17. Mai 2021 / 09:57 Uhr

Kommentar zu gemischten Teams im Amateurfußball: Bitte auch in Deutschland!

Kommentar zu gemischten Teams im Amateurfußball: Bitte auch in Deutschland!

Robin Jantos
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Männer und Frauen im Zweikampf: Bei den Erwachsenen gibt es das bisher nur in Testspielen.
Männer und Frauen im Zweikampf: Bei den Erwachsenen gibt es das bisher nur in Testspielen. © imago/Bildbyran
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In den Niederlanden dürfen künftig in allen Amateurklassen Frauen in den Männer-Ligen mitspielen. Ein Vorbild auch für Deutschland? Unbedingt, kommentiert #GABFAF-Redakteur Robin Jantos.

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In der laufenden Spielzeit war es noch ein Modellversuch mit einer Spielerin bei einem Viertligisten. Jetzt zieht der Niederländische Fußballverband KNVB es durch: Künftig ist es Frauen nicht mehr verboten, in Männerteams mitzuspielen. Die Regel gilt bis zur Tweede Divisie (3. Liga).

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Wie zu erwarten, geht es in den sozialen Netzwerken hoch her: Warum man denn unbedingt immer alles ändern müsse, wie unfair gemischte Teams den Frauen gegenüber seien. Zudem gäbe es nicht genügend Kabinen und es denke niemand an die armen Männer, die sich nicht trauen würden, gegen eine Frau in den Zweikampf zu gehen.

Niemand wird gezwungen

Bei genauem Hinsehen ist keines der Argumente besonders stark. Schließlich hat sich der Fußball in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder verändert. Gemischte Teams sind eine Möglichkeit, keine Pflicht – keine Frau wird dazu gezwungen, und kein Männerteam muss eine Frauenquote erfüllen. Und weil Amateurfußballer sowieso große Meister im Improvisieren sind, sollte es auch nicht an der Frage nach Umkleiden und Duschen scheitern. Man kann sich ja auch nacheinander umziehen oder notfalls eben zu Hause. Und sportlich geführte Zweikämpfe zwischen Mann und Frau werden schnell so normal sein, wie sie es bei unzähligen gemischten Freizeitmannschaften heute schon sind.



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Mixed-Teams haben viele Vorteile

Den vermeintlichen Problemen stehen viele Vorteile gegenüber. Gerade kleine Dorfklubs haben zunehmend Probleme, genügend Spieler zu stellen. Wenn Frauen mitmachen wollen und so verhindert werden kann, dass die Mannschaft abgemeldet wird: Was spricht dagegen? Und auch für sportlich ambitionierte Frauen ist das Modell attraktiv. Warum weite Strecken zum nächsten Verein mit leistungsorientierter Frauenmannschaft fahren, wenn man auch beim Heimatklub in der Herren-Bezirksliga mithalten kann?

Bisher dürfen Frauen in Deutschland bis maximal zu den B-Junioren in den männlichen Teams mitspielen. Darüber ist es ihnen verboten. Es wäre ein starkes Zeichen für Diversität, wenn der Deutsche Fußball-Bund diese Regelung für alle Amateurklassen kippt.

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