10. Dezember 2019 / 12:39 Uhr

Kommentar zum Champions-League-Deal von Amazon: Bundesliga winkt neuer Geldregen

Kommentar zum Champions-League-Deal von Amazon: Bundesliga winkt neuer Geldregen

Roman Gerth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
SPORTBUZZER-Redakteur Roman Gerth meint, dass der Amazon-Deal ein Vorteil für die Bundesliga ist.
SPORTBUZZER-Redakteur Roman Gerth meint, dass der Amazon-Deal ein Vorteil für die Bundesliga ist. © Getty Images/Montage
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Amazon überträgt ab der Saison 2021/22 in Deutschland erstmals Spiele der Champions League. Damit setzt der Weltkonzern die Konkurrenten DAZN und Sky unter Druck. Der Milliarden-Markt um die Sportrechte bekommt nun eine neue Dynamik, auch in der Bundesliga - und das war nur eine Frage der Zeit, meint SPORTBUZZER-Redakteur Roman Gerth.

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Der neue Mitspieler, der so lange erwartet wurde, ist nun tatsächlich da: Amazon hat sich in das Wett-Bieten um Medienrechte in Deutschland eingeschaltet und ein Übertragungspaket der Champions League gekauft. Der US-Konzern sicherte sich für den 2021 beginnenden Rechte-Zyklus die Topspiele der Königsklasse am Dienstagabend, die auf seinem Streamingdienst Amazon Prime zu sehen sein werden. Einen entsprechenden Bericht von dwdl.de bestätigte Amazon-Prime-Europachef Alex Green dem Medienportal. Im Milliarden-Markt mit Fußball-Medienrechten ist dieser Deal ein Quantensprung.

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Es galt nur als eine Frage der Zeit, bis Weltkonzerne wie Amazon, Apple, Netflix und Co. bei den Übertragungsrechten mitmischen. Das wusste auch Ex-Bayern-Präsident Uli Hoeneß. Der kündigte vor einigen Monaten an, dass "eine halbe Milliarde, eine Milliarde keine Rolle" spielen, wenn diese Unternehmen in das Business mit den Sportrechten einsteigen.

Ohne Amazon und Co. drohte Stagnation

Die Platzhirschen Sky und DAZN hatten sich natürlich auf die neue Konkurrenz vorbereitet - doch bislang höchst theoretisch. Solange die Global Player nicht wirklich ernst machten, hatten sie wenig Grund zur Sorge. Oder aus einer anderen Perspektive: Bei Klubs und Verbänden bestand die Gefahr, dass die bestehenden (An-)Bieter nicht für die ganz großen finanziellen Sprünge bei der Medienrechte-Vermarktung sorgen würden - es drohte Stagnation.

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Das zeigte zuletzt das Beispiel Premier League. Die englische Liga gilt nicht nur sportlich, sondern auch im Bereich der TV-Gelder als Benchmark für die Bundesliga und andere Ligen. Doch bei der Vergabe der Rechte im vergangenen Jahr musste selbst dort ein Rückgang verzeichnet werden. Das Warnsignal an die DFL sowie den FC Bayern, BVB und Co. war klar: Der bestehende Markt gelangt ohne neuen Schwung an seine Grenzen - selbst im Land der sprudelnden TV-Milliarden.

Amazon könnte auch für Bundesliga-Rechte bieten

Dass Amazon nun auch auf dem deutschen Markt angekommen ist, wo der Konzern doch bislang nur Sportrechte in Großbritannien oder den USA im Portfolio hatte, dürfte die Bundesliga und die deutschen Klubs von neuen Einnahmen träumen lassen. Immerhin werden im Frühjahr die Rechte ab der Bundesliga-Saison 2021/22 ausgeschrieben. Nicht unwahrscheinlich, dass DAZN und Sky auch dort Konkurrenz von Amazon bekommen wird.