16. Februar 2020 / 16:18 Uhr

Ankunft in der Realität – ZFC Meuselwitz verliert in Berlin

Ankunft in der Realität – ZFC Meuselwitz verliert in Berlin

Johannes David
Leipziger Volkszeitung
Gegen Altglienicke noch gewonnen, reichte es für den ZFC in Berlin gegen Herthas Zweite nicht zu einem Sieg.
Gegen Altglienicke noch gewonnen, reichte es für den ZFC in Berlin gegen Herthas Zweite nicht zu einem Sieg. © Andy Drabek
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Keine Tore, keine Punkte. Der ZFC verliert sein Auswärtsspiel in Berlin gegen die Amateure von Hertha BSC mit 0:2.

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Berlin. König Fußball ist ein wankelmütiger Potentat. Das musste der ZFC Meuselwitz jetzt wieder am eigenen Leib erfahren. Hatte die Elf von Trainer Heiko Weber noch gerade eben Spitzenreiter Altglienicke vom Thron gestürzt, folgte am vergangenen Freitag die Ankunft in der Regionalliga-Realität. Eine verdiente 0:2-Niederlage beim Tabellenvierten Hertha BSC Berlin II.

„Auch wenn wir zum Ende hin einige Chancen hatten, wäre ein Punkt sicher glücklich gewesen“, fasste Stürmer Alexander Dartsch den Auftritt zusammen. „Wir haben