28. April 2021 / 16:15 Uhr

Andrew Onwuegbuzie: Ein Trainingsspieler der BG Göttingen, der mehr will

Andrew Onwuegbuzie: Ein Trainingsspieler der BG Göttingen, der mehr will

Kathrin Lienig
Göttinger Tageblatt
Andrew Onwuegbuzie (r.) hat viel Spaß mit dem Team der Veilchen.
Andrew Onwuegbuzie (r.) hat viel Spaß mit dem Team der Veilchen. © Susanne Huebner
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Andrew Onwuegbuzie verbindet in dieser Saison Leistungsbasketball beim Basketball-Bundesligisten BG Göttingen und ein Lehramts-Studium. Der 26-Jährige ist der einzige Göttinger im Team. Er hat sowohl für den ASC 46 als auch für Veilchen gespielt.

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Er bringt das Lokalkolorit in die Mannschaft des Basketball-Bundesligisten BG Göttingen: Andrew Onwuegbuzie. Mit den Veilchen trifft er im vorletzten Heimspiel der Hauptrunde am Sonntag um 15 Uhr in der Sparkassen-Arena auf den FC Bayern München.

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„Ich bin zwar in Versmold geboren, aber an sich würde ich schon sagen, dass ich Göttinger bin.“ Der 26-Jährige ist hier aufgewachsen, hat am Theodor-Heuss-Gymnasium Abitur gemacht, studiert inzwischen an der Universität Englisch und Sport auf Lehramt und schreibt gerade seine Bachelor-Arbeit.

Andrew Onwuegbuzie (r.) mit seinen besten Freunden Nick Boakye und Fußballer Lamine Diop (M.).
Andrew Onwuegbuzie (r.) mit seinen besten Freunden Nick Boakye und Fußballer Lamine Diop (M.). ©

Während seiner Jugend ist Onwuegbuzie sportlich zweigleisig gefahren, hat bis zu seinem 14. Lebensjahr auch Fußball beim SC Weende gespielt und als Basketballer „eigentlich das komplette Göttinger Programm durchlaufen“. Was gleichbedeutend ist mit Training beim ASC 46 Göttingen und dem späteren Wechsel in die JBBL und NBBL bei der BG Göttingen. Bei den Veilchen hat er auch sein Freiwilliges Soziales Jahr gemacht, während er gleichzeitig zum NBBL- und ProA-Kader der Herren gehörte. Hinzu kam eine Einladung zur U20-Nationalmannschaft, für die er ein Testspiel bestritten hat.

Unter Trainer Johan Roijakkers ist er mit der Mannschaft nach der erfolgreichen Saison 2013/14 aufgestiegen und gehörte danach zwei Jahre zum BBL-Kader, bevor es ihn für eine Spielzeit zum Zweitliga-Rückkehrer Ehingen/Urspring nach Süddeutschland verschlug. Danach kehrte er zurück nach Südniedersachsen und schloss sich dem Regionalligisten ASC 46 Göttingen an. „Ich hatte mich entschieden, Basketball ein bisschen zurückzufahren, weil ich erst einmal sehen musste, wie sich der Sport und das Studium nebeneinander managen ließen.“

Andrew Onwuegbuzie im Urlaub in Indonesien.
Andrew Onwuegbuzie im Urlaub in Indonesien. ©

Immer einmal wieder hat er auch einen Abstecher zur 3x3-Variante des Basketsballs gemacht, spielte erfolgreich für das Göttinger Uniteam, mit dem er und seine damaligen ASC-Teamkameraden sogar bei der Studenten-WM in China angetreten ist. „Das war ganz cool. Man lernt immer dazu – andere Menschen, andere Umstände.“

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Weil der Aufwand zum Ende des Bachelor-Studiengangs nicht mehr so hoch war und Onwuegbuzie dadurch mehr Zeit wieder in der Halle verbringen konnte, hat er sich im vergangenen Sommer dazu entschlossen, noch einmal auszutesten, was basketballerisch noch möglich ist. Er ist seinem ASC-Trainer einen Schritt voraus gewesen, hat vor ihm schon bei der BG trainiert. „Ich habe eigentlich ganz von vorn angefangen. Der Trainer kannte mich gar nicht. Am Anfang hatte ich eine distanziertere Rolle zum Team. Da bin ich dann eben zum Training gegangen. Ich habe mich mehr auf mich selbst konzentriert, weil ich ja erst einmal wieder auf das Level kommen musste. Das war interessant, aber es war auch nicht immer einfach.“ Inzwischen habe das Team ihn aufgenommen. Er fühlt sich wohl und akzeptiert – auch ohne viele Spielminuten. In sechs Begegnungen wurde er eingesetzt, hat 20 Minuten Spielzeit und sechs Punkte (einen Dreier und drei Freiwürfe) auf dem Konto. „Ich habe das Jahr genutzt, um ein bisschen anzugreifen.“ Wie es für ihn weitergeht, steht noch nicht fest. Das lässt er offen.

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Zu seiner Mannschaft hat er nur Positives zu sagen: „Vom Teamgefüge ist es eine coole Saison. Wir verstehen uns alle sehr gut. Wir verbringen viel Zeit in der Halle miteinander, weil wir ja sonst nicht so viele Möglichkeiten haben – sitzen auch mal länger in der Umkleide.“ Nach vielen Höhen und Tiefen im Saisonverlauf, habe das Team zum Ende immer mehr gezeigt, wozu es in der Lage ist. „Es sind viele talentierte Spieler dabei und der Coach macht auch einen guten Job. Ist schon eine interessante Saison.“

Onwuegbuzie lebt seit seiner Rückkehr nach Göttingen in einer Wohngemeinschaft. „Ich habe tatsächlich das gesamte Studentenleben durchgemacht, wohne jetzt in einer Fünfer-WG.“ Sein Vater kam als junger Erwachsener aus Nigeria nach Göttingen. Andrew Onwuegbuzie hat diese Seite der Familie kennengelernt, hat Kontakt zu ihr und mag das Essen aus der westafrikanischen Heimat seines Vaters. „Das ist sehr protein- und kohlenhydratlastig“, beschreibt er sein Lieblingsgericht Fufu mit Gemüse und Fleisch. Selbst kocht er diese Mahlzeiten aber nicht. „Man bleibt ja immer der Junge. Mein Papa macht mir dann immer mal ein paar Tupperdosen fertig“, berichtet der Basketballer, der noch zwei Brüder – Greg (28) und Emmanuel (18) – hat.