10. Oktober 2021 / 18:31 Uhr

Am Tiefpunkt: FC Eilenburg scheitert im Sachsenpokal am SSV Markranstädt

Am Tiefpunkt: FC Eilenburg scheitert im Sachsenpokal am SSV Markranstädt

Susan Stephan
Leipziger Volkszeitung
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Trainer Knaubel und der FC Eilenburg fliegen aus dem Sachsenpokal. © Picture Point
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Auch eine 2:0-Führung im Fußball-Landespokal reicht nicht: Die Knaubel-Elf scheidet im Elfmeterschießen beim SSV Markranstädt aus - und unterstreicht ihre schlechte Form.

Markranstädt. Was ist nur mit dem FC Eilenburg los? Seit dem Regionalliga-Aufstieg geht (fast) nichts. In der Liga noch sieglos, schied die Elf von Trainer Nico Knaubel am Freitagabend auch aus dem Sachsenpokal aus. Beim Landesligisten SSV Markranstädt verlor der Favorit nach Elfmeterschießen mit 4:5 – statt Selbstvertrauen zu tanken, hat sich die sportliche Krise damit noch mehr verschärft. Präsident Steffen Tänzer, normalerweise die Ruhe in Person, war fassungslos: „Dieser Auftritt war extrem enttäuschend. Das muss man ansprechen. Einige Spieler müssen sich hinterfragen, was sie abgeliefert haben. Das war alles andere als eine gute Darstellung nach außen. So geht’s nicht.“

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Nach dem Wechsel geht nichts mehr

Besonders tragisch und fast unfassbar: Eilenburg verspielte gegen den Underdog, der zwei Mal pro Woche trainiert, eine 2:0-Pausen-Führung. Pascal Sauer hatte in der ersten Halbzeit mit zwei Treffern geglänzt und dabei endlich mal Vollstrecker-Qualitäten bewiesen, denn viel mehr Großchancen hatten die FCE-Kicker nicht. Markranstädt war vor allem zu Beginn des Spiels frech, mutig und gefährlich. Ein Klassenunterschied war nicht zu erkennen. Die Tore waren dann aber fein herausgespielt und die Pausenführung durchaus verdient.

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Endlich mal in Führung, das musste doch Lust und Freude auf mehr machen. Pustekuchen! Nach dem Wechsel ging beim FC Eilenburg fast nichts mehr. Außer schlimmen, einfachsten Fehlpässen. Und die wenigen Chancen wurde leichtfertig versiebt. Dagegen hatte der SSV einen, den sich der FCE nur wünschen könnte. Carlo Purrucker verbreitet in der Sachsenliga Angst und Schrecken, führt die Torjägerliste an und wurde auch Eilenburgs Pokalschreck. Erst traf er vom Elfmeterpunkt (72.) – Paul Meseberg war der Ball unglücklich an die Hand gesprungen, dann köpfte er zum 2:2 (85.) ein. Obwohl Markranstädt in der Verlängerung die Puste ausging und die Spieler von Krämpfen geplagt mehr lagen als liefen, konnten die Eilenburger kein Kapital daraus schlagen. So musste das Elfmeterschießen entscheiden – und auch da sprach zunächst alles für den FCE.

„Habe gerade viele Fragezeichen im Kopf“

Christopher Schulz hielt den ersten Elfer, Toni Majetschak verwandelte eiskalt, doch weil danach Raimison dos Santos und Branden Stelmak verschossen, wandelte sich das Blatt. Eilenburgs letzter Schütze Dongmin Kim musste treffen und scheiterte. Der FC Eilenburg hat damit einen neuen Tiefpunkt erreicht.

Niederlagen in der Regionalliga verzeiht man angesichts der Klasse der Gegner. Der Auftritt in Markranstädt ist dagegen schwer verdaulich und stößt bitter auf. „Wir hatten uns gewünscht, dass wir Selbstvertrauen tanken, aber das hat leider nicht geklappt. Wir führen 2:0 und bringen es nicht über die Zeit und erarbeiten uns kaum Torchancen, das nagt an der Mannschaft. Was sollen wir tun, wenn die Gegner stärker werden. Da habe ich gerade viele Fragezeichen im Kopf, wie wir das am Sonntag gegen Halberstadt lösen wollen. Grundsätzlich hatten wir viele schöne Jahre, jetzt haben wir ein Seuchenjahr und dann kommen auch wieder glückliche Zeiten. Wir müssen uns zusammensetzen und schauen, wie wir den Karren aus dem Dreck ziehen“, sagte Eilenburgs sichtlich enttäuschter Nico Knaubel.

FC Eilenburg: Schulz - Meseberg, Dos Santos, Majetschak, Vogel (62. Kummer/80. Moutsa) - Wadewitz, Baumann (46. Fiedler), Kim - Sauer (106. Dimespyra), Assaf (62. Nathe) - Stelmak