03. Juni 2020 / 18:04 Uhr

Amateurfußball noch im Juni? Dieser Verband plant schon Pokalspiele

Amateurfußball noch im Juni? Dieser Verband plant schon Pokalspiele

René Wenzel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
In Zwickau könnte es bald wieder Fußballspiele im Amateurbereich geben.
In Zwickau könnte es bald wieder Fußballspiele im Amateurbereich geben. © Symbolbild/Pixabay
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Die ersten Spiele nach der Corona-Pause könnten bereits Ende Juni stattfinden. Der Kreisverband Zwickau (Sachsen) macht konkrete Pläne für seine Pokal-Halbfinals. "Wenn die Politik es zulässt, kriegen wir das auch hin."

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Dieser Artikel ist Teil der Amateurfußball-Initiative #GABFAF. Mehr Infos dazu auf gabfaf.de.

Im Amateurfußball könnte der Ball sogar noch im Juni rollen. Der Sächsische Fußballverband plant die ausstehenden Kreispokalspiele noch in diesem Sommer ein. Der Kreisverband Zwickau geht mit einem klaren Plan voraus.

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"Wir wollen die Pokalrunden auf jeden Fall noch durchspielen – auch über das eigentliche Saisonende am 30. Juni hinaus. Wenn es die Politik zulässt, kriegen wir es auch hin", ist Zwickaus Fußball-Kreisvorsitzender Rainer Bock in der aktuellen Corona-Unterbrechung optimistisch.

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Sachsen erlaubt Wettkämpfe ab 6. Juni

Sachsen will ab dem 6. Juni wieder Training und Wettkämpfe in und auf Sportstätten erlauben. Bock erwartet von der Regierung in den nächsten Tagen eine offizielle Vorgabe. Dann könnten die Planungen für die vier ausstehenden Spiele des Glückauf-Kreispokals weitergehen. Die Liga hingegen wurde bereits vor einigen Wochen als beendet erklärt.

Der Kreisvorsitzende aus Zwickau könnte die Partien ohne konkrete Vorgabe vom Sächsische Fußballverband ansetzen. Spätestens 14 Tage vor der Austragung müssen die Vereine über den neuen Termin informiert werden. Wenn alles gut läuft, sollen die Halbfinal-Spiele am 21. oder 28. Juni stattfinden. Das Endspiel würde wahrscheinlich am 5. Juli folgen. "Das ist schon sehr realistisch. Wir haben keine großen Bedenken, dass es nicht klappt", so Bock.

Das Amateurfußball-Bündnis #GABFAF berichtet regelmäßig über Probleme bei Amateurvereinen. Hier eine Auswahl an Klubs, die davon profitiert haben:

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Halbfinal-Spiele ohne Zuschauer?

Die Vereine FC Sachsen Steinpleis Werdau, SV Muldental Wilkau-Haßlau, ESV Lok Zwickau II und SV Heinrichtsort/Rödlitz sprachen sich vor einigen Wochen klar für eine Austragung der Pokalrunde aus. Ab Montag könnten sich die Klubs wieder mit einem regulären Training inklusive Körperkontakt auf die Spiele vorbereiten. Rechnen müssen die Vereine aber damit, dass Zuschauer zu den Halbfinalspielen nicht zugelassen werden.

"Bei uns könnten die Leute auch über den Zaun auf den Platz gucken", sagt Olaf Kretzschmar, Abteilungsleiter des ESV Lok Zwickau. Eigentlich kommen zu den Partien knapp 30, 40 Zuschauer. Und für diese könne man laut Kreisvorsitzendem Bock auf dem Gelände einen ausreichenden Abstand einrichten. "Aber erstmal gucken wir, was wieder gelockert wird", so Bock.

Zwickaus Gegner FC Sachsen Steinpleis Werdau bereitet sich auch schon seit einigen Wochen im Rahmen der Beschränkungen auf zwei mögliche Saison-Höhepunkt vor. "Wenn die Trainingsintensität in den nächsten Wochen wieder hochgefahren werden kann, wird mit Sicherheit auch beim Spiel alles gut laufen. Es wäre schön, wenn es nach der langen Pause bald wieder losgeht", sagt der Sportliche Leiter Jens Heine.

Neef: "Einnahmen würden fehlen"

Im anderen Halbfinale müsste sich der andere Gastgeber auch keine großen Gedanken bei einer drohenden Abstandsregelung unter den Zuschauern machen - das Gelände beim SV Muldental Wilkau-Haßlau bietet viel Platz. Doch ganz anfreunden möchte sich Abteilungsleiter Sven Neef mit einem Geister-Kreispokal nicht. "Das macht schon keinen Spaß, wenn man es im Fernsehen in der Bundesliga sieht. Wir hätten ohne Zuschauer auch keine Einnahmen durch Kartenverkäufe sowie Essen und Trinken", sagt Neef.

Für Thomas Krasselt vom gegnerischen Team SV Heinrichtsort/Rödlitz klingt das angepeilte Datum noch etwas unrealistisch. "Gegen Ende des Monats kann ich es mir irgendwie noch nicht richtig vorstellen. Man wünscht es sich natürlich. Nur ich glaube nicht, dass es im Juli noch etwas wird", meint der Mannschaftsleiter.

Mit Spannung erwarten besonders die Klubs die neuen Lockerungen der Regierung. Sollte alles nach Plan laufen, steht dem Glückauf-Kreispokal in Zwickau nichts mehr im Weg. Und damit wäre der Verband ein Vorreiter für viele andere in Deutschland.