03. Juli 2018 / 13:05 Uhr

"Anfängerglück": Hahn unter dem Korb

"Anfängerglück": Hahn unter dem Korb

Mark Bode
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Volle Konzentration: Mark Bode visiert den Korb an.
Volle Konzentration: Mark Bode visiert den Korb an. © Dennis Scharf
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Wie geht eine Eskimorolle? Was passiert beim Fechten? Für die Lokalsport-Serie Anfängerglück haben wir’s ausprobiert – heute Korbball beim TSV Ingeln-Oesselse.

Der Schweiß fließt – und das schon ohne eine sportliche Aktivität. Ist das Angstschweiß? Nein, natürlich nicht. Es ist nur extrem stickig in der Sporthalle in Ingeln-Oesselse.

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Zur Begrüßung bekomme ich von den Korbball-Trainerinnen Sabine Hillbrecht und Kerstin Platins zu hören: „Bei dem Wetter hast du dir ja den richtigen Tag zum Mittrainieren ausgesucht.“ Die beiden lachen herzlich und zeigen mir, während der Nachwuchs in der Halle noch ein Abschlussspiel absolviert, worauf es beim Korbball ankommt.

So schwer kann es doch gar nicht sein - oder?

Als Mischung aus Handball und Basketball wird es mir erklärt. Ich beobachte die Jugendlichen bei ihren schnellen Pässen unter dem Korb. Kommt eine Spielerin der angreifenden Mannschaft frei an den Ball, versucht sie es mit einem Wurf. Anders als beim Basketball wird allerdings mit einem gestreckten Arm geworfen. Der Ball fliegt im hohen Bogen und landet in den meisten Fällen im Korb. Die darunter stehende Korbhüterin ist bei solch präzisen Würfen machtlos.

Das kriege ich später auch hin, rede ich mir ein. Aber los geht es zunächst mit dem Warmmachen. Dabei beklagen sich einige lautstark. Aber alles immer mit einem Augenzwinkern. Die Stimmung im Team ist gut. Und das, obwohl der TSV aus der Niedersachsenliga in die unterste Spielklasse abgestiegen ist.

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Anfängerglück beim Korbball

Für den Sportbuzzer probiert sich Mark Bode beim TSV Ingeln-Oesselse im Korbball. Zur Galerie
Für den Sportbuzzer probiert sich Mark Bode beim TSV Ingeln-Oesselse im Korbball. ©

Das Programm beinhaltet: vorwärts laufen, rückwärts laufen, wieder vorwärts, Sidesteps, bei der Koordinationsleiter nicht die Beine verknoten und dann einen Korbball mit dem Fuß um ein großes Viereck führen und dabei noch einen Tennisball hochwerfen und wieder auffangen. Das klappt schon einmal. Und warm ist mir auch.

Die Trainerinnen versuchen es anschließend mit Life-Kinetik – der Mischung aus Gehirn- und Bewegungstraining. Es holpert ein wenig. Aber gelacht wird viel.

Kurzzeitig fühle ich mich wie ein Champion

Schließlich kommt endlich der Korbball ins Spiel. Mit meiner zugeteilten Partnerin Julia werfe ich die Bälle im kurzen Abstand schnell hin und her. Mal mit beiden Händen, mal mit der schwachen Hand. Unsere große Stunde schlägt schließlich, als die Trainerinnen einen Hula-Hoop-Reifen quer durch die Halle rollen und wir uns den Ball möglichst oft durch den Ring hindurch zuspielen sollen. „Das ist eine Ballgewöhnungsübung für Fünfjährige“, sagt Platins und stachelt die Spielerinnen an. Bei uns beiden wirkt es. Als „Champions“ gehen wir aus dieser Übung hervor.

Bei den anschließenden Wurfübungen bin ich von den Champions allerdings wieder ganz weit weg. „Den Arm weiter nach oben strecken, noch höher abspringen und die Hüfte dabei nicht drehen“, lauten Hillbrechts Anweisungen. Ich versuche es und es klappt – zumindest vereinzelt – mit einem Treffer. Fehlwürfe, die nicht einmal den Korbring berühren, überwiegen allerdings. Macht nichts – es macht Spaß, und gelacht wird weiterhin viel. Die äußerst positive Atmosphäre im Team ist bemerkenswert.

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Weitere Spielzugkombinationen werden ausprobiert und mit Würfen abgeschlossen, ehe es zum Abschlussspiel kommt. Die Trainer behalten mich als Ersatzmann zunächst lieber an der Seitenlinie. Sie erklären mir noch, worauf ich zu achten habe, wenn ich gleich auf der rechten Außenposition zum Einsatz komme: „Behalte immer den Ball im Blick. Der kann auch zu dir kommen, wenn die Spielerin in die andere Richtung guckt.“

Das verinnerliche ich. Neben mir spielt Claudia. Der Ball wandert immer wieder von der linken Seite zur rechten und wieder zurück. Geschlossen nähern sich alle Angreifer der Korbraumlinie, die nicht übertreten werden darf. Die Spielerinnen der verteidigenden Mannschaft wirken plötzlich so, als wenn sie mehr als nur zwei Arme hätten. Die Passwege werden oft gut zugestellt, es ist schwierig, eine Anspielstation zu finden. Meine Wurfversuche – aus Verzweiflung, weil der Weg zu den Mitspielerinnen geblockt ist – scheitern allesamt.

Sogar eine Verpflichtung steht im Raum

Claudia neben mir lacht trotzdem, sagt „gut gemacht“ und klatscht freundlich ab. Dann bin ich nach knapp zwei Stunden erlöst und beobachte die letzten Minuten des Spiels von der Seitenlinie. Dass es ohne mich auf dem Platz flüssiger läuft, verdränge ich schnell wieder. Es hat mir – als Hahn unter dem Korb – schließlich sehr viel Spaß gemacht.

Verabschiedet werde ich mit den Worten „Wir haben auch ein Mixed-Team, bei dem immer Männer-Mangel besteht ...“ Okay, habe ich mich vielleicht doch nicht so ungeschickt angestellt? Oder ist es nur Höflichkeit? Auf jeden Fall ein nettes Angebot.

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