18. November 2020 / 09:57 Uhr

Corona-Pause im Amateurfußball: So läuft es in den Landesverbänden

Corona-Pause im Amateurfußball: So läuft es in den Landesverbänden

Constantin Paschertz
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Fußball-Landesverbände Hamburg, Bayern, Bremen und Co. kämpfen mit den Folgen der Corona-Pause im Amateurfußball.
Die Fußball-Landesverbände Hamburg, Bayern, Bremen und Co. kämpfen mit den Folgen der Corona-Pause im Amateurfußball.
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Wieder steht der deutsche Amateurfußball vor dem Problem: Eine komplette Saison zu spielen, ist wegen Corona kaum möglich. Die Landesverbände arbeiten an Lösungen und Alternativen, aber welche Region ist wie weit? #GABFAF gibt einen Überblick.

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Der Amateurfußball erlebt ein Déjà-vu. Wie lässt sich die laufende Saison noch retten? Diese Frage hatte im Frühjahr Vereine und Verbände wochenlang umgetrieben. Fast alle Landesverbände entschieden schließlich: überhaupt nicht. Außer in Bayern wurde die Spielzeit 2019/20 deutschlandweit abgebrochen. Nachdem im Oktober schon etliche Partien ausgefallen sind und im November überhaupt nicht gespielt werden kann, stellt sich die Frage jetzt auch für die neue Saison.

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Der Bremer Landesverband hat als einer der ersten formuliert, was auch andernorts klarer wird: "Die Austragung der kompletten Hin- und Rückrunde ist nicht mehr möglich." Bayern, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Südbaden und Südwest haben bereits beschlossen, bis zum Jahresende keine Spiele mehr auszutragen.

Andere Verbände wollen in den nächsten Tagen oder nach der Bund-Länder-Runde am 23. November darüber befinden. Aber selbst, wenn der Spielbetrieb für Dezember wieder erlaubt würde, könnte es nicht überall loslegen. Mehrere Verbände haben ihren Klubs versprochen, dass es vor einem Restart der Pflichtspiele zwei Wochen Training geben soll - etwa Brandenburg und Bremen.

Ob die bisher ausgefallenen Spiele im Januar und Februar nachgeholt werden können, hängt nicht nur von der Corona-Lage, sondern auch vom Wetter ab. Ansonsten bleiben den Amateuren wohl nur zwei Optionen: Entweder die Saison in den Sommer hinein verlängern oder die Zahl der Spiele deutlich reduzieren – beispielsweise, indem nur die Hinrunde gewertet wird.

Auf welchem Stand die einzelnen Verbände sind, zeigt die Übersicht:

Badischer Fußball-Verband: Die Saison ist vorerst bis zum 30.November 2020 unterbrochen. Eine Fortsetzung im Jahr 2020 bleibt offen. Der Verband macht sie von den Entwicklungen der Pandemie abhängig. Das grundsätzliche Ziel im Verband ist es aber, die Saison 2020/21 zu Ende zu spielen.

Bayerischer Fußballverband: Der Vorstand des BFV hat nach dem bundesweiten Spiel- und Trainingsverbot im November den vorzeitigen Gang in die Winterpause beschlossen. In Bayern wird noch die Saison 2019/20 gespielt, die wegen der ersten Corona-Welle im Frühjahr nicht hatte beendet werden können.

Berliner Fußballverband: In der Hauptstadt ist der Amateurfußball bis zum 30. November 2020 ausgesetzt. Auch die Berliner machen eine Fortsetzung abhängig von den Entscheidungen der Politik und den Entwicklungen der Pandemie. Zum Austausch von Ideen und Anregungen zum Umgang mit Corona bietet der Verband Videokonferenzen mit Vereinen und Unterverbänden an.

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Fußball-Landesverband Brandenburg: Auch in Brandenburg ruht der Spiel- und Trainingsbetrieb bis zum 30. November 2020. Sämtliche landesweite Auswahlmaßnahmen sind bis zum Jahresende abgesagt. Leitplanken für eine mögliche Wiederaufnahme liefert das Hygienekonzept des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Klares Ziel bleibt die Fortsetzung der Saison. Die Mannschaften sollen zehn Tage Vorbereitungszeit erhalten, wenn wieder gespielt werden kann.

Bremer Fußballverband: In der Hansestadt ist der Amateurfußball ebenfalls bis zum 30. November 2020 untersagt. Am 18.November will der Verband nach einer Sitzung des Beirats eine Entscheidung über die Alternativmodelle für die mögliche Fortsetzung der Saison treffen. Mindestziel des Verbandes soll der Abschluss der Hinrunde bleiben, um die Saison bei einem erneuten Abbruch werten zu können. Deshalb wird sie wohl auch bis März 2021 verlängert.

Hamburger Fußballverband: Das HFV-Präsidium hat entschieden, den Spielbetrieb bis zum 10. Januar 2021 auszusetzen. Im Fall früherer Lockerungen aufgrund von Beschlüssen des Landes können noch Änderungen vorgenommen werden. Aufgrund von nur zwei von sechs Monaten Spielbetrieb, erhebt der Verband nur ein Drittel der Meldegebühren von den Klubs. Bis Ende November werden in Videokonferenzen die Modalitäten einer möglichen Fortsetzung besprochen.

