11. Februar 2021 / 07:00 Uhr

Andreas Sander über die Ski-WM in Cortina d’Ampezzo, Sehnsucht Podium und die Stärke des deutschen Speedteams

Andreas Sander über die Ski-WM in Cortina d’Ampezzo, Sehnsucht Podium und die Stärke des deutschen Speedteams

Stefan Döring
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Spricht im Interview über die Ski-WM, das deutsche Abfahrtsteam und die Sehnsucht nach dem Podium.
Spricht im Interview über die Ski-WM, das deutsche Abfahrtsteam und die Sehnsucht nach dem Podium. © Christophe Pallot/Getty Images
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Im SPORTBUZZER-Interview spricht der deutsche Speedfahrer Andreas Sander über die am Donnerstag beginnende Ski-WM in Cortina d’Ampezzo, das starke Abfahrtsteam der Männer und die Sehnsucht Podium.

Mit den Super-G-Rennen der Frauen (10.45 Uhr) und Männer (13 Uhr) soll am Donnerstag nach mehreren witterungsbedingten Verlegungen die alpine Ski-WM im italienischen Cortina d’Ampezzo beginnen. Der deutsche Top-Fahrer Andreas Sander äußert sich gegenüber dem SPORTBUZZER zu Corona, seinen WM-Chancen und zur Entwicklung im deutschen Team.

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SPORTBUZZER: Andreas Sander, wegen Corona wurden einige Rennen verlegt, deshalb gab es auch drei Rennen in Kitzbühel. Wie gehen Sie damit um?

Andreas Sander: Ich nehme die Situation positiv an. Änderungen und Spontanität gehören ja ohnehin zu einer Freiluftsportart dazu. Im Rennen muss ich auch auf kleinste Veränderungen, Zeitverschiebungen, Streckenverkürzungen oder veränderte Lichtverhältnisse reagieren. Zudem zeigt sich, wie gut die Veranstalter miteinander arbeiten – da werden Rennen relativ problemlos übernommen. An der Stelle ein großes Dankeschön von uns Aktiven dafür! Der Sport steht so komplett im Vordergrund und ich kann mich auf meine Leistungen konzentrieren. Aber natürlich hoffe ich, dass es nach dieser Saison wieder anders aussieht. Als Sportler will ich vor Publikum fahren und eine Show liefern. Davon leben wir.

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Im vergangenen Sommer habe ich mental und körperlich noch einmal einen richtigen Schritt nach vorn gemacht. Mein Ziel war, den besten Winter meiner Karriere zu fahren. Ich habe mich von vornherein darauf eingestellt, dass wir ohne Zuschauer fahren.

Sie fahren konstant unter die ersten zehn. Was fehlt nach ganz vorn?

Das ist mein großes Karriereziel! Wenn es in diesem Jahr aber nicht reicht, dann vielleicht im nächsten oder übernächsten. Ich will noch einige Jahre fahren und ich lebe immer mehr von der Erfahrung. Ich bin gelassen, weil ich immer besser werde. Wenn es bei der WM klappt – umso schöner. Wenn es nicht klappt, dann habe ich ein paar Fehler zu viel gemacht. Es wird aber Rennen geben, in denen ich es schaffen kann. Ich sehe es als Kompliment, dass so viel über einen Podestplatz geredet wird. Das zeigt, dass man es mir auch zutraut. Fehler passieren aber in jedem Rennen. Wenn es mal brenzlig wird, muss ich die Gelassenheit haben, einen Schwung auch mal direkter zu fahren. Dann sind aber technische Fehler hinzugekommen. Da muss ich noch dazulernen. Ich darf nicht verkrampfen und muss kompromissloser fahren. Es fehlt nicht viel.

Das gilt für das gesamte deutsche Speedteam. Vorher kommt diese Stärke in der Breite?

Das war damals der Trainerwechsel zu Abfahrtstrainer Christian Schwai­ger und Cheftrainer Matthias Berthold. Wir wussten, dass wir gut fahren können, wir waren im Jugendbereich alle erfolgreich. Die beiden haben dann mit uns mental gearbeitet. Zudem haben wir an der körperlichen Fitness, dem Material und an der Skitechnik gearbeitet. Nach den ersten Erfolgen von Thomas Dreßen und Josef Ferstl haben wir gesehen, wie gut wir wirklich sind. Das war der Durchbruch. Wir wissen aber auch: wir können als Team noch mehr! Der nächste Schritt wird sein, dass wir uns mit drei, vier Fahrern unter den besten 15 Fahrern festsetzen wollen.

Sie kennen den Hang bei der WM nicht. Ein Vor- oder ein Nachteil?

Grundsätzlich freue ich mich auf neue Strecken und meistens liegen sie mir auch. Es wird am Ende auf die Pistenbeschaffenheit, die Präparierung der Strecke ankommen. Wenn sie die Piste vereisen, kann es sehr, sehr anspruchsvoll werden. Ich fahre unvoreingenommen dahin und werde alles dafür geben, dass mir die Strecke liegt. Mit einer guten Form lässt sich jede Strecke gut bewältigen (lacht).

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