20. Februar 2021 / 18:40 Uhr

Eintracht-Matchwinner gegen FC Bayern: Amin Younes erst mit Traumtor, dann mit starker Geste - und bald zurück im DFB-Team?

Eintracht-Matchwinner gegen FC Bayern: Amin Younes erst mit Traumtor, dann mit starker Geste - und bald zurück im DFB-Team?

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Amin Younes glänzte gegen die Bayern sowohl sportlich als auch mit einer starken Geste.
Amin Younes glänzte gegen die Bayern sowohl sportlich als auch mit einer starken Geste. © IMAGO/Jan Huebner/Pool/Montage
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Amin Younes spielte beim Sieg von Eintracht Frankfurt gegen den FC Bayern bärenstark auf. Er erzielte ein Traumtor und gedachte mit einer starken Geste den Opfern des Terroranschlags in Hanau. Einen Instinktfußballer mit Charakter dürfte auch Joachim Löw gut gebrauchen können.

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Wie sehr Amin Younes unter die Kategorie "Instinkt-Fußballer" fällt, wurde selbst nach dem Sieg gegen den FC Bayern noch einmal deutlich. Als der Offensivallrounder von Eintracht Frankfurt am Sky-Mikrofon gebeten wurde, sein Traumtor zum zwischenzeitlichen 2:0 noch einmal zu schildern, stockte er kurz. "Ich habe es selbst noch nicht gesehen", meinte der Mann, der höchstselbst für besagte Szene verantwortlich war und schien Schwierigkeiten dabei zu haben, die Puzzleteile der Entstehung zu ordnen. Er beschrieb die Passstafette und seinen Schuss in den Winkel des Münchner Tores dann zwar doch - aber es war klar, dass Younes bei seinem Treffer vor allem aus dem Bauch heraus und doch mit Köpfchen agiert hatte.

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"Was für ein Tor", meinte Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann nach dem 2:1-Erfolg der SGE: "Zudem war er an jeder gefährlichen Szene der Frankfurter beteiligt. Die spielerische Qualität der Mannschaft hängt maßgeblich mit ihm zusammen." Der Sky-Experte weiter: "Er wurde in Deutschland ja ein wenig verkannt - jetzt ist er wieder da. Er ist ein toller Fußballer." Tatsächlich scheint Younes erst jetzt im Alter von 27 Jahren in der Bundesliga richtig durchzustarten. Von Borussia Mönchengladbach war es für ihn über den 1. FC Kaiserslautern zu Ajax Amsterdam und zum SSC Neapel gegangen. Von dort liehen ihn die Frankfurter vor der laufenden Saison für zwei Spielzeiten aus.

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Nach seiner Eingewöhnungszeit und einer zwischenzeitlichen Corona-Infektion läuft es für Younes seit Jahresbeginn glänzend. Zu den neun (!) Siegen aus den vergangenen zehn Punktspielen steuerte er drei Vorlagen und zwei Tore bei. Bei seiner Top-Leistung gegen die Bayern saß ein für ihn alter Bekannter auf der Tribüne: Joachim Löw. Im Team des Bundestrainers hatte Younes 2017 den Confed-Cup gewonnen. Sein letztes von fünf Länderspielen bestritt er am 8. Oktober 2017. Gut möglich, dass er sich bei Löw nun sogar wieder auf dem EM-Radar befindet.

Dass Younes auch über den Tellerrand des Fußballs hinausblickt, bewies er unmittelbar nach seinem Traumtor. Er lief zur Eintracht-Bank und ließ sich ein T-Shirt, mit dem den Opfern des rassistisch motivierten Terroranschlags vor einem Jahr in Hanau gedacht wurde, geben. Younes reckte das Hemd in die Höhe und erklärte nach dem Spiel: "Das bringt die Opfer nicht zurück, aber die Familienangehörigen sollen wissen, dass wir an sie denken." Eine starke Geste, die neben Instinkt auch Charakter bewies.