08. Dezember 2021 / 14:14 Uhr

Als zweiter Spieler überhaupt! Grizzlys-Kapitän Furchner vor seinem 1100. DEL-Spiel

Als zweiter Spieler überhaupt! Grizzlys-Kapitän Furchner vor seinem 1100. DEL-Spiel

Benno Seelhöfer
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
1100 Liga-Spiele! Grizzlys-Kapitän und DEL-Urgestein Sebastian Furchner wird am Sonntag die nächste Schallmauer brechen.
1100 Liga-Spiele! Grizzlys-Kapitän und DEL-Urgestein Sebastian Furchner wird am Sonntag die nächste Schallmauer brechen. © City-Press GmbH/Grizzlys Wolfsburg
Anzeige

Wenn alles normal läuft, wird Grizzlys-Kapitän und DEL-Urgestein Sebastian Furchner am Sonntag gegen Bremerhaven die nächste Schallmauer durchbrechen und dann sein 1100. DEL-Spiel absolvieren. Das hat vor ihm nur ein Eishockey-Profi geschafft.

1000 DEL-Spiele hat Grizzlys-Kapitän Sebastian Furchner schon längst auf dem Buckel, wenn alles normal läuft, knackt er am Sonntag (14 Uhr) gegen Bremerhaven die nächste Schallmauer: Dann werden es 1100 sein. "Ich bin da natürlich sehr stolz drauf, weil ich erst der zweite Spieler bin, der diese Marke in der Liga erreicht", sagt das deutsche Eishockey-Urgestein vor dem Duell bei den Straubing Tigers am Freitag (19.30 Uhr), das sein 1099. Liga-Spiel sein wird. Vor ihm ist in der ewigen Liste nach wie vor nur einer: Mirko Lüdemann mit 1197 DEL-Partien.

Anzeige

"Patrick Reimer, der vor Kurzem sein 1000. Spiel gemacht hat, hat es gut gesagt: Da schaut man gern drauf zurück, wenn man seine Karriere beendet hat", sagt Furchner. "Aber es bedeutet eben auch, dass man von großen Verletzungen verschont geblieben ist - und das ist für mich der beste Nebeneffekt bei dieser Anzahl von Liga-Spielen." Aller Voraussicht nach wird der 39-Jährige, der seine 20. DEL-Saison spielt, am Sonntag also nur noch 97 Spiele hinter dem Ex-Verteidiger der Haie liegen.

Mehr zu den Grizzlys Wolfsburg

1197 - die nächste Schallmauer, die Furchner knacken will? "Der Lüde hat gespielt, bis er 42 war. Und als Verteidiger läuft man nicht so viel. Da hat er schon einen gehörigen Vorteil gehabt", sagt der Grizzly und lacht. Dass er die Zahl knacken wird, glaubt Furchner indes nicht. Auch wenn er noch immer betont: "Eishockey sehe ich nicht als Job, sondern als meine Leidenschaft. Es ist einfach schön, zu den Spielen zu fahren und diesen Kitzel, diese positive Anspannung zu spüren, die immer noch da sind. Und natürlich macht es auch Riesenspaß, mit den Jungs in der Kabine Quatsch zu machen."

Anzeige

Um Lüdemann einzuholen, müsste Furchner vielleicht noch mehr Spiele in der Abwehr absolvieren. Sechs waren es bereits in dieser Spielzeit - aushilfsweise, als die Wolfsburger wegen ihres zwischenzeitlichen Riesen-Lazaretts mit Mini-Kader bei den Spielen waren. "Ich bin ein Vollblut-Stürmer, da brauchen wir nicht zu diskutieren. Aber es hat großen Spaß gemacht." So konnte der Routinier auch im hohen Eishockey-Alter noch mehr Flexibilität in sein Spiel bringen. Was ihm am meisten in Erinnerung geblieben ist? "Als Verteidiger kann man sich viel mehr rausnehmen als als Stürmer. Es ist beeindruckend, wie man für Stock-Schläge und Stock-Checks eben nicht bestraft wird", sagt der Grizzlys-Kapitän - und ergänzt mit einem Lachen: "Aber eigentlich wusste ich das schon vorher, weil ich als Stürmer immer einstecken muss."

Entscheidung über Zukunft im Dezember

Mit der Saison ist Furchner sehr zufrieden, "wir sind nach den reinen Punkten mit Mannheim zusammen das beste Team der Liga - haben aber trotzdem noch Luft nach oben". Und: "Die Art und Weise, wie wir spielen, das ist Grizzlys-Hockey, wie die Fans uns lieben gelernt haben. Es ist alles auf dem richtigen Weg bei uns." Entscheidend für dieses Hoch war seiner Meinung auch die Phase, in der es notgedrungen teilweise mit fünf Verteidigern und neun Stürmern in die Spiele ging: "Das hat uns richtig Energie gegeben, weil wir trotzdem die Punkte eingefahren haben. Als dann nach und nach alle Spieler zurückgekommen sind und wir die Eiszeit mehr verteilen konnten, sind wir noch unberechenbarer geworden."

Allzu überschwänglich will der Stürmer sein Jubiläum am Sonntag aber nicht angehen, das 1000. DEL-Spiel am 27. September 2019 war da natürlich noch mal etwas anderes. "Meine Frau und meine Kinder werden da sein, meine Eltern schauen am Fernseher zu - und ich werde wahrscheinlich ein Kabinenfest ausgeben müssen. Das mache ich aber gern", sagt Furchner mit einem Schmunzeln. "Wirklich brutal wird es dann wahrscheinlich erst wieder, wenn es für mich in Richtung letztes Spiel gehen wird..."

Da bleibt natürlich noch die Frage: Wie geht es weiter nach der Saison? Einen Austausch zwischen Trainer Mike Stewart, Manager Charly Fliegauf und dem Kapitän gab es schon. "Wir haben geschaut, wie die Meinungen sind", sagt Furchner und kündigt an: "Eine Entscheidung wird es noch in diesem Monat geben." Stewart jedenfalls hält große Stücke auf den Stürmer, der auch viel Eiszeit in Unterzahl sammelt, Schüsse blockt, immer hart fürs Team arbeitet. "Er spielt eine große Rolle bei uns, ich bin hochzufrieden mit ihm", lobt der Trainer den Leader. "1100 Spiele sprechen für seine Disziplin. Er ist topfit, ein absoluter Vorzeige-Profi auf und neben dem Eis und immer noch ein sehr effizienter DEL-Spieler."

Geisterspiele in der halben DEL

750 Fans dürften die DEL-Klubs aus Baden-Württemberg in ihre Eis-Hallen lassen, am Mittwoch gaben die Bietigheim Steelers, die Adler Mannheim und die Schwenninger Wild Wings aber gemeinsamen bekannt, dass sie darauf verzichten werden. Aus wirtschaftlichen Gründen sein „die ohne Berücksichtigung der Hallengröße starre Obergrenze, die aus dem jüngsten Länderbeschluss hervorgeht, ist in der praktischen Anwendung nicht darstellbar“.

Die Grizzlys hatten am Sonntag schon vor leeren Rängen mit 7:3 in Mannheim gewonnen. Dazu erwartet die Wolfsburger am Freitag (19.30 Uhr) in Straubing das nächste Geisterspiel: Denn auch bei den fünf Liga-Teams in Bayern muss vor leeren Rängen gespielt werden. Das betrifft in den beiden südlichen Bundesländern nun acht Teams – und damit schon mehr als die halbe DEL. Liga-Geschäftsführer Gernot Tripcke sagte dem SID: „Natürlich haben wir eine schlimme Situation in Deutschland, bei der wir alle unseren Beitrag leisten müssen. Aber ganz klar ist, dass diese Profi-Sport-Veranstaltungen nur einen minimalen Teil, oder gar keinen Teil zur Pandemie beitragen“