25. August 2018 / 13:12 Uhr

Alte Hoffnungsträger und neue Trainer : RB Leipzig und Borussia Dortmund vor dem Bundesligastart

Alte Hoffnungsträger und neue Trainer : RB Leipzig und Borussia Dortmund vor dem Bundesligastart

Anne Grimm
Leipziger Volkszeitung
Treffen am Sonntag erneut aufeinander: Borussia Dortmunds Marcel Schmelzer und RB Leipzigs Marcel Sabitzer.
Treffen am Sonntag erneut aufeinander: Borussia Dortmunds Marcel Schmelzer und RB Leipzigs Marcel Sabitzer. © 2018 Getty Images
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Spitzenspiel am ersten Spieltag: Borussia Dortmund empfängt RB Leipzig. Unsere Redakteurin Anne Grimm hat sich vor dem Start in die neue Bundesligasaison beide Teams genauer angesehen. 

Leipzig/Dortmund. RB Leipzig und Borussia Dortmund sind auch in der neuen Saison zwei heiße Kandidaten auf die Champions-League-Plätze. In beiden Vereinen hat sich im Sommer einiges verändert. Rekordmeister Bayern München will offiziell allerdings keiner im Kampf um den Meistertitel herausfordern. Vor dem Bundesligastart am Sonntag, Anpfiff 18 Uhr, haben wir einen Blick auf die Investitionen der zwei Spitzenclubs, deren Kader, die neuen Trainer sowie die Vorbereitung geworfen.

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Transfers

Wie Manager Michael Zorc im „Kicker“ verriet, hat Dortmund stattliche 100 Millionen Euro investiert. Das neue Herzstück ist das Mittelfeld: Mit dem belgischen WM-Teilnehmer Axel Witsel (Tianjin Quanjian) und Thomas Delaney (Bremen) sind kampfstarke Spieler hinzugekommen, die offensiv wie defensiv Akzente setzen. In der Innenverteidigung soll Abdou Diallo (Mainz) gemeinsam mit Manuel Akanji ein stabiles Innenverteidiger-Duo bilden. Leihgabe Achraf Hakimi (Real Madrid) ist neu auf der Außenverteidigerposition. Für die Offensive kam Marius Wolf (Frankfurt).

RB Leipzig investierte im Vergleich zum BVB noch nicht einmal die Hälfte in Neuzugänge. Für Nordi Mukiele (16 Mio., HSC Montpellier), Marcelo Saracchi (11 Mio., River Plate) und Matheus Cunha (15 Mio., FC Sion) flossen insgesamt etwa 42 Millionen Euro. Bis zum Transferschluss am 31. August soll unbedingt das Mittelfeld verstärkt werden. Etwa 20 Millionen Euro hat Coach und Sportdirektor Rangnick noch zur Verfügung.

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RB Leipzig - Borussia Dortmund (1:1) Zur Galerie
RB Leipzig - Borussia Dortmund (1:1) © Getty Images

Kader

„Es gibt in der Bundesliga, außer bei Bayern München, keinen Kader der so besetzt ist, wie der von Borussia Dortmund“, sagt Rangnick. Doch im Sturm ist es dem BVB nicht gelungen, Nachfolger für Michy Batshuayi und Andrej Jarmolenko sowie den bereits im Winter gewechselten Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang zu verpflichten. Maximilian Philipp und Marco Reus sollen die Rolle der Mittelstürmer einnehmen. Sie könnten noch Unterstützung bekommen: Laut spanischen Medien sind die Schwarz-Gelben an Barcelonas Paco Alcácer dran.

Leipzig besitzt den zweitkleinsten Kader der Liga, sechs Feldspieler weniger als die Borussia, insgesamt 18. Im Sommer hat RB das Ausnahmetalent Naby Keita an den FC Liverpool verloren, sonst alle Leistungsträger gehalten. Im Mittelfeld fehlen den Rasenballern eine Woche vor Transferschluss noch Alternativen. „Wir sind uns alle einig, dass wir zwei weitere Spieler brauchen, vor allem wenn wir uns für die Gruppenphase der Euro League qualifizieren. Ansonsten wird es schwierig, in drei Wettbewerben so erfolgreich wie möglich zu sein“, gesteht Rangnick.

Trainer

Sowohl Lucien Favre (Gladbach, Hertha) als auch Ralf Rangnick (Schalke, Hoffenheim) sind alte Hasen im Bundesligageschäft und beide mit ihren 60 Jahren auch reif an Lebenserfahrung. Zorc sagt über seinen neuen Coach: „Wenn man Favre verpflichtet, weiß man, was man bekommt. Jemand der extrem detailversessen im fußballerischen und taktischen Bereich arbeitet.“ Dasselbe könnte Geschäftsführer Oliver Mintzlaff über RB-Coach Rangnick sagen. Eine weitere Gemeinsamkeit: Die Führungsspieler sind von ihren neuen Trainer überzeugt. BVB-Kapitän Marco Reus, der Favre noch aus Gladbach kennt, sagt: „Fachlich und menschlich ist er der beste Trainer, den ich je hatte". Ähnliche Sätze waren in Leipzig von Emil Forsberg und Marcel Sabitzer über Rangnick zu hören.

Größter Unterschied der Beiden: Während Favre beim BVB langfristig einen Neuaufbau einleiten soll, ist Rangnick der Wegbereiter für seinen Nachfolger Julian Nagelsmann. Dafür kennt der Leipziger Coach sein Team schon aus dem EffEff, während Favre und der BVB sich erst noch richtig aneinander gewöhnen müssen.

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Hoffnungsträger

Der frisch gebackene Papa Emil Forsberg soll unter Rangnick wieder zu alter Stärke finden. In seiner ersten Bundesligasaison war der Schwede an 30 Toren beteiligt, im zweiten Jahr gerade einmal an neun Treffern, obwohl die Leipziger fast 20 Partien mehr absolvierten. Rangnick hält große Stücke auf den schwedischen Nationalspieler. Generell soll aber das Team der Star sein: „Ich möchte, dass jeder Spieler der bei uns ist, auch gebraucht wird“, so der Coach.

Dortmund hofft auf Reus - sowohl in der ersten Partie als auch in der kompletten Saison. Der deutsche Nationalspieler verlor keins seiner zwei Spiele gegen RB und ist der einzige aktuelle BVB-Akteur, der gegen die Sachsen schon ein Bundesliga-Tor erzielte. Zudem trägt er ab sofort die Kapitänsbinde. Wie wichtig er für den Verein ist, zeigte er mit einem Last-Minute-Treffer in Fürth, als der den BVB in die 2. DFB-Pokalrunde schoss.

Sommereindrücke

Beide Teams mühten sich im DFB-Pokal in die nächste Runde. Dortmund musste beim 2:1-Sieg gegen Zweitligist Greuther Fürth in die Verlängerung. Leipzig reichte eine gute zweite Halbzeit beim Regionalligist Viktoria Köln (3:1). Die spannende Frage: Hilft dem Rangnick-Team die Spielpraxis durch die Europa-League-Qualifikation, oder hindert vor allem das Auswärtsspiel am Donnerstag mit später Dopingkontrolle in der Ukraine einen ausgeruhten Auftritt der Gäste? RB hat als einziges Bundesliga-Team bereits sechs Pflichtspiele absolviert, ist unter Rangnick noch ungeschlagen.

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Schiedsrichter Benoit Bastien (FRA) zeigt Bogdan Lednev nach einer Tätlichkeit (Luhansk) die Rote Karte.  Zur Galerie
Schiedsrichter Benoit Bastien (FRA) zeigt Bogdan Lednev nach einer Tätlichkeit (Luhansk) die Rote Karte.  ©

In der Vorbereitung gab es für Borussia Dortmund größtenteils Siege, unter anderem gegen Top-Teams wie den Liverpool, Manchester City und Lazio Rom. Während RB im beschaulichen österreichischen Seefeld sein Camp absolvierte, tourte der BVB durch die USA. Die Spieler müssen den Favre-Fußball noch verinnerlichen. Der Schweizer Coach definiert sich über eigenen Ballbesitz, sagte vor dem Start: „Ich brauche Zeit, die Spieler kennenzulernen, nicht nur menschlich, sondern auch auf dem Platz“.

Mögliche Aufstellungen

RBL: Gulacsi – Laimer, Konate, Orban, Saracchi – Kampl, Demme – Sabitzer, Forsberg, – Werner, Poulsen

BVB: Bürki - Piszczek, Akanji, Diallo, Schmelzer - Delaney, Witsel - Pulisic, Reus, Wolf - Philipp

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