28. Januar 2020 / 06:08 Uhr

Ronald Reng: Deshalb will der BVB die Altersgrenze der Bundesliga für Youssoufa Moukoko senken

Ronald Reng: Deshalb will der BVB die Altersgrenze der Bundesliga für Youssoufa Moukoko senken

Ronald Reng
RedaktionsNetzwerk Deutschland
SPORTBUZZER-Kolumnist Ronald Reng verrät, warum er glaubt, dass auch unter 16-Jährige wie BVB-Talent Youssoufa Moukoko, eine Spielerlaubnis bekommen sollten.
SPORTBUZZER-Kolumnist Ronald Reng verrät, warum er glaubt, dass auch unter 16-Jährige wie BVB-Talent Youssoufa Moukoko, eine Spielerlaubnis bekommen sollten. © imago images/Team 2/Montage
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Die Bundesliga-Klubs diskutieren auf Anraten von Borussia Dortmund offenbar darüber, ob in Zukunft auch unter 16-jährige Spieler wie Toptalent Youssoufa Moukoko im Profi-Fußball zum Einsatz kommen dürfen. SPORTBUZZER-Kolumnist Ronald Reng verrät in der "Viererkette", was hinter diesem BVB-Vorschlag steckt.

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Im Oktober 2004 langweilte ich mich im Olympiastadion von Barcelona. Das Derby zwischen Espanyol und Barça wirkte gelaufen. Acht Minuten vor Schluss schien Barça aber ein Kind einzuwechseln. Wie hieß der Junge? "Messi oder so", glaubte mein Nachbar.

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Viele der besten Spieler waren schon als Jugendliche fußballerisch erwachsen. Pelé war 16, Messi war 17, als sie im Profispiel debütierten. Nun sollen die 36 Klubs der 1. und 2. Bundesliga – wohl auf Initiative von Borussia Dortmund – über eine Änderung des Gesetzes abstimmen, das in Deutschland Kindern unter 16 den Einsatz im Profifußball untersagt. Ein 15-jähriger Jugendspieler der Borussia, Youssoufa Moukoko, soll bei den Männern mitmachen dürfen, weil er selbst in der Elf der 18-Jährigen unterfordert wirkt.

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Der BVB will Moukoko einen Profivertrag geben

Grundsätzlich hätte ich wenig Bedenken, wenn der Kinderschutzpassus im deutschen Fußball fällt. Fast alle 15-jährigen Talente sind körperlich so weit weg vom Profispiel, dass niemand sie dorthin verfrachten würde. Im Fall Moukoko geht es in Wahrheit vordergründig darum, dass Borussia glaubt, ihn nur mit einem Profivertrag halten zu können. Denn Klubs aus England und Spanien, wo es effektiv keine Altersgrenze für Profieinsätze gibt, locken Moukoko mit gut dotierten Verträgen.

Die jüngsten Bundesliga-Debütanten der Geschichte

Jamal Musiala (von links), Youssoufa Moukoko und Florian Wirtz zählen zu den jüngsten Bundesliga-Spielern der Geschichte. Zur Galerie
Jamal Musiala (von links), Youssoufa Moukoko und Florian Wirtz zählen zu den jüngsten Bundesliga-Spielern der Geschichte. ©

In Deutschland dagegen darf Moukoko nach derzeitigem Rechtsstand bis zum 16. Jahr nur einen eher gering vergüteten Ausbildungsvertrag besitzen. Im Sommer wäre eigentlich das U23-Team für Moukoko der nächste angemessene Schritt. Denn selbst Wunderkinder brauchen Entwicklungszeit. Leo Messi sah ich mit 19 beim Champions-League-Finale 2006 wieder. Da weinte er. Der Trainer hatte ihn auf die Ersatzbank gesetzt.


Immer dienstags wechseln sich an dieser Stelle Bestseller-Autor Ronald Reng, der Ex-Schiedsrichter und heutige Motivationscoach Babak Rafati, Sky-Kommentator Wolff Fuss und Jochen Breyer, Moderator des ZDF-„Sportstudios“, mit Meinungsbeiträgen ab. Sie sind alle Kolum­nisten des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND).