23. März 2020 / 13:31 Uhr

Timo Klischan vom Kreissportbund Teltow-Fläming: "Alles steht auf Warteposition"

Timo Klischan vom Kreissportbund Teltow-Fläming: "Alles steht auf Warteposition"

Sport Lucki
Märkische Allgemeine Zeitung
Timo Klischan, Geschäftsführer des Kreissportbundes (KSB) Teltow-Fläming, und erfolgreicher Golfspieler.
Timo Klischan, Geschäftsführer des Kreissportbundes (KSB) Teltow-Fläming, und erfolgreicher Golfspieler. © Frank Neßler
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Kreis Dahme/Fläming: Timo Klischan, Geschäftsführer des Kreissportbundes (KSB) Teltow-Fläming, über seine Arbeit in Coronazeiten.

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In diesen Tagen ist es einsam um Timo Klischan. Der Geschäftsführer des Kreissportbundes (KSB) Teltow-Fläming sitzt alleine in seinem Luckenwalder Büro. Besuch kann von ihm in der Corona-Pandemie nicht empfangen werden. Dabei war gerade in jüngster Zeit eigentlich viel Kontakt in die Vereine nötig gewesen. Jede Menge Arbeit fiel an. Doch dann kam der Coronavirus und brachte die Pläne durcheinander. Die turnusmäßigen Mitgliederversammlungen des KSB und der Kreissportjugend (KSJ) Teltow-Fläming mussten der Gesundheit wegen abgesagt werden. Bei der KSJ sollte ein neuer Vorstand gewählt werden. Wie geht es nach den Absagen der Veranstaltungen für den KSB weiter? Über seine Arbeit im Zeichen des Coronavirus spricht Timo Klischan im SPORTBUZZER-Interview.

Herr Klischan, ist es bereits absehbar, wann die abgesagten Versammlungen nachgeholt werden?
Timo Klischan: Nein, es gibt noch keine neuen Termine. Wir können die Entwicklung in der Corona-Pandemie nicht abschätzen. Es müssen Einladungsfristen beachtet werden, da müssen wir erstmal schauen. Vielleicht werden die Mitgliederversammlungen Ende des Jahres nachgeholt oder gar erst im Frühjahr 2021.

Die KSB-Geschäftsstelle in Luckenwalde ist momentan für den Besucherverkehr geschlossen. Wie ist sie dennoch erreichbar?

Ich stehe unseren Vereinen telefonisch (0 33 71/63 33 37), übers Internet (www.kreissportbund-teltow-flaeming.de)/), per E-Mail (info@ksb-tf.de) und per Fax (0 33 71 / 7 40 48 28) auf jeden Fall zur Verfügung. Aktuell halte ich jedoch alleine die Fahne hoch. Ein Mitarbeiter für die Kreissportjugend wird gesucht. Die Ausschreibung dafür ist auf unserer Homepage zu finden.

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Welche Sorgen und Probleme haben die Vereine aktuell?

Hauptthema in den Vereinen ist, wie mit den Mitgliedsbeiträgen in Zeiten des Coronavirus umgegangen werden soll. Müssen die Beiträge zurückerstattet werden oder nicht? Ich appelliere diesbezüglich an das solidarische Verhalten der Mitglieder. Wenn sie jetzt anfangen, ihre Beiträge zurückzufordern, wird es, denke ich, für die Vereine sehr schwierig. Die Gelder sind eingeplant.

Wie sieht es in diesem Zusammenhang mit der rechtlichen Seite aus?

Naja, rechtliche Vorgaben gibt es schon. Danach haben die Mitglieder sogar gute Chancen, ihre Beiträge auch zurückzubekommen. Aber in den Vereinen des Kreises, speziell in den größeren, hängen ja auch Jobs daran. Deshalb kann man nur an die Mitglieder der Vereine appellieren, erstmal entspannt und ruhig zu bleiben und die Coronavirus-Krise abzuwarten.

Vorausgesetzt, der Alltag zieht nach der Epidemie wieder schnell ein. Was hat sich der KSB dann auf die Fahnen geschrieben?

Unsere Veranstaltungen haben wir zunächst alle absagen müssen. Neben den Mitgliederversammlungen standen die Talentiade der Drittklässler in Luckenwalde und die Kinder- und Jugendsportspiele im Land auf dem Programm. Abgesagt wurden zudem Trainerlehrgänge, die bereits gut gebucht waren. Wann diese nun stattfinden werden, ist offen. Die Teilnehmer werden rechtzeitig informiert. Alles steht auf Warteposition.

In Bildern: Die Brandenburger "Helden der Woche" der Saison 2019/20.

Die Brandenburger Helden der Woche der Saison 2019/20. Zur Galerie
Die Brandenburger "Helden der Woche" der Saison 2019/20. ©
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Sie sind selbst ein erfolgreicher Golfspieler. Als Leistungsträger ihres Teams treten sie mit der Mannschaft des Berliner Golf & Country Club Motzener See in der Oberliga an. Wie wirkt sich der Coronavirus auf den Golfsport aus?

Es wird heiß diskutiert, denn es gibt zwei Seiten. Die eine sagt, beim Golf kann man sich ja nicht anstecken. Ja, aber Golfplätze sind Sportstätten, argumentiert die andere. Von daher sind sie zu schließen, wie alles andere auch. Und letzteres ist geschehen. Das ist natürlich schade, weil die Saison jetzt eigentlich beginnen sollte. Es trifft nun mal alle Sportarten und damit auch den Golfsport. Aber es gibt ja genug Lehrvideos im Internet.

Apropos Internet, wie sind generell die Vereine dort aufgestellt?

Das ist abhängig von der Vereinsgröße. Speziell die größeren Vereine sind vernünftig aufgestellt. Andere sucht man dagegen vergeblich im Internet, da ist vermutlich auch die Wohnstube die Geschäftsstelle.

Inwiefern wird Ihrer Meinung nach die jetzige Situation in den Vereinen ein Umdenken bewirken, um sich verstärkt digital aufzustellen?

Ich denke, das ist eine Frage des Alters. Für Menschen, die sich bisher noch nicht mit dem Thema befasst haben, ist es unwahrscheinlich, dass sie ausgerechnet jetzt damit beginnen. Sie können sich nicht vorstellen, wie die Technik funktioniert. Die Hoffnung ist aber da, dass die Vereine jetzt verstärkt damit beginnen, über Internetplattformen nachzudenken. Gerade in Zeiten, in denen der persönliche Kontakt eingeschränkt ist. Angebote gibt es genug für Onlineplattformen, wenn es nicht gerade amerikanische Anbieter sind. Es gibt auch sehr gute deutsche. Generell ist es immer gut, wenn Unterlagen online zur Verfügung stehen. Es gibt nichts Schlimmeres, als jemanden, der Unterlagen bei sich Zuhause hortet und dann, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr zu erreichen ist. Vereine können in solchen Fällen vor der Pleite stehen.

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