28. April 2022 / 21:22 Uhr

Als Rentner eine neue Aufgabe beim FSV 63 Luckenwalde bekommen

Als Rentner eine neue Aufgabe beim FSV 63 Luckenwalde bekommen

Sport Lucki
Märkische Allgemeine Zeitung
Mannschaftsbetreuer Detlef Klämbt ist bei Punktspielen der Luckenwalder Regionalligafußballer der Erste und oft auch der Letzte in der Kabine. 
Mannschaftsbetreuer Detlef Klämbt ist bei Punktspielen der Luckenwalder Regionalligafußballer der Erste und oft auch der Letzte in der Kabine. © Frank Neßler
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Detlef Klämbt ist seit sieben Jahren Mannschaftsbetreuer und treue Seele der Luckenwalder Regionalligafußballer. Am 27. April feierte er seinen 70. Geburtstag.

Seinen 70. Geburtstag feierte am 27. April Mittwoch Detlef Klämbt. Seit er vor sieben Jahren Rentner geworden ist, ist er die treue Seele der Luckenwalder Regionalligafußballer. Die eine oder andere Überraschung wurde für den Jubilar an seinem Ehrentag wohl vorbereitet. Was genau ihn erwartete, das wusste er natürlich nicht. „Ich lass mich von meinen Töchtern überraschen“, erklärte Klämbt kurz vor seinem runden Geburtstag.

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Trotz der siebten Null auf seiner Lebensuhr wird der Jubilar den Luckenwalder Regionalligafußballern weiter als Mannschaftsbetreuer zur Verfügung stehen. „Mir macht es einfach Spaß, mit den Jungs zu arbeiten“, sagt er, „ich habe eine Beschäftigung und sitze nicht zu Hause auf der Couch herum.“

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Der gebürtige Luckenwalder, der vor seiner Zeit als Betreuer eines Fußballteams bis auf ein bisschen Radfahren nur wenig mit Sport zu tun hatte, arbeitete bis zur Wende im VEB Kontaktbauelemente seiner Heimatstadt als Elektromechaniker. Nach dem wirtschaftlichen Aus des Betriebes Anfang der 1990er Jahre musste er sich wie viele seiner Generation beruflich neu orientieren. Klämbt jobbte als Fenster- und Metallbauer sowie als Wachschützer. In den letzten 15 Jahren seines beruflichen Laufbahn war er als Hoch- und Tiefbauer tätig. „Im Prinzip schwere körperliche Arbeit“, sagt Klämbt.

Mit 63 Jahren entschied er sich, in Rente zu gehen. Ganz aufs Altenteil legen wollte er sich jedoch nicht. „Nur zu Hause rumzusitzen, kam für mich nicht infrage“, erinnert sich Klämbt, „deshalb bin ich vor sieben Jahren zu FSV-Präsident Dirk Heinze gegangen und habe ihn gefragt, ob er nicht irgendwie einen Job für mich hat.“

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Klämbt war zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Der Luckenwalder Fußballclub suchte damals gerade einen neuen Betreuer für seine erste Mannschaft. Unter Anleitung von Hans Skerstupp, der seit etlichen Jahren in dieser Funktion beim FSV 63 tätig war, wurde der Neue langsam an seine Aufgaben herangeführt. Als sein Vorgänger erklärte, sich zurückziehen zu wollen, übernahm Klämbt den Job vollständig.

Sportliche Höhen und Tiefen hat er in den zurückliegenden Jahren ganz nah dran an den Luckenwalder Fußballern miterlebt. Als Highlights seiner Betreuer-Karriere bezeichnet Klämbt die großen Spiele des FSV 63 gegen namhafte Vereine der Regionalliga mit teilweise internationaler Vergangenheit wie Carl Zeiss Jena, Lok und Chemie Leipzig oder den BFC Dynamo. In guter Erinnerung sind ihm aber auch internationale Turniere im Seelenbinder-Stadion wie im Vorjahr der GG8-Youngster-Cup des 1. FC Union Berlin mit Jugendteams von Paris Saint-Germain, dem FC Valencia, PSV Eindhoven und Bröndby Kopenhagen geblieben. „Wenn man dagegen in einer Saison nur neun Punkte holt, ist das nicht so schön“, erinnert sich Klämbt an eine der dunkelsten Stunden der jüngeren Vereinsgeschichte. Nach der Saison 2017/18 waren die Luckenwalder mit eben nur neun Punkten aus der Regionalliga abgestiegen.

In dieser Spielzeit sieht es für den FSV 63 wesentlich besser aus. Mit dem Abstieg haben die Luckenwalder nichts zu tun. „Hoffen wir mal, dass dies in der nächsten Saison so weiter geht“, sagt Klämbt, der zum aktuellen Cheftrainer Michael Braune einen guten Draht hat. „Ich frage, was er braucht, und bekomme eine vernünftige Antwort. Die Zusammenarbeit ist wirklich gut“, so der Mannschaftsleiter, der als leidenschaftlicher Hobbykoch und Hobbybäcker den FSV-Fußballern und ihrem Coach auch schon mal eine selbst gebackene Erdbeertorte nach dem Training spendiert.

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