10. März 2019 / 16:56 Uhr

Almuth Schult vom VfL Wolfsburg: "Ging mir noch nie so schlecht in meinem Leben"

Almuth Schult vom VfL Wolfsburg: "Ging mir noch nie so schlecht in meinem Leben"

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Almuth Schult gab ihr Comeback in der 2. Liga
Almuth Schult gab ihr Comeback in der 2. Liga
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Eine Masern-Infektion hatte sie wochenlang außer Gefecht gesetzt, jetzt ist Almuth Schult wieder da, feierte ihr Comeback in der zweiten Mannschaft des VfL Wolfsburg. Nach dem 3:0-Sieg im Spitzenspiel der 2. Liga bei Hoffenheim II sprach die deutsche Nationaltorhüterin über ihren Weg zurück auf den Platz.

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90 Minuten Spielpraxis und ein klarer Sieg - nach dem 3:0 des VfL Wolfsburg II bei 1899 Hoffenheim II war es für Almuth Schult "schön, mal wieder gespielt zu haben. Ich habe keine körperlichen Beschwerden. Natürlich fehlen noch ein paar Prozent Schnelligkeit, aber ich fühle mich schon sehr wohl auf dem Platz. Ich bin froh, soweit wieder da zu sein", so die 28-Jährige. Das Spiel selbst war etwas weniger herausfordernd als gedacht. "Das haben wir souverän gewonnen", so Schult, die aber auch zugab: "Ich hätte eigentlich gedacht, dass von Hoffenheim noch ein bisschen mehr kommt. Es waren aber auch erschwerte Bedingungen und es war sehr windig. Unter anderen Bedingungen hätte das Spiel wahrscheinlich ein bisschen hochklassiger sein können."

Ihre Masern-Erkrankung hatte im Portugal-Trainingslager mit Fieber begonnen. "Ab dem vierten Tag kam auch der Ausschlag dazu. Da wussten wir, dass es ernst war", schildert Schult den Verlauf. "Mir ging es dann auch immer schlechter. Ich konnte nicht mehr essen und es kamen unter anderem auch eine Zahnfleisch- und Bindehautentzündung dazu. Am sechsten Tag sind wir dann ins Krankenhaus gefahren." Ihr "ging es noch nie so schlecht in meinem Leben". Die Diagnose war schwierig: "Es waren sehr schwere Symptome, es war sehr untypisch für Masern. Wir hatten Bilder und den Befund nach Deutschland geschickt. Der Virentest hat es dann bewiesen."

Wolfsburgs Nummer 1 hatte zuvor in ihrer Karriere nicht viele Spiele verpasst, war selten verletzt oder krank. Entsprechend neu war die Situation für sie. "Mein Körper war wirklich ganz unten," so Schult. "Ich war sogar zu schwach, um zu lesen oder Fernsehen zu gucken. Ich habe wirklich nur da gelegen und gehofft, dass es irgendwann vorbei ist." Dass die Rückkehr ins Training Zeit braucht, war dann schnell klar. "Zwischendurch ist mir sogar jede Art der Kommunikation schwergefallen. Das wurde dann irgendwann besser. Später waren auch wieder Aufstehen und Spazierengehen drin. Danach war ich aber auch kaputt." Als sie sich fit genug fühlte, wieder Fahrrad zu fahren, gab es nach einem Belastungs-EKG Entwarnung. Schult: "Da war dann klar, dass ich langsam wieder die Belastung steigern kann."

Das sind die möglichen WM-Teilnehmerinnen des VfL Wolfsburg:

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Mittlerweile fühlt sich die gebürtige Dannenbergerin wieder so gut, dass sie für einen Einsatz beim DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Turbine Potsdam am kommenden Mittwoch (18 Uhr, AOK-Stadion) grünes Licht gibt. "Ich hoffe, dass ich den Trainer im Training davon überzeugen kann, wieder im Tor stehen zu dürfen. Letztlich ist das aber seine Entscheidung. Ich möchte der Mannschaft natürlich so schnell wie möglich helfen." Für den VfL geht es in dieser Saison wieder einmal um drei Titel, mit dem Nationalteam steht die WM an. Dass sie ausgerechnet den "Classico des Frauenfußballs", das 2:4 bei den Bayern verpasst hat, schmerzt: "Aber so ist es nun mal. Durch die Niederlage ist der Meisterkampf wieder spannend. Für die Zuschauer kann das nur gut sein, aber wir müssen unsere Hausaufgaben machen und jedes Spiel gewinnen."

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