01. August 2020 / 18:53 Uhr

FAQ: Was bei Testspielen erlaubt ist und was nicht - und welche Strafen drohen

FAQ: Was bei Testspielen erlaubt ist und was nicht - und welche Strafen drohen

Christoph Hage
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Zuschauer dicht an dicht wie hier beim Derby zwischen dem TSV Krähenwinkel/Kaltenweide und dem TSV Godshorn sind aktuell nicht erlaubt.
Zuschauer dicht an dicht wie hier beim Derby zwischen dem TSV Krähenwinkel/Kaltenweide und dem TSV Godshorn sind aktuell nicht erlaubt. © Thomas Bork
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Nicht alle halten sich im Amateurfußball an die Auflagen für Testspiele, die in der Corona-Verordnung Niedersachsens stehen. Das könnte den Start der Saison Anfang September gefährden. Wir haben für euch die wichtigsten Fragen beantwortet.

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Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-In­sti­tuts, hat es deutlich gesagt: „Die Akzeptanz der Maßnahmen ist gesunken. Ich will noch einmal klarmachen: Wir haben es in der Hand, wie sich die Corona-Pandemie entwickelt.“ Das gilt für das gesamte Leben im Allgemeinen und den Fußball im Speziellen. Auf dem Platz sind Zweikämpfe erlaubt, Zuschauen geht aber nur mit dem nötigen Abstand.

„Wir schießen uns ins eigene Knie, wenn wir uns nicht stringent an die Maßnahmen halten“, sagt Wolfgang Lange vom TSV Havelse. Der Regionalligist hat Konzepte für Spiele mit Zuschauern entwickelt, achtet penibel auf die Einhaltung. Doch es mehren sich auch die Rückmeldungen, wonach es viele nicht mehr so genau nehmen mit dem Abstand. Zeugen berichten von lange Schlangen beim Eingang oder beim Warten auf die Grillwurst.

Anfang September soll es im Amateurfußball offiziell wieder losgehen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen, damit dieser Plan nicht scheitert.

Wann brauchen die Vereine ein Hygienekonzept?

Das ist Grundvoraussetzung für alle. Jeder Klub, der Sport anbietet, muss ein Konzept in der Tasche haben, das er den Ordnungsbehörden vorlegen kann.

Was muss ein Hygienekonzept enthalten?

Es muss beispielsweise festgehalten werden, wie der Mindestabstand gewährleistet wird, wie Warteschlangen vermieden werden, wie die Besucherströme gesteuert werden, die Reinigung der Kabinen vonstatten geht und wer die Maßnahmen kontrolliert.

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Kreisliga, Staffel 1 © NFV / Marcus Spiske

Wo muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden?

Beim Einkauf, im Personennahverkehr und in geschlossenen Räumen – allerdings nicht auf Sportanlagen, bei der Kabinenansprache vor dem Spiel, auf dem Weg in die Dusche oder zum Platz. In den Umkleiden, in Wasch-, Dusch-, Toiletten- und Sanitärräumen muss der Mindestabstand eingehalten werden – vor allem zwischen den Mannschaften. Falls dies nicht möglich ist, müssen die Räumlichkeiten einzeln betreten werden.

Wie oft darf in einem Spiel gewechselt werden?

Seit Samstag sind 50 statt 30 sporttreibenden Personen (inklusive Schiedsrichter) erlaubt. Es darf also wieder häufiger als viermal gewechselt werden.

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Gehrdens Sascha Romaus sieht das Spiel vor lauter Bällen nicht. Zur Galerie
Gehrdens Sascha Romaus sieht das Spiel vor lauter Bällen nicht. ©

Was passiert, wenn mehrere Spiele an einem Tag geplant sind?

Entscheidend ist der Mindestabstand. Wird der auf der gesamten Anlage eingehalten, sind auch mehrere Spiele an einem Tag möglich. Jede Kabine muss allerdings nach den Partien gereinigt und desinfiziert werden.

Wie viele Zuschauer sind erlaubt und was ist dabei zu beachten?

Bis 50 Zuschauer gilt lediglich der Mindestabstand. Ab 50 und bis 500 Zuschauer müssen Sitzplätze vorhanden sein – der TuS Garbsen und der Koldinger SV bitten ihre Fans beispielsweise darum, Sitzmöglichkeiten mitzubringen –, der Abstand muss eingehalten und die Kontaktdaten müssen erfasst werden. Das funktionierte in Garbsen beim Test gegen den TSV Havelse „ganz gut“, sagt TuS-Trainer Martin Kummer. „Es ist alles machbar, aber es erfordert Manpower und ist mit unglaublich viel Aufwand verbunden.“

Ist es nicht sicherer, auf Zuschauer zu verzichten?

Nicht unbedingt. Das kommt letztlich auf die baulichen Voraussetzungen der Anlage an. Wie viele Sitzplätze sind vorhanden, wie viele Eingänge und ist gewährleistet, dass die Besucher den Abstand einhalten? Der SV Ramlingen/Ehlershausen geht kein Risiko ein, verzichtet beim Porta-Pokal gänzlich auf Zuschauer. Die 96-Akademie tut es für die Altersklassen U23 bis U15 genauso. Bei der U14 bis U11 dürfen die Eltern nur nach vorheriger Anmeldung auf die Anlage.

Darf die Gastronomie öffnen?

Ja. Sportanlagen können geöffnet werden – dazu gehört auch das Vereinsheim. Hier gelten die Regeln wie im Restaurant.

Wer kontrolliert, ob die Maßnahmen befolgt werden?

Die Ordnungsbehörden vor Ort, also Polizei oder Ordnungsamt.

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Wie hoch sind die Strafen?

Empfindliche Bußgelder für den gastgebenden Verein können in den fünfstelligen Bereich gehen. Wer gegen die Aufzeichnungs- und Meldepflicht verstößt, muss beispielsweise bis zu 25 000 Euro berappen.

Wann soll der Ball wieder rollen?

Die aktuelle Verordnung gilt bis zum 31. August – wird sie nicht verschärft und halten sich alle an die Maßnahmen, kann es am ersten Septemberwochenende tatsächlich wieder losgehen. Und zwar von der Oberliga bis hinunter zur Kreisklasse.

Gelten die Maßnahmen nur für Fußballer?

Nein! Sie gelten für alle Sportler in Niedersachsen.