer Sport

Der Trainings- und Spielbetrieb soll dann abwechselnd in Königslutter, Fallersleben und Weyhausen steigen. Klebba betont: „Wenn Heimspiele in Weyhausen stattfinden, soll sich keiner wundern, warum Warberg plötzlich dort spielt.“ Extrem weit sind die Fahrten zwischen den Standorten also nicht, und auch die Vernetzung zwischen den Vereinen war schon vorher gut, die Kooperation war schnell geregelt – die Vorstände rasch überzeugt. „Ich bin Torwart-Trainer bei der JSG Allertal gewesen, wir kannten uns auch schon aus Testspielen“, erzählt Gutzeit. „Und haben in Gesprächen gemerkt: In der A-Jugend sieht es bei beiden in der nächsten Saison etwas knapp aus. Wie wär’s, wenn wir versuchen, zusammenzuarbeiten? Aus einem einfachen Satz wurde dann das Projekt.“

Für Klebba und sein Team war klar, dass sowieso die Landesliga angepeilt werden soll. „Für die Oberliga muss man in der Breite im Kader aber besser aufgestellt sein.“ Das ist jetzt der Fall: 18 Spielerinnen stehen – Stand jetzt – für die kommende A-Jugend-Saison zur Verfügung, etwa gleich viele aus dem älteren und dem jüngeren Jahrgang. Weil es aber zu viele Spielerinnen für nur ein Team sind, planen die Coaches sogar noch mit einer weiteren A-Jugend in der Landesliga an den Start zu gehen, die könnte gelegentlich mit talentierten B-Juniorinnen aufgefüllt werden. Beide Teams sollen stets zusammen trainieren, gespielt wird separat. Klebba: „Bei 18 Spielerinnen in einem Team müssen wir ansonsten immer vor einem Spiel zu vieren sagen: ‚Sorry, heute wird’s nichts.’ Das ist in der Jugend sehr fatal, wir wollen die Mädels bestmöglich fördern.“


Vier Trainer für zwei Teams?

Die Kooperation gilt nur im Jugendbereich, könnte in abgespeckter Form auch noch in der C- und B-Jugend genutzt werden, weil die JSG dort – Stand jetzt – mit keiner Mannschaft im Leistungsbereich starten wird. Klebba: „Warberg will es in den Jugenden in der Oberliga versuchen, dann kann die eine oder andere von uns, die leistungsmäßig so weit ist, Warberg unterstützen.“

Gutzeit und Klebba gehen das Projekt aber nicht allein an, bekommen Unterstützung von ihren Trainerkollegen Stefan Meyer (JSG) und Marius Gronde (HSV). Wie sich die vier aufteilen, steht aber noch nicht fest. Sicher hingegen ist: Alle Beteiligten – Spielerinnen und Coaches – haben große Lust auf die kommenden Aufgaben und hoffen, dass ihnen Corona keinen Strich durch die Rechnung macht. Der derzeitige Plan: Trainingsstart an Ostern - dann auch direkt gemeinsam -, Oberliga-Quali Mitte Mai. Gutzeit: „Wir brennen darauf, all das, was wir theoretisch besprochen haben, in die Tat umzusetzen.“