28. Oktober 2020 / 09:43 Uhr

Amateurligen mit großen Problemen: Ist die Saison noch zu retten?

Amateurligen mit großen Problemen: Ist die Saison noch zu retten?

Milan Ott
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Viele Trainer werden in den nächsten Wochen erstmal keine Teams mehr coachen können.
Viele Trainer werden in den nächsten Wochen erstmal keine Teams mehr coachen können. © imago images / Claus Bergmann
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In sechs Bundesländern ist der Amateurfußball bereits unterbrochen. Am vergangenen Wochenende fiel deutschlandweit jedes dritte Spiel aus. Das weckt schlechte Erinnerungen an die Hängepartie im Frühjahr.

Dieser Artikel ist Teil der Amateurfußball-Initiative #GABFAF. Mehr dazu auf gabfaf.de.

Nach dem massiven Anstieg der Infektionszahlen wächst im Amateurfußball die Angst vor einer weiteren Chaos-Saison. Nach einer Stichproben-Erhebung des Amateurfußball-Bündnisses #GABFAF ist am vergangenen Wochenende rund ein Drittel der angesetzten Spiele ausgefallen.

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Diese Landesverbände haben unterbrochen

Mit Bremen und dem Saarland hatten erste Verbände den Spielbetrieb bereits vor dem Wochenende landesweit unterbrochen. Hamburg, Schleswig-Holstein, Rheinland und Südwest zogen jetzt nach. In anderen Teilen Deutschlands haben einzelne Ligen oder Fußballkreise ganze Spieltage auf unbestimmte Zeit verschoben.

Bis zum vorherigen Wochenende hatte es noch überraschend gut ausgesehen. Trotz einzelner quarantänebedingter Absagen waren die meisten Amateurligen gut im Zeitplan. Doch dann sprang in immer mehr Städten und Kreisen die Corona-Ampel auf Rot.

Mehr von #GABFAF

Es gibt aber auch Verbände, die auf die neueste Entwicklung nicht weiter reagiert haben und an ihrem bisherigen Konzept festhalten. So dementierte die Baden-Württembergische Landesregierung Gerüchte, dass das Trainieren von bis zu 20 Personen nicht mehr erlaubt sei. Hessen will in Zukunft mit einem Ampelsystem entscheiden, welche Spiele stattfinden können und welche nicht. Einige Kreise gaben allerdings schon bekannt, dass sie die kommenden beiden Spieltage ausfallen lassen werden.

Kommt der Spielplan-Stau?

Dazu kommt, dass einzelne Klubs bereits mehrere Spiele im Rückstand sind, weil sie selbst in Quarantäne mussten. Dem Amateurfußball, der auch in normalen Jahren wegen witterungsbedingter Ausfälle oft in Terminnot gerät, droht bei einer längeren Pause ein Spielplan-Stau, der nicht mehr aufzuholen ist. Im Frühjahr hatte es Corona-bedingt eine wochenlange Hängepartie gegeben, bis die Saison schließlich fast überall abgebrochen wurde. Eine Situation, die die Verbände eigentlich um jeden Preis verhindern wollten.

[Hinweis: Der ursprüngliche Artikel wurde ergänzt, nachdem auch Südwest und Rheinland eine Unterbrechung beschlossen haben.]