Hessischer Fußballverband: In Hessen ist Individualtraining (Ein Trainer plus ein Spieler) möglich. Der Verbandsvorstand ist sich über die Aussetzung des Spielbetriebs bis zum 31.Dezember 2020 einig. Im neuen Jahr soll der Spielbetrieb im Rahmen der behördlichen Verfügungen und mit einer 14-tägigen Vorbereitung wieder gestartet werden.

Landesfußballverband Mecklenburg-Vorpommern: In MV ist der Spielbetrieb bis zum 30. November 2020 abgebrochen. Zum ersten Dezemberwochenende soll die Saison fortgesetzt werden. Ausgefallene Runden sollen bis Weihnachten bzw. vor dem geplanten Rückrunden-Auftakt im Frühjahr 2021 nachgespielt werden. Kinder und Jugendliche dürfen in Mecklenburg-Vorpommern trainieren.

Fußball-Verband Mittelrhein: Weder Trainings- noch Spielbetrieb dürfen bis zum 30. November wieder aufgenommen werden. Alles weitere bleibt zunächst offen.

Mit diesen Übungen können Amateurfußballer sich zu Hause fit halten:

#GABFAF-Reporter René Wenzel zeigt Dir die Übungen Schritt für Schritt mit einer genauen Erklärung. Zur Galerie
#GABFAF-Reporter René Wenzel zeigt Dir die Übungen Schritt für Schritt mit einer genauen Erklärung. ©

Fußball-Verband Niederrhein: Der Trainings- und Spielbetrieb ruht bis zum 30. November. Über die mögliche Fortsetzung der Spielzeit ab Dezember beraten die einzelnen Gremien über den November hinweg.

Niedersächsischer Fußballverband: Im Jahr 2020 wird in Niedersachsen kein Amateurfußball mehr gespielt. Das hat der Vorstand auf einer Videokonferenz beschlossen, um den Vereinen Planungssicherheit zu geben. Ganz bewusst habe man daher nicht die erneute Bund-Länder-Konferenz am 23. November abgewartet, so der Verband. Zu Jahresbeginn 2021 will man den Spielbetrieb wieder aufnehmen.

Fußballverband Rheinland: Der Spiel- und Trainingsbetrieb ist nach Beschluss der Bund-Länder-Konferenz bis zum 30. November 2020 unterbrochen. Über die noch offene Fortsetzung wird mit zwei Wochen Vorlauf informiert, damit die Mannschaften sich auf den Restart vorbereiten können.

Saarländischer Fußballverband: Auch hier sind der Spiel- und Trainingsbetrieb verboten und eingestellt. Am 18. November beurteilt der Vorstand die Situation neu und entscheidet über Modalitäten einer möglichen Saison-Fortsetzung.

Sächsischer Fußballverband: In Sachsen ruht der Spiel- und Trainingsbetrieb bis zum 30. November 2020. Alles zur Fortsetzung der Saison oder einer Restart-Vorbereitung lässt der Verband bisher offen.

Fußballverband Sachsen-Anhalt: Der Spiel- und Trainingsbetrieb ruht mindestens bis zum 30. November 2020. Auch hier sind alle weiteren Maßnahmen und Entscheidungen offen und von den Pandemie-Entwicklungen abhängig.

Schleswig-Holsteinischer Fußballverband: Aufgrund eines Beschlusses des Präsidiums wird bis zum 31. Dezember 2020 nicht mehr gespielt. Die Vereine sollen dadurch Planungssicherheit erhalten. Im Falle einer Fortsetzung ab Anfang Dezember sollen die Klubs eine Vorbereitungszeit von zwei Wochen erhalten.

Südbadischer Fußballverband: Der Verband hat die Winterpause vorgezogen und den Spielbetrieb bis Jahresende 2020 eingestellt. Mit einer zu planenden Vorbereitungszeit seien die Zeitfenster zu klein geraten, um den Spielbetrieb noch 2020 wieder aufzunehmen, so die Südbaden. Wie und ab wann die Saison im Jahr 2021 fortgesetzt wird, wird nun in den Gremien des Verbands mit den Vereinen und den anderen Verbänden in Baden-Württemberg beraten – auf Basis der politischen Entscheidungen.

Südwestdeutscher Fußballverband: Der Spielbetrieb ist nach einem Verbandsbeschluss bis auf weiteres eingestellt. Über eine Fortsetzung wird auch hier mit einem Vorlauf zur Restart-Vorbereitung informiert. Auch die Regionalliga wurde bis zum 30. November 2020 abgesetzt. Eine Wiederaufnahme nur gibt es nur, wenn es in den Bundesländern zulässig ist.

Thüringer Fußballverband: Kinder und Jugendliche dürfen seit dem 8. November wieder trainieren. Der gesamte Spielbetrieb ist allerdings bis zum 30. November 2020 nach dem Beschluss der Bund-Länder-Konferenz ausgesetzt.

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Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen: Das Präsidium, die Kreisvorsitzenden und Ausschüsse zum Jugendfußball haben am 28.Oktober 2020 beschlossen, den Spielbetrieb ab dem 29.Oktober 2020 vorerst einzustellen.

Württembergischer Fußball-Verband: Bereits vor dem Bund-Länder-Beschluss hat der Verband den Spielbetrieb eingestellt. Die Saison-Fortsetzung ist von den Entwicklungen der Pandemie und den politischen Entscheidungen abhängig. Das klare Ziel ist es, die Saison 2020/21 ordnungsgemäß zu Ende zu spielen.