24. Mai 2022 / 07:06 Uhr

Anführer und halber Trainer: Wie Kevin-Prince Boateng bei Hertha BSC um einen neuen Vertrag kämpft

Anführer und halber Trainer: Wie Kevin-Prince Boateng bei Hertha BSC um einen neuen Vertrag kämpft

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Kevin-Prince Boateng überzeugt im Trikot von Hertha BSC.
Kevin-Prince Boateng überzeugt im Trikot von Hertha BSC. © IMAGO/Contrast
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Kevin-Prince Boateng war beim Klassenerhalt von Hertha BSC am Montagabend im Relegations-Rückspiel nicht nur Spieler. Der 35-Jährige übernimmt eine entscheidende Rolle als Anführer und unterstützt auch Trainer Felix Magath. Jetzt will der Mittelfeld-Star seine Karriere in der Hauptstadt fortsetzen.

Kevin-Prince Boateng denkt nach dem geglückten Klassenerhalt mit Hertha BSC noch nicht an ein Karriereende. "Klar, ich habe noch Lust. Ich bin gut drauf, auch wenn man es nicht immer gesehen hat, ich war wieder da, genau, wenn es drauf ankommt, bin ich wieder da", sagte der 35-Jährige am späten Montagabend nach dem 2:0-Sieg im Relegationsrückspiel beim Hamburger SV. "Ihr könnte schreiben: Der Prince ist back", fügte Boateng an.

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Boateng war im vergangenen Sommer von Geschäftsführer Fredi Bobic in seiner Heimatstadt Berlin zurückgeholt worden. Wegen mangelnder Fitness und Verletzungen kam er, wenn überhaupt, nur zu Teilzeiteinsätzen. In Hamburg spielte er über fast die komplette Spielzeit und machte bei seinem längsten von 19 Saison-Einsätzen einen sehr guten Eindruck. Boatengs Vertrag läuft mit Saisonende aus. "Er war heute überragend", sagte Hertha-Boss Fredi Bobic bei Sat.1 nach dem Spiel in Hamburg und blickte auf eine Aussage vor der Saison zurück: "Was ich im Sommer gesagt habe: Er wird irgendwann ein Faktor sein, er war wirklich der Faktor."

In der Hierarchie der Mannschaft nahm der einstige Profi von Eintracht Frankfurt, Tottenham Hotspur und dem FC Barcelona eine sehr wichtige Rolle ein. Der nach der Rettung scheidende Trainer Felix Magath hatte ihn kürzlich als einzigen echten Führungsspieler bezeichnet. Vor dem entscheidenden Spiel holte der Coach den Rat Boatengs ein und beteiligte ihn an der Entscheidung zur Aufstellung. "Riesenrespekt an den Trainer, was für ein Feingefühl er hat. Es war klar, er ist ein spezieller Typ, ich bin ein spezieller Typ. Das kann entweder aufeinanderprallen oder wir verstehen uns besser - und wir verstehen uns besser. Er hat mir freie Hand gegeben, er hat mich gefragt, wen siehst du besser auf welcher Position, wir haben das zusammen super hinbekommen, das machen nicht viele Trainer", sagte Boateng bei Sat.1: "Heute haben wir über 90 Minuten Druck gemacht - das war die Hertha, so wie wir sie kennen."

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Der Neuaufbau mit der Hertha wird eine schwierige Aufgabe, meint der Mittelfeldakteur. Doch er wäre zur Mitarbeit bereit. "Wir werden sehr einsichtig sein. Wir werden viel reden, wenn ich dann noch mitreden kann, mal sehen, was passiert. Wir müssen ganz viel lernen, wir müssen Ruhe reinbringen. Wir müssen wieder eine Familie werden, so wie wir es heute waren. Das ist Hertha BSC, für Berlin", sagte Boateng.