17. März 2020 / 16:56 Uhr

So könnte es im Amateurfußball nach Corona weitergehen

So könnte es im Amateurfußball nach Corona weitergehen

René Wenzel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der Amateurfußball stellt sich auf eine monatelange Pause ein.
Der Amateurfußball stellt sich auf eine monatelange Pause ein. © Getty Images
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Noch weiß keiner, wie lange die Corona-Pause dauert und ob die Saison danach zu Ende gespielt werden kann. Was dann passiert, dafür gibt es keine festen Regeln. #GABFAF stellt die möglichen Szenarien vor – und den Zwischenstand unserer Umfrage unter Amateurfußball-Fans.

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Wenn die Saison bis zum Sommer nicht beendet werden kann

Variante A: Saison annullieren und im Herbst von vorne anfangen

Diese Variante wäre natürlich extrem bitter für alle Mannschaften, die aktuell auf einem Aufstiegsplatz stehen oder im Kampf gegen den Abstieg in einer guten Ausgangslage stecken. Die Verbände würden sämtliche Partien aus den Geschichtsbüchern streichen. Die Tabelle wird komplett auf Anfang gesetzt. Der Spielbetrieb geht nach der Corona-Krise wieder vom ersten Spieltag an los. „Da wir aktuell auf einem Abstiegsplatz stehen, würde ich diese Lösung bevorzugen“, sagt Mario Surmann, Trainer des niedersächsischen Bezirksligisten FC Stadtoldendorf. Andere Klubs sehen das anders...

Variante B: Die Saison im Herbst fortsetzen

Da bereits mehrere Verbände angekündigt haben, dass die Saisonunterbrechung wahrscheinlich verlängert wird, ist es möglich, dass die Serie erst zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt wird. Die Vereinswechsel finden ganz normal zum 1. Juli statt, die Spielzeit läuft nach der Corona-Krise mit dem aktuellen Tabellenstand weiter. Eventuell gibt es danach eine verkürzte Spielzeit im Frühjahr 2021. Ab August 2021 würde alles wieder normal laufen.

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Variante C: Nur die Hinrunde werten

Bekannt ist diese Option aus einer anderen Sportart – Skispringen. Alle Mannschaften dürften bis dato mindestens die Hinrunde absolviert haben. Die Verbände machen danach einen Cut und lassen die Mannschaften nach den bekannten Richtlinien der einzelnen Ligen auf- sowie absteigen – oder man lässt nur die Hinrundenmeister auf-, aber niemanden absteigen. Das würde in vielen Fällen zu anderen Ligagrößen führen.

Diese Variante wäre wohl für viele Klubs am fairsten. „Grundsätzlich wäre diese Variante am besten. Man hätte zumindest eine sportliche Aussagekraft auf ein Halbjahr gesehen – das wäre fair. Man darf nicht so tun, als hätte es diese Saison nicht gegeben“, sagt Uwe Beck, Trainer des nordrheinwestfälischen Kreisliga-Team SV Höxter. Am wichtigsten sei es, dass die Änderungen einheitlich geschehe und kein Verband eigene Entscheidungen treffe. Ärger dürfte es dennoch bei Vereinen geben, die sich in der Winterpause mit personellen Verstärkungen für den Auf- oder Abstiegskampf gerüstet haben.

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So kann es doch noch bis zum Sommer klappen

Variante D: Die Saison nach Ostern fortsetzen

Die Länge der Auszeit in der aktuellen Saison ist noch unklar. Kann es nach Ostern mit dem Spielbetrieb weitergehen, wäre diese Variante unumgänglich. Die Klubs müssten die ausgefallenen Spiele bis spätestens zum 30. Juni nachholen – danach stehen bereits feststehende Vereinswechsel an.

Die Mannschaften müssten das straffe Programm bis Ende Juni in mehreren „Englischen Wochen“ durchziehen. „Es wäre natürlich wünschenswert, dass es nach Ostern weitergeht. Ich halte es aber fast für ausgeschlossen, dass die Lage dann schon entspannter ist“, meint Sascha Zeisberg, Coach des Frauenfußball-Landesligisten Phönix Höxter.

Variante E: Playoffs in den einzelnen Ligen

Die Verbände führen Playoffs wie beispielsweise im Eishockey durch. Während sich die Teams auf den Plätzen eins bis sechs der Hauptrunde direkt einen Platz im Viertelfinale sichern, müssen die Mannschaften auf den Plätzen sieben bis zehn zunächst in den Pre-Playoffs, einer Vorrunde, gegeneinander antreten. Hier spielt der Siebte gegen den Zehnten sowie der Achte gegen den Neunten. Die beiden Sieger bekommen die verbleibenden zwei Viertelfinal-Plätze. Insgesamt würden also acht Mannschaften in den Playoffs gegeneinander antreten. Die restlichen Teams aus der Liga würden in einem ähnlichen Modus die Absteiger ausspielen.

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