29. März 2020 / 20:54 Uhr

Andreas Rettig fordert Sonderstellung für Fußball: "Geisterspiele für das Wohlbefinden der Menschen"

Andreas Rettig fordert Sonderstellung für Fußball: "Geisterspiele für das Wohlbefinden der Menschen"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Andreas Rettig will, dass die Politik den Sport bevorzugt behandelt.
Andreas Rettig will, dass die Politik den Sport bevorzugt behandelt. © imago images/Martin Hoffmann/Sven Simon/Montage
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Kein Fußball, Beschränkungen im täglichen Leben: Die Corona-Krise hat auch Auswirkungen auf die Psyche der Menschen in Deutschland. Andreas Rettig, Ex-Geschäftsführer der DFL, fordert die Politik daher auf, dem Fußball eine Sonderrolle zu geben.

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Fußball für das Volk: Ex-DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig hat in einem Gastbeitrag für den Kicker von der deutschen Politik Sonderrechte für den Fußball in Zeiten der Corona-Krise eingefordert: "Ein verpöntes Geisterspiel" könne in Zeiten häuslicher Quarantäne ein Ereignis sein, "auf das man sich freut und über das geredet wird", sagte der 56-Jährige.

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Aktuell ist der Bundesliga-Spielbetrieb wegen der Corona-Krise bis zum 2. April ausgesetzt. Das Präsidium der DFL hat allerdings bereits angekündigt, der Mitgliederversammlung am kommenden Dienstag eine weitere Aussetzung des Spielbetriebs in der Bundesliga und 2. Bundesliga bis mindestens 30. April zu empfehlen.

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Rettig: Fußball für ein glückliches Volk

Für Rettig wäre Fußball in der schweren Corona-Krise, die unter anderem für massive Ausgangs-Beschränkungen der Menschen in ganz Deutschland sorgt, die Lösung für ein glückliches Volk. "Da kein Zeitpunkt absehbar ist, an dem das normale Leben wieder beginnt, kann bei abnehmenden Restriktionen die Austragung dieser Geisterspiele einen Beitrag zur Zerstreuung und damit für das Wohlbefinden der Menschen leisten", ist sich der ehemalige Verantwortliche des FC St. Pauli sicher.

Das müsse die Politik fördern, so Rettig weiter: So sei dies "ein Argument, dem Profifußball seitens der Politik eine Sonderstellung einzuräumen, stellt er doch den vielzitierten Kitt der Gesellschaft dar."

Zumal der Fußball aufgrund der Coronavirus-Pandemie tief in der Krise steckt. Sollte die Bundesliga deshalb in dieser Saison nicht mehr spielen können, droht ein Verlust von bis zu einer dreiviertel Million Euro. Die Existenz vieler Klubs könnte nach Ablauf der Krise bedroht sein. Deshalb helfen sich die Bundesligisten bereits schon untereinander: Borussia Dortmund beteiligte sich wie der FC Bayern München, RB Leipzig und Bayer Leverkusen an einer Millionenhilfe für die Klubs der 1. und 2. Bundesliga. Die vier Klubs verzichten zunächst auf ihren Anteil an noch nicht verteilten nationalen Medienerlösen der DFL in der kommenden Saison. Dieser Betrag in Höhe von 12,5 Millionen Euro werde „seitens des Quartetts noch einmal um 7,5 Millionen Euro aus eigenen Mitteln aufgestockt“, wie Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge am Donnerstag erklärte.