14. September 2021 / 07:39 Uhr

Amnesty und Ex-Nationalspieler Kroos gegen Katar-Boykott: Internationale Aufmerksamkeit bei der WM nutzen

Amnesty und Ex-Nationalspieler Kroos gegen Katar-Boykott: Internationale Aufmerksamkeit bei der WM nutzen

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International und Ex-Nationalspieler Toni Kroos (rechts) hoffen auf keinen WM-Boykott in Katar.
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International und Ex-Nationalspieler Toni Kroos (rechts) hoffen auf keinen WM-Boykott in Katar. © Getty Images (Montage)
Anzeige

Ein möglicher Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar bleibt weiter ein großes Thema. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International setzt nicht auf einen Streik. Ex-Nationalspieler Toni Kroos hofft, dass man dem Turnier im kommenden Jahr die "größtmögliche Bühne" gibt, um auf die Missstände im Land hinzuweisen.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International spricht sich gegen einen Boykott der Fußball-WM 2022 in Katar aus. Die Organisation verweist aber weiter auf die großen Missstände in dem Emirat. "Wir wollen die internationale Aufmerksamkeit bei der WM nutzen. Es kommt nun darauf an, dass die Reformen auch über die Weltmeisterschaft hinaus langfristig zu Verbesserungen führen", sagte Amnesty-Expertin Lisa Salza den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstag).

Anzeige

Der WM-Gastgeber steht seit Jahren wegen der Arbeitsbedingungen für ausländische Arbeiter in der Kritik. Nach wie vor sei die Rechtslage prekär, sagte Salza. "Ein großes Problem ist, dass ausbeuterische Arbeitgeber von der Regierung nicht sanktioniert werden." Die Regierung Katars hatte die Kritik immer wieder zurückgewiesen und auf Reformen und Veränderungen verwiesen.

Kroos: WM "größtmögliche Bühne geben"

Ex-Nationalspieler Toni Kroos hofft darauf, dass die internationale Aufmerksamkeit nach dem Turnier (21. November bis 18. Dezember 2022) nicht nachlasse. "Fakt ist: Das Turnier wird stattfinden. Die Frage ist, wie man damit umgehen will. Ich finde, man sollte versuchen, dem Turnier die größtmögliche Bühne zu geben, um auf die Missstände im Land hinzuweisen", sagte Kroos dem Portal t-online.de. "Aber bitte nicht nur vor und während des Turniers, sondern auch danach."

Es dürfe nicht passieren, "dass vor dem Turnier und bis zum Tag des WM-Finals über die Probleme in Katar gesprochen wird und danach wieder Ruhe herrscht", sagte Kroos. "Das mediale Interesse an Katar darf nicht wegfallen, wenn die Fußballer wieder abziehen. Das ist wichtig."

[Anzeige] Alle Spiele der Fußball WM live und exklusiv bei MagentaTV. Mit dem Tarif MagentaTV Flex für nur 10€ pro Monat, monatlich kündbar.