29. Juni 2018 / 10:22 Uhr

Eric Lemke: „Am liebsten würde ich Sport und Mathematik unterrichten“

Eric Lemke: „Am liebsten würde ich Sport und Mathematik unterrichten“

Stefan Peglow
Märkische Allgemeine Zeitung
Eric Lemke hat sein Freiwilligendienst an der Pritzwalker Rochow-Oberschule gefallen, gern würde er an der Einrichtung als Lehrer arbeiten.
Eric Lemke hat sein Freiwilligendienst an der Pritzwalker Rochow-Oberschule gefallen, gern würde er an der Einrichtung als Lehrer arbeiten. © Stefan Peglow
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Treue Seele: Eric Lemke aus Putlitz will Lehrer werden und nach dem Studium in seiner Prignitzer Heimat arbeiten.

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Wenn in der kommenden Woche die Sommerferien in Brandenburg beginnen, endet für Eric Lemke „eine aufregende und schöne Zeit“, wie er selbst sagt. Der 19-jährige Putlitzer absolviert seit September 2017 ein Freiwilliges Soziales Jahr an der Freiherr-von-Rochow-Oberschule in Pritzwalk.

Eigentlich wollte er gleich nach dem Abitur, welches er am Pritzwalker Gymnasium ablegte, ein Studium zum Lehramt aufnehmen. Aber dann habe er sich doch erstmal dagegen entschieden, wollte sehen, ob das wirklich das Richtige für ihn sei. Zwar habe er schon nach seinem Schülerpraktikum, das er in der 9. Klasse an der Putlitzer Grundschule durchlief, viel an den Lehrerberuf denken müssen. „Und auch das Projekt ,Schüler unterrichten Schüler’ fand ich toll. Was da zurückkam war sehr positiv. Doch ich war mir halt noch nicht ganz sicher, ob ich wirklich Lehrer werden will“, erzählt Lemke. Eine Anzeige in der Märkischen Allgemeinen, auf die ihn seine Mutter stieß, habe dann zur Bewerbung um ein Freiwilliges Soziales Jahr an der Pritzwalker Oberschule geführt.

„Das Vorstellungsgespräch dort verlief positiv und so wurde ich FSJler – die vierte Kraft neben den drei Sportlehrern an der Schule.“ Für zehn Monate, ein Schuljahr, stieg er morgens in den Schulbus, fuhr nach Pritzwalk und begleitete dort den Unterricht, übernahm Verantwortung, probierte sich aus und sammelte Erfahrungen. „In der Regel von 8 bis 15.30 Uhr in der Turnhalle. Aber auch mal im Englisch- und Deutschunterricht.“ Natürlich durfte er noch keinen Frontalunterricht geben. „Er war aber eine echte Unterstützung im täglichen Ablauf und hat das Schulleben bei uns aktiv mitgestaltet. Was man ihm auftrug, erledigte er zuverlässig“, lobt Ronny Viererbe, Lemkes Anleiter und stellvertretender Schuldirektor, seinen Schützling.

Schon länger als Übungsleiter tätig

Der leitete die Fußball-AG an der sportbetonten Oberschule auch schon mal allein. Begleitete die Schüler zu Kreis- und Regionalfinals. Was für ihn kein Problem darstellte. Denn er arbeitet im Sportverein schon seit längerem als Übungsleiter mit Kindern. Bereits seit zweieinhalb Jahren trainiert er mit Guido Kieke die aktuellen C-Junioren-Fußballer des Putlitzer SV. „Anfangs noch mit Michael Schneider“, erinnert sich Lemke. Seine Jungs wurden Kreismeister und in den vergangenen zwei Jahren sogar Pokalsieger. In seiner Kindheit kickte Lemke selbst, „im D-Jugendalter unter Guido Kiesel“ für seinen Heimatverein. Nach dem Wechsel von der Putlitzer Grundschule zum Pritzwalker Gymnasium habe er sich zunehmend an der Schule engagiert. „Ich war Klassensprecher und zuletzt Schülersprecher.“ Nun möchte er auf Seite der Lehrer „aktiv werden“.

Die Bilder der Woche der Saison 2017/18.

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Der MSV Zossen konnte nach dem Heimsieg gegen den SC Blau-Weiß Schenkendorf endgültig den Landesklasse-Aufstieg bejubeln. ©

Nach den zehn Monaten in der Rochow-Oberschule steht sein Entschluss fest: „Das ist das, was ich machen will. Mit Kindern arbeiten, ihnen etwas beibringen. Am liebsten würde ich Sport und Mathematik unterrichten. An einer weiterführenden Schule.“ Dem Sportstudium steht nichts mehr im Weg. Vor einer Woche bestand Lemke den nötigen Eignungstest in Hildesheim. Studieren würde er gern an der Universität Rostock. „Und nach dem Studium möchte ich auf jeden Fall zurück in die Heimat. Hier bin ich groß geworden, habe meine Familie, Freunde, meinen Verein.“ Vielleicht kann er als treue Prignitzer Seele ja sogar an die Oberschule in Pritzwalk zurückkehren. Vorstellen könne er sich das, versichert er. Auch Gisa Michaelis, die Direktorin, kann sich das vorstellen: „So einen Fall können wir uns nur wünschen. Das wäre optimal. Eric war mit seinem Engagement eine Bereicherung für die Schule.“