21. Januar 2018 / 13:53 Uhr

Alte Standard-Sorgen plagen RB Leipzig auch im neuen Jahr

Alte Standard-Sorgen plagen RB Leipzig auch im neuen Jahr

Anne Grimm
Leipziger Volkszeitung
Freiburgs Robin Koch trifft zum 2:1 und deckt damit erneut die Schwächen der RB-Defensive bei Standardsituationen auf. 
Freiburgs Robin Koch trifft zum 2:1 und deckt damit erneut die Schwächen der RB-Defensive bei Standardsituationen auf.  © Imago
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Zwei Spiele in der Rückrunde, drei Gegentore, alle fielen nach Standards. Das leidige Thema begleitet RB Leipzig also auch im Jahr 2018 weiter.

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Leipzig. Die Marketingabteilung von RB Leipzig hatte sich vor Weihnachten einen Spaß erlaubt: Auf dem Zettel an den Weihnachtsmann, der auf vielen Plakaten in der Stadt zu sehen war, wurde unter anderem folgender Wunsch notiert: Standards abschaffen. Dass die Deutsche Fußball Liga ruhende Bälle in der Rückrunde nicht streichen würde, war den Verantwortlichen des Bundesligisten natürlich klar.

Dass Gegentreffer nach Standards im neuen Jahr erneut das große Thema werden, wollte Coach Ralph Hasenhüttl mit einer speziellen Vorbereitung in der kurzen Winterpause allerdings vermeiden. Geholfen haben die Analysen und das Training bisher kaum. Blieb der Gegentreffer per Kopf nach einem Freistoß vor einer Woche beim 3:1-Sieg gegen Schalke noch ohne Folgen, verspielte RB Leipzig am Samstag in Freiburg seine Führung, weil die Abwehr zwei Tore nach Ecken innerhalb von vier Minuten kassierte.

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SC Freiburg - RB Leipzig 2:1 (0:0) Zur Galerie
SC Freiburg - RB Leipzig 2:1 (0:0) ©
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Nach dem Abpfiff und der 1:2-Niederlage standen Hasenhüttl und sein Team im Breisgau bedröppelt im Regen. „Es ist etwas passiert, was bei uns mittlerweile schon ein bisschen eine Selbstprophezeiung ist. Der Gegner versucht uns über Standards zu schlagen und wir haben es leider wieder nicht geschafft, es gut zu verteidigen. Deshalb sind wir sehr enttäuscht“, sagte der RB-Coach.

Drei Punkte spielen bei der Defensivschwäche eine Rolle, meinen Spieler und Trainer.

1. Kopfsache

Bei der Häufigkeit von Gegentoren nach ruhenden Bällen ist die Mannschaft inzwischen verunsichert. Kapitän Willi Orban sagte: „Wir müssen mal die Köpfe frei bekommen und das Thema beiseiteschieben. Wir können solche Dinger konsequent klären. Deswegen ist es für mich unverständlich, wieso wir dann so einfache Gegentore bekommen.“

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2. Körpergröße

Torhüter Peter Gulacsi meinte: „Wir wissen, dass wir eine kleine Mannschaft haben. Aber trotzdem müssen wir unseren Körper so reinstellen, dass wir das Tor verteidigen.“ Als RBL die zwei Treffer in Freiburg kassierte, standen mit Diego Demme (1,72 Meter), Kevin Kampl (1,78 Meter), Bruma (1,73 Meter) und Marcel Sabitzer (1,77 Meter) vier Fußballer auf dem Rasen, die kleiner als 1,80 Meter sind. Allerdings verlor der 1,86 Meter große Bernardo das Kopfballduell vor dem 1:1. Beim 1:2 der Freiburger war kein Leipziger direkt am 1,90 Meter großen Innenverteidiger Koch dran, weil die RB-Spieler weggeblockt wurden.

3. Robustheit

Dass seine Fußballer vor allem schnell, drahtig und technisch versiert sind, sei in der Defensive eher ein Nachteil, meinte Hasenhüttl nach der Freiburg-Pleite. „Was unsere spielerische Klasse und unser Tempo nach vorn angeht, fällt das vielleicht manchmal so ein bisschen zu Lasten der Robustheit und des Defensivkopfballs. Deshalb müssen wir versuchen, dass in Zukunft ein bisschen anders zu verteidigen. Wir haben schon noch ein paar Patronen im Colt, die wir versuchen einzusetzen.“ Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass die Freiburger in dieser Saison Spezialisten für Standards sind. Neun ihrer letzten elf Tore erzielten sie nach ruhenden Bällen, fünf davon nach Ecken.

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Peter Gulacsi: Hält, was zu halten ist. Note 2(Gepa Pictures) Zur Galerie
Peter Gulacsi: Hält, was zu halten ist. Note 2(Gepa Pictures) ©

Der zweite Platz für die Rasenballer in der Bundesliga: Wie gegen Schalke gewonnen, so gegen Freiburg zerronnen. „Da vorne ist es eng, deswegen hätten uns drei Punkte sehr gut getan“, sagte Hasenhüttl zerknirscht. Es war das erste Mal in dieser Saison, dass die Leipziger nach einer Führung noch eine Niederlage kassierten. Holen die Knappen am Sonntagabend mindestens einen Punkt gegen Hannover, rutscht RB wieder auf Rang vier ab.

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