12. Dezember 2020 / 17:39 Uhr

Neues Team will in eine 96-Arena: Ziehen die German Knights in die Eilenriede?

Neues Team will in eine 96-Arena: Ziehen die German Knights in die Eilenriede?

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Wird das Eilenriedestadion die neue Spielstätte der German Knights 1367?
Wird das Eilenriedestadion die neue Spielstätte der German Knights 1367? © Florian Petrow
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Ein Stadion von Hannover 96 könnte die neue Spielstätte eines neuen Teams werden. Die neu gegründeten „German Knights 1367 Niedersachsen“ greifen ab kommendem Sommer in der Europa-Liga ELF an. „Wir haben angefragt, ob wir die HDI-Arena oder alternativ das Eilenriedestadion mieten können“, sagt der Investor des American-Football-Teams.

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Sie wollen American Football in die 96-Arena in Hannover bringen und „Niedersachsens Team“ sein: Investor Frank Meyer aus Hildesheim plant im großen Maßstab für die neu gegründete Europa-Liga ELF, will seine Mannschaft „als neue Kraft im europäischen Sport etablieren“, bekräftigt er. Jetzt steht endlich auch der Name des Teams fest: „German Knights 1367 Niedersachsen“ – die Ritter aus Niedersachsen.

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Laut dem Klub soll der Name für Unerschrockenheit, Mut und Leidenschaft stehen. Und „zu Ehren der verbündeten Hannoveraner und Hildesheimer Ritter, die 1367 trotz deutlicher Unterzahl Herzog Magnus von Braunschweig und dessen Übermacht in der legendären Schlacht bei Dinklar schlugen“.

Starcoach Shuan Fatah möchte gerne ins Eilenriedestadion einlaufen.
Starcoach Shuan Fatah möchte gerne ins Eilenriedestadion einlaufen. © imago images/GEPA pictures

Investor Meyer hat den Teamnamen schützen lassen – und bestätigt Gespräche fürs WM-Stadion von 96: „Wir haben angefragt, ob wir die HDI-Arena oder alternativ das Eilenriedestadion mieten können“, sagt der Football-Investor. „Der Standort wäre toll. Hannover hat ein wunderschönes Stadion direkt in der Stadt, und auch die Nähe zu Hildesheim passt.“ Außerdem sind dort die Voraussetzungen ideal für die ambitionierten TV-Pläne der neuen Liga. Die ELF soll regelmäßig im Fernsehen übertragen werden, ein Deal mit der ProSieben-Sat.1-Gruppe steht schon.

Ob dann auch genug Fans ins Stadion kommen? In die HDI-Arena passen immerhin mehr als 40 000 Zuschauer, ins Eilenriedestadion an der 96-Nachwuchsakademie immerhin 2500. „Wir glauben daran, dass wir die Footballfans ins Stadion locken können“, sagt Meyer. Und auch wenn es nichts wird mit einer der beiden 96-Spielstätten, sollen die Heimspiele in Hannover stattfinden. Der Investor hat Alternativen im Hinterkopf, die bisherigen Rückmeldungen seien aber positiv gewesen.

Jahresetat bis zu 750 .000 Euro

Der Jahresetat für die Teams der Europaliga liegt bei bis zu 750 .000 Euro, ob da eine teure Stadionmiete schon eingerechnet ist?

Die Europaliga soll im Sommer nächsten Jahres starten, zunächst mit acht Mannschaften: unter anderem in Barcelona, Frankfurt und Ingolstadt. Allerdings fühlt das andernorts zu Aderlass. Auch wegen des Niedersachsen-Teams. Die andere Footballmannschaft in Hildesheim, die Invaders, musste beispielsweise ihren Rückzug aus der Football-„Bundesliga“ GFL beschließen, spielt nur noch in Liga zwei. Den Invaders fehlt das Geld, das Orthopädieunternehmer Meyer lange Zeit in den Verein gesteckt hatte – und außerdem der Großteil der Spieler. Die wollen es professioneller. In der ELF.

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"Wurzelwerk aus lokalen Spielern"

Der Stamm der neuen Knights besteht aus dem „alten“ Invaders-Team, das gilt auch fürs Trainerteam. Investor Meyer hatte vor einem Jahr Starcoach Shuan Fatah (unter anderem NFL-Europe-Sieger und Deutscher Meister) zu den Invaders gelotst, jetzt nimmt er ihn mit zu seinem neuen Projekt. Nach einem komplizierten Sportjahr wegen Corona sowie Training unter Auflagen und per Zoom „sind das schon meine Jungs“, bestätigt Ex-Invader Fatah. „Sie werden das Rückgrat meiner neuen Mannschaft bilden.“ Ein Team könne nur „gesund sein und funktionieren, wenn das Wurzelwerk aus lokalen Spielern besteht. Es gibt einen Riesenpool an Talenten in Niedersachsen. Ich denke regional“, sagt Fatah. „Ich will Jungs coachen, nicht den Erfolg mit der schwarzen Kreditkarte einkaufen.“ Er könne „die Aufbruchsstimmung um uns herum spüren“. Nur dass er einen Quarterback, den werfenden Spielmacher, aus den USA verpflichten werde, steht schon fest. Ansonsten gelte: „Söldner kommen und gehen. Wir werden da ganz genau hinschauen.“

Die Kader der ELF-Teams sollen eigentlich ausschließlich aus Profis bestehen – aber wohl erst mittelfristig und noch nicht zur Premierensaison. „Es fallen ja nicht 53 Profis vom Himmel“, scherzt Meyer, „die müssen wir erst mal entwickeln. Die ersten zwei, drei Jahre werden sicherlich eine Übergangszeit. Aber es wird niemand draufzahlen bei uns.“ Fatah pflichtet ihm bei: „Bezahlung oder selbst eine Aufwandsentschädigung ist als deutscher Spieler die völlige Ausnahme. Wir wollen das ändern.“ Die Pläne hierfür laufen, die Premierensaison der ELF soll von Juni bis Ende August 2021 laufen, für September sind die Play-offs geplant.