06. Dezember 2019 / 20:44 Uhr

Alles auf eine Karte: Lok Leipzig schlägt Hertha BSC II

Alles auf eine Karte: Lok Leipzig schlägt Hertha BSC II

LVZ
Leipziger Volkszeitung
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Lok Leipzigs Trainer kuschelt nach dem Auswärtssieg bei Hertha BSC II. © Thomas Gorlt
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Die Leipziger können das Spitzenspiel in der Regionalliga Nordost in der zweiten Halbzeit drehen und Gastgeber Hertha II mit 2:1 (0:1) Toren bezwingen.

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Charlottenburg. „Ein bisschen mehr aus der Defensivrolle als sonst“, erklärte Co-Trainer Rainer Lisiewicz vor Anpfiff, so wolle sich der 1. FC Lok im Spitzenspiel der Regionalliga Nordost bei Hertha BSC II präsentieren. Gründe dafür gab es gleich mehrere: Erstens pfeift Lok personell auf dem (mindestens) vorletzten Loch. Neben den Langzeitverletzten Kirsten, Wenzel und Pommer fehlten auch Freistoß-Spezialist Aykut Soyak (Augenverletzung) und Stürmer Romario Hajrulla (Muskelfaserriss). Nicht im Kader zudem Steven Mvibudulu, der wohl in letzter Zeit mehrfach Probleme mit der Pünktlichkeit hatte und dem Lok-Coach Wolfgang Wolf deswegen eine Denkpause gab. Zweitens waren die Hertha-Bubis mit 47 Treffern während der Hinrunde die Tormaschine der Liga, gelten zudem als beste Kontermannschaft der Spielklasse.

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Lok Leipzig (in den gelben Dressen) kann das Spitzenspiel bei Hertha BSC II in der zweiten Halbzeit drehen und schlussendlich 2:1 gewinnen. Zur Galerie
Lok Leipzig (in den gelben Dressen) kann das Spitzenspiel bei Hertha BSC II in der zweiten Halbzeit drehen und schlussendlich 2:1 gewinnen. ©
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Und drittens standen drei äußerst prominente Namen in der Hertha-Aufstellung: Peter Pekarik und Alexander Esswein haben jeweils knapp 200 Bundesligaspiele auf der Uhr und wurden 2009 gemeinsam mit dem VfL Wolfsburg Deutscher Meister – beide spielen in der aktuellen Bundesligasaison allerdings keine große Rolle. Arne Maier wiederum ist aktueller U21-Nationalspieler, gilt als das größte Talent der Berliner und hat laut des Internetportals transfermarkt.de einen Marktwert von satten 24 Millionen Euro (zum Vergleich – das komplette Team des 1. FC Lok ist demnach 2,2 Millionen wert). Für alle drei galt es, Spielpraxis unter Wettkampfbedingungen zu sammeln und sich so für Einsätze bei Jürgen Klinsmann zu empfehlen.

Lok Leipzig setzte alles auf eine Karte

Trotzdem waren es zunächst die Leipziger, die größere Spielanteile und die erste gute Chance durch Steinborn (17.) hatten. Herthas Gefährlichkeit blitzte erstmals in der 24. Minute auf, als Lok-Torwart Schötterl einen Schuss von Ngankam entschärfen konnte. Der Hertha-Angreifer war auch Ausgangspunkt der Berliner Führung, als er sich auf dem linken Flügel zuerst gegen den wegrutschenden Urban und dann noch gegen den dazu eilenden Schulze durchsetzen konnte und in die Mitte passte, wo Samardzic aus zwölf Metern überlegt ins rechte Eck einnetzte (30.).

Die große Möglichkeit auf den Ausgleich hatte Lok, als im schönsten Angriff der ersten Hälfte Paul Schinke einen Pass in die Tiefe auf Steinborn spielte, der aber knapp mit dem Versuch scheiterte, Herthas Keeper Klatte den Ball durch die „Hosenträger“ zu schieben (44.).

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Nach der Pause setzte Lok alles auf eine Karte. Deutlich offensiver, noch giftiger und mit enormer Laufbereitschaft trat die Mannschaft nun auf, erspielte sich einige Möglichkeiten, hatte aber auch Glück, dass Kiprit einen Konter nicht verwerten konnte (57.). Stattdessen gab es für Lok die (doppelte) Belohnung: In der 63. Minute kam nach einem langen Einwurf von Steinborn irgendwie Kapitän Zickert an den Ball. Sein Schuss wurde von einem Hertha-Rücken abgefälscht und kullerte am verdutzten Klatte vorbei ins Tor. In der 77. Minute schließlich schlängelte sich Steinborn in Richtung Strafraum, sein Schuss von der Strafraumgrenze, wiederum abgefälscht, schlug rechts ein.

Carsten Muschalle

Hertha BSC II: Klatte – Pekarik, Baak, Morack (81. Jastrzembski), Bretschneider – Esswein, Friede (65. Storm), Maier, Samardzic – Kiprit, Ngankam
Lok Leipzig: Schötterl – Berger (89. Pannier), Zickert, Urban, Schulze – Wolf – Steinborn (82. Senic), Schinke (90. Misch), Pfeffer, Salewski – Ziane
Tore: 1:0 Samardzic (31.), 1:1 Zickert (64.), 1:2 Steinborn (77.)
Zuschauer: 561
Gelb-Rot: Neuendorf (Hertha-Trainer, 83.)

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