29. August 2020 / 15:31 Uhr

Anknüpfen an das starke Vorjahr: 1. FC Sarstedt will sich in der Landesliga vor niemandem verstecken

Anknüpfen an das starke Vorjahr: 1. FC Sarstedt will sich in der Landesliga vor niemandem verstecken

Jens Niggemeyer
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die Sarstedter wollen sich auch in der Landesliga nicht verstecken.
Die Sarstedter wollen sich auch in der Landesliga nicht verstecken. © Dennis Michelmann
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Der 1. FC Sarstedt geht selbstbewusst in die Saison: Auch als Aufsteiger will sich der Landesliga-Neuling vor niemandem verstecken. „Alles in allem glaube ich, dass wir eine gute Rolle spielen werden“, sagt Ex-Bundesligaprofi und Spielertrainer Marc Vucinovic.

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„Wir haben uns personell nicht verstärkt, aber wir konnten unsere Abgänge gleichwertig ersetzen“, sagt Marc Vucinovic mit Blick auf das, was sich in seinem Team getan hat. Der Spielertrainer des Landesliga-Neulings 1. FC Sarstedt wirkt extrem zufrieden: „Wir sind einen Tick variabler geworden, haben Spielertypen dazubekommen, die verschiedene Positionen spielen können.“ Ihm stehe ein Kader zur Verfügung, in dem es für alle die Chance gebe, in die Stammelf zu kommen. „Es sind bestimmt nicht 23 Mann auf einem Level, aber ich kann gefahrlos jeden bringen, weil alle Gas geben, immer 100 Prozent bringen und mit Herz und Leidenschaft spielen.“

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"Die Jungs machen richtig Druck"

Der Trainer muss in Zukunft auf die Unterstützung von Daniel Bothe, Mustafa Sasmaz, Kubilay Arslan und Yilmaz Erdinc (alle TuSpo Schliekum) verzichten, freut sich aber auf der anderen Seite über die neu gewonnenen Qualitäten von Gilles-Asri Kwadjovie (Koldinger SV, Außenbahn), Jonas Jürgens (SV Einum, alle Offensivpositionen), Edwin Hertel (VfV 06 Hildesheim, zentrales Mittelfeld) und Justin Grete (eigene Jugend, Abwehr).

Und der Eindruck der ersten Wochen ist gut. „Die Jungs machen richtig Druck“, sagt der Coach. Überhaupt herrsche ein enormer Konkurrenzkampf. „Genau das wünscht man sich als Trainer.“ Vucinovic attestierte seinen Akteuren eine „kollektiv gute Vorbereitung“ und Charakter: „Sie haben immer Bock, sind extrem willig und bringen alle eine Super-Mentalität mit.“

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Testspiele stimmen Trainer Vucinovic positiv

Auch mit den Leistungen in den Testspielen sei er absolut einverstanden gewesen: „Wir entwickeln uns Schritt für Schritt weiter. Die Spieler zeigen sich lernbereit und setzen Trainiertes echt gut und schnell um.“ Die Abläufe in Defensive und Offensive würden nach und nach besser. Vucinovic illustriert das anhand der einzelnen Wettkampfeinsätze während des jüngsten Porta Pokals: „Gleich zu Anfang beim 1:4 gegen den MTV Eintracht Celle haben wir gegen die mit Abstand beste Truppe richtig die Grenzen aufgezeigt bekommen.“

Im Training habe man dann im Nachgang speziell an der Arbeit gegen den Ball gefeilt. „Und die Defensivleistung war im nächsten Spiel gegen den HSC dann echt gut. Die Jungs haben das vor allem vor der Pause super umgesetzt.“ Zwar habe unterm Strich ein 0:2 gegen den Regionalligisten gestanden, aber das schmälere den Auftritt in keiner Weise. „Zumal durch die Wechsel ein bisschen Rhythmus verloren geht.“

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Spiel nach vorne im Fokus

Vor dem folgenden Kräftemessen mit dem Oberligisten Arminia Hannover sei der primäre Arbeitsbereich das Spiel nach vorne gewesen. „Und auch das hat das Team prompt auf den Platz gebracht.“ Zur Pause hätte es nicht 1:1, sondern 3:1 oder 4:1 für uns stehen müssen.“ Dass am Ende eine 2:5-Niederlage stand, nahm der Trainer gelassen: „Wir haben nach der Pause das 2:1 gemacht und mussten dann die letzten 20 Minuten verletzungsbedingt in Unterzahl zu Ende bringen, weil wir unser Wechselkontingent ausgeschöpft hatten.

Und erst da fielen die restlichen vier Tore für die Arminia.“ Kurzum: „Ich sehe das wie eine Leiter: Wir klettern Sprosse für Sprosse nach oben.“ Die beiden weiteren Vorbereitungsspiele gewann der 1. FC gegen den VfL Eintracht Hannover (7:1) und RW Ahrbergen (4:1) souverän.

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Ohne die starke Abwehrmitte

Das größte Problem im bisherigen Verlauf der Vorbereitung sei der Ausfall von Aaron Ludewig (Schambeinprobleme) und Jan Jokuszies (berufsbedingt derzeit stark eingespannt) gewesen. „Uns ist quasi die Stamm-Innenverteidigung ausgefallen.“ Er habe allerdings Vertrauen in die Alternativen: Mit Kapitän Tilo Neumann, Akin Kilicaslan und Youngster Justin Grete stünden drei gute Optionen zur Verfügung. „Sie alle haben ihre Sache bislang echt gut gemacht.“

Für die Punktspielsaison hat sich Vucinovic vor allem zweierlei vorgenommen: „Wir wollen die Mannschaft in allen Bereichen verbessern und versuchen, in jedem Spiel unser Ding durchzuziehen.“ Er setze auf Kompaktheit, Mittelfeldpressing, ein gutes Positionsspiel und darauf, dass es nach Ballgewinnen – wenn möglich – zügig und direkt nach vorne geht. „Das ist die Basis unseres Spieles.“ Die extrem starke Defensivarbeit und die enorme Effizienz seien ja bereits im Vorjahr die zwei Haupttrümpfe gewesen. „Es wäre schön, wenn wir daran anknüpfen könnten.“

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"Verstecken müssen wir uns vor keinem"

Den Modus mit zwei Zehner-Staffeln, in dem sich jeweils die ersten drei für die Aufstiegsrunde qualifizieren und der Rest in die Abstiegsrunde muss, finde er interessant: „Wir haben also zwei Chancen, den Klassenerhalt zu schaffen. Entweder wir kommen unter die ersten drei – oder wir lösen das dann in der Abstiegsrunde.“ Es werde spannend, zu sehen, wie sich die Mannschaft präsentiere, wenn es darauf ankomme. „Alles in allem glaube ich, dass wir eine gute Rolle spielen werden“, sagt Vucinovic. Die beiden Staffeln nähmen sich nicht viel, so der Coach. „Auch wenn es nicht schlecht ist, KK und dem OSV aus dem Weg zu gehen.“ In der eigenen Liga nennt er den SV Bavenstedt und SC Hemmingen-Westerfeld als Favoriten. „Aber verstecken müssen wir uns vor keinem.“

Noch ganz gut in Schuss

Er selbst sehe sich aktuell auch weiterhin nicht nur als Coach, sondern auch als Spieler: „Ich bin ganz gut in Schuss, habe Bock und kann der Mannschaft mit meinen Qualitäten noch helfen“, sagt der 32-Jährige. „Und die Jungs sagen auch, dass sie mich noch brauchen.“ Sein Ziel sei es aber schon, eine Mannschaft aufzubauen, die ihn auf dem Platz nicht mehr benötige. Und er verspricht: „Wenn da im Kader einer genauso gut oder besser ist, wird er auflaufen.“ Als Spielertrainer sei man halt nur zu 50 Prozent Coach. „Das ist schon hin und wieder schwierig.“

Schwierig werde auch die erste Landesliga-Saison. Doch es überwiegt die Vorfreude: „Alle sind echt froh, dass es wieder in den Wettkampf und um drei Punkte geht.“