07. April 2021 / 11:51 Uhr

Almas: Auf Gran Canaria soll der Grundstein für Olympia gelegt werden

Almas: Auf Gran Canaria soll der Grundstein für Olympia gelegt werden

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Der Traum von Olympia: Für Deniz Almas geht es sogar um zwei Tickets, der Kampf aber ist wegen Corona kompliziert, erfordert jede Menge Logistik.
Das Olympia-Ticket fest im Blick: Deniz Almas, Top-Sprinter des VfL Wolfsburg. © Imago/Dpa
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Bei der Staffel-WM der Sprinter am 1. Mai in Polen ins Finale und damit das Ticket für Olympia lösen - das ist der Plan der schnellsten Deutschen um den amtierenden nationalen Meister Deniz Almas vom VfL Wolfsburg. So arbeiten Almas und Co. auf Gran Canaria.

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Gran Canaria - das klingt wie Urlaub. Aber eher das Gegenteil ist es für Deutschlands Sprinter-Elite, darunter Deniz Almas, der amtierende deutsche Freiluft-Meister über 100 Meter vom VfL Wolfsburg. Die neun Sprinter schuften, schwitzen und wollen den Grundstein legen für die Weltmeisterschaft der Staffeln - und damit zugleich für die Olympischen Spiele. Die sind das Ziel der deutschen Staffel und auch das Ziel des Shooting-Stars der Vorsaison, der sich vorgenommen hat, nicht nur Teil des Teams, sondern bei den Spielen in Tokio auch als fester Läufer mit auf der Bahn zu sein.

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Dafür muss er sich jetzt seinen Platz in der WM-Staffel sichern. Und dafür begann am Mittwoch auf Gran Canaria die heiße Phase, "der essenzielle Teil. Nach zwei Wochen, in denen wir oft und schnell gelaufen sind", so Almas, "kommt es jetzt zu kürzeren Einheiten, in denen wir richtig schnell laufen".

Stab-Übergabe muss perfekt sein

Jetzt wird Vollgas gegeben, jetzt sollen sich die Wechsel einspielen, die Spezialisten für die Gerade laufen in die Kurve ein, in anderen Einheiten preschen die Kurven-Läufer Richtung Gerade, wo sie übergeben. Alles unter genauer Beobachtung der Trainer, vor Kameras und unter der Aufsicht eines Biomechanikers. Schnell laufen können allein genügt in Staffeln nicht mehr. Der Wechsel muss perfekt sein, Stab-Übergabe ohne bremsen zu müssen ist das Ziel. Daran wird gefeilt.

Und wenn es auch nicht wie Urlaub ist, so ist es dennoch schön, denn so Almas, "wir haben gleichbleibend gute Bedingungen". Bislang trainierten die Aktiven in kleineren Gruppen, um Corona-Risiken zu minimieren. "Im Wesentlichen leben wir in einer Blase, aber ab und an trifft man andere Menschen im Hotel oder auf der Anlage." Alle vier Tage werden Corona-Tests abgenommen, ab jetzt "wo man ja beim richtigen Staffel-Training nicht mehr auf Distanz bleiben kann, vor jeder Trainingseinheit".

Spürbar ist: Almas ist gut drauf, sein Tief in der Hallen-Saison, in der er bei der DM nach für seine Verhältnisse suboptimalem Halbfinale aufs Finale verzichtet hatte, ist abgehakt. "Ich fühle mich gut", sagt er.

Harter Konkurrenzkampf

Am 1. Mai geht es in Chorzow in Polen um die Staffel-WM. Die Teams, die das Finale beenden, haben das Olympia-Ticket. "Da bin ich zuversichtlich", sagt der VfLer, der in Leipzig trainiert. Ob er laufen darf oder Ersatz ist - das wird sich auf Gran Canaria entwickeln. In Deutschland war bislang nur Julian Reus mal schneller als der Wolfsburger, der im Vorjahr 10,08 Sekunden als Bestzeit rannte. Erreicht er die Vorjahres-Form, sieht es gut aus für Almas, auch wenn Kevin Kranz, der jüngst EM-Silber holte, sein Tief überwunden hat, mit Joshua Hartmann ein weiterer junger Sprinter immer stärker wird und mit einem Routinier wie Michael Pohl weiter zu rechnen ist.

"Konkurrenz belebt das Geschäft", sagt Almas, wohl wissend, dass viele schnelle Leute auch eine schnelle Staffel ergeben. Einen Test-Wettkampf soll es auf Gran Canaria auch geben, ehe der deutsche Tross heimkehrt und kurz vor der WM noch eine Woche im Leistungszentrum Kienbaum an den letzten Feinheiten arbeitet. Auf der Insel hofft Almas, dass es auch eine Chance auf einen Einzelstart zur Form-Überprüfung gibt. Denn: Er könnte sich noch ein Einzelticket für Olympia sichern. Wenn er in diesem Sommer die 10,05 Sekunden über 100 Meter knackt. Auch über die Weltranglisten-Platzierung geht noch was. Nur: Viele Einzel-Wettkämpfe wird es nicht geben. Das Olympia-Ticket ist am einfachsten über die Staffel zu lösen. Die steht jetzt im Fokus.