19. April 2022 / 08:19 Uhr

Alles oder nichts: Volleyball-Damen vom Dresdner SC mit dem Rücken zur Wand

Alles oder nichts: Volleyball-Damen vom Dresdner SC mit dem Rücken zur Wand

Astrid Hofmann
Dresdner Neueste Nachrichten
DSC-Dame Maja Storck schmettert gegen Potsdams Anastasia Cekulaev.
DSC-Dame Maja Storck schmettert gegen Potsdams Anastasia Cekulaev. © Matthias Rietschel
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Im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft stehen die Volleyballerinnen vom Dresdner SC vor einer Mammutaufgabe. Nach der deutlichen 0:3-Heimniederlage im ersten Spiel gegen den SC Potsdam braucht der Titelverteidiger am Dienstag einen Sieg, um das vorzeitige Saison-Aus zu verhindern und das Entscheidungsspiel am Freitag in heimischer Arena zu erzwingen.

Dresden. Sieg oder Saisonende – das ist die Ausgangslage für die DSC-Volleyballerinnen vor dem zweiten Halbfinalspiel an diesem Dienstag in der MBS-Arena von Potsdam (18.30 Uhr/live bei Sport1). Nach der bitteren 0:3-Heimspielniederlage (23:25, 22:25, 21:25) am Ostersonnabend in der heimischen Margon-Arena steht der Titelverteidiger in der „Best-of-three-serie“ mit dem Rücken zur Wand, braucht zwei Siege für den erhofften Finaleinzug.

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"Chancen nicht genutzt“

Zunächst einmal müssten die Schützlinge von Alexander Waibl den 1:1-Ausgleich in der Serie schaffen, um noch das Entscheidungsspiel am Freitagabend in der eigenen Arena zu erzwingen. Und das wird eine wahre Herkulesaufgabe, denn der Vorrundendritte Potsdam präsentierte sich im ersten Duell bärenstark. Vor 2800 Zuschauern – Saisonrekord – erwiesen sich die Gäste aus Brandenburg vor allem deutlich durchschlagskräftiger im Angriff (43 Prozent) als der DSC (32 Prozent). Unter den Augen zahlreicher ehemaliger Dresdner Spielerinnen wie Lena Stigrot, Lenka Dürr, Heike Beier, Stefanie Waibl, Mareen von Römer und Stephanie Kestner hatten die Dresdnerinnen Mühe, das Spielgerät auf den Boden zu bekommen, zumal sich das Team von Guillermo Hernandez als wahre „Gummiwand“ erwies.

So musste auch Alexander Waibl später konstatieren: „Wie erwartet, war Potsdam physischer und durchschlagskräftiger im Angriff. Und das wurde noch begünstigt, weil wir schlecht abwehren. Wenn wir im zweiten Spiel so agieren, haben wir keine Chance“, räumte er unumwunden ein. Auch Kapitän Jennifer Janiska musste eingestehen: „Potsdam war supergut eingestellt und kam mit vollem Tank an. Wir hatten dagegen Wackler in der Annahme, konnten dadurch unser Spiel nicht gut aufbauen, waren zu langsam und als wir im zweiten Satz mit 20:16 geführt hatten, haben wir unsere Chancen nicht genutzt.“

Zwar versuchte ihr Team auch im dritten Abschnitt, gegen die drohende Niederlage anzukämpfen, aber Potsdam hatte stets Lösungen parat. Nach 84 Minuten machte Anett Nemeth, die der DSC nie wirklich in den Griff bekam, den Sack zu. „Dass wir den zweiten Satz so weggegeben haben, war unser Genickbruch“, brachte es anschließend auch Linda Bock auf den Punkt.

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Traum vom erneuten Finaleinzug

Zeit zum Wunden lecken aber bleibt den Waibl-Schützlingen nicht. „Wer uns kennt, weiß, dass wir das gut aufarbeiten und uns in Potsdam anders präsentieren. Wir sind eine Mannschaft mit Charakter“, blickte Janiska deshalb auch schnell nach vorn. Alexander Waibl, der nicht verhehlt, dass seine Mannschaft „noch immer im „Covid-Loch“ hängt, sagt klipp und klar: „Wunderdinge können wir in drei Tagen natürlich nicht vollbringen, doch wir werden alles reinwerfen, um noch einmal vor voller Halle daheim aufzulaufen.“ Dafür müsse sich sein Team in allen Elementen steigern, präziser annehmen und abwehren und bessere Angriffslösungen finden. Vor allem aber gehe es darum, die Energie und Kraft aufzubringen, um ein solch hartes Spiel durchzustehen, wie der Coach betont.

Mit einem Sieg im Alles-oder-Nichts-Spiel würde der Traum vom erneuten Finaleinzug weiterleben. Und dann könnten auch jene Spielerinnen die grandiose Heimkulisse noch einmal in vollen Zügen genießen, die den Verein nach der Saison definitiv verlassen werden. Während Jenna Gray das schon selbst öffentlich gemacht hat, ist es bei anderen nur zu vermuten. Auf jeden Fall laufen auch die Verträge von Madeleine Gates, Maja Storck, Teodora Pusic, Kristina Kicka und Jennifer Janiska aus. Außer bei Janiska (die zwar mit dem polnischen Klub Rzeszow in Verbindung gebracht wird, aber dies auch wieder dementiert wurde) scheinen bei allen anderen die Zeichen auf Abschied zu stehen.

Nach SPORTBUZZER-Informationen werden neben Lara Berger aber auch schon Zuspielerin Greta Grabovska (Wiesbaden), Elisa Lohmann und Agnes Pallag (beide Suhl) als Neuzugänge gehandelt.

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