20. Juli 2020 / 12:31 Uhr

Ex-DFL-Boss Rettig fordert gleiche Bedingungen bei Fan-Rückkehr: "Nach dem Schwächsten richten"

Ex-DFL-Boss Rettig fordert gleiche Bedingungen bei Fan-Rückkehr: "Nach dem Schwächsten richten"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Andreas Rettig war von 2013 bis 2015 als DFL-Geschäftsführer im Amt.
Andreas Rettig war von 2013 bis 2015 als DFL-Geschäftsführer im Amt. © imago images/Martin Hoffmann
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Ob schon beim Saison-Auftakt im September wieder Fans in den Bundesliga-Stadien sein werden, ist noch ungewiss. Der ehemalige DFL-Boss Andreas Rettig hat sich aber schon jetzt zu Wort gemeldet. Er fordert, dass dabei die kleineren Klubs als Maßstab herhalten sollten.

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Der langjährige Bundesliga-Manager Andreas Rettig hat sich für gleiche Bedingungen der Profiklubs bei der Rückkehr von Zuschauern in die Fußball-Stadien ausgesprochen. "Notwendig ist, dass sich die gesamte Liga nach dem Schwächsten richtet, also dem Klub, der prozentual am wenigsten Zuschauer ins Stadion lassen darf", sagte der 57-Jährige dem Hamburger Abendblatt (Montag). Hier sei die Deutsche Fußball Liga als Vertretung der 36 Vereine aus der ersten und zweiten Bundesliga gefordert.

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Er halte es für nachvollziehbar, "wenn die einzelnen Bundesländer aufgrund des unterschiedlichen Corona-Infektionsgeschehens auch unterschiedliche Restriktionen und Lockerungen verfügen", meinte er. "Die Bundesländer stehen auch nicht in einem direkten Wettbewerb miteinander. Das ist bei den Fußball-Profiklubs aber völlig anders." Deshalb müssten für alle Vereine gleiche Bedingungen gelten, auch wenn sich die Regelungen von Bundesland zu Bundesland unterscheiden. "Die Integrität des Wettbewerbs und damit gleiche Voraussetzungen für alle steht auch in der Satzung der DFL", sagte er.

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Rettig: "Solidarität ist keine Einbahnstraße"

Den Vereinen riet er, die Stadien zu öffnen, auch wenn die Maßnahme sich wirtschaftlich nicht rechnen sollte. Schließlich seien viele Fans den Klubs entgegengekommen, als sie in der Corona-Zwangspause und bei den Geisterspielen nach der Wiederaufnahme der Saison auf Rückzahlungen verzichtet hätten. "Solidarität ist keine Einbahnstraße", sagte Rettig. "Es ist meines Erachtens das falsche Signal, in dieser Situation den Break-Even (die Gewinnschwelle, Anm. d. Red.) als Kriterium heranzuziehen."

Rettig war bis Ende September 2019 kaufmännischer Geschäftsführer des Zweitligisten FC St. Pauli. Zuvor arbeitete er beim SC Freiburg, dem 1. FC Köln und dem FC Augsburg in der Bundesliga. Vor seiner Zeit in Hamburg war er DFL-Geschäftsführer.