11. Mai 2022 / 20:19 Uhr

Analyse von Michael Ballack: Was beim FC Bayern in Zukunft "ein Problem darstellen" könnte

Analyse von Michael Ballack: Was beim FC Bayern in Zukunft "ein Problem darstellen" könnte

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ex-Nationalspieler Michael Ballack (l.) glaubt nicht an ein schnelles Ende der Bayern-Dominanz.
Ex-Nationalspieler Michael Ballack (l.) glaubt nicht an ein schnelles Ende der Bayern-Dominanz. © Getty Images
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Seit zehn Jahren dominiert der FC Bayern die Bundesliga – und wird dies nach Meinung von Michael Ballack vorerst weiterhin tun. Doch der Ex-Nationalspieler hat auch ein Problem ausgemacht, was auf den Rekordmeister zukommen könnte. 

Für Michael Ballack ist so schnell kein Ende der Dominanz des FC Bayern in der Bundesliga in Sicht. Er sehe "auf absehbarer Zeit nach jetzigem Stand wohl niemanden", der dem Rekordmeister ernsthaft gefährlich werden könnte, so der frühere Nationalspieler in einem Sport Bild-Interview.

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Auch ein personelles Aufrüsten der Verfolger Borussia Dortmund oder RB Leipzig würde daran so schnell nicht viel ändern, meint der 45-Jährige und erklärt: "Es geht nicht nur um die Klasse der einzelnen Spieler, sondern auch um die Frage: Was leben alle im Verein für ein Anspruchsdenken vor? Bin ich als Klub bereit, Druck auf mich zu nehmen, um die großen Ziele zu erreichen? Oder mache ich mich klein?" Dieses Anspruchsdenken sei es, was den FC Bayern von den anderen Klubs unterscheidet: "Das war schon immer die große Stärke der Bayern. Im Fußball spielt die Psychologie eine entscheidende Rolle."

Der frühere Profi des FC Bayern fordert die Verfolger daher zu mehr Mut auf: "Wenn ich jetzt über Verfolger wie Dortmund oder Leipzig spreche, würde ich mir von ihnen schon ein wenig mehr Kampfansagen Richtung Bayern wünschen. Wir sind im Fußball in einer Leistungsgesellschaft, da muss es erlaubt sein, große Ziele formulieren zu dürfen. Wenn man dieses interne hohe Anspruchsdenken nicht nach außen formuliert bekommt und dementsprechend vorlebt – auch mit der Konsequenz, später bei Misserfolgen dafür kritisiert zu werden – ist es schwer, Bayern vom Thron zu stoßen. Die Fußball-Fans wollen Herausforderer mit Herz sehen."

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Eine Sache hat der einstige Mittelfeldspieler aber dennoch ausgemacht, die die Münchener früher oder später einholen könnte: alternde Stars. "Mit Thomas Müller wurde jetzt verlängert. Wie geht es mit Manuel Neuer weiter? Auch die Personalie Robert Lewandowski liegt auf dem Tisch." Ballack erklärt seine Bedenken: "Es sind alternde Spieler, sie müssen nicht – könnten aber in naher Zukunft – ein Problem darstellen. Denn meistens verliert ein Spieler mit zunehmendem Alter etwas an Qualität. Auf der anderen Seite sollten die Wichtigkeit und die Stellung dieser Spieler nicht unterschätzt werden. Sie waren und sind wichtig für die Struktur und Hierarchie der Mannschaft."

Dennoch spricht er sich auch bei Lewandowski für eine Verlängerung aus. Der Stürmer sei "ein Spieler, der technisch und physisch noch einige Zeit auf dem jetzigen Niveau spielen kann. Wenn es um die Kader-Qualität geht, ist Lewandowski sicher einer der Schlüsselspieler." Der Vertrag des Polen läuft in einem Jahr aus. Zuletzt hatte es sogar immer wieder Gerüchte über einen Abschied in diesem Sommer gegeben.

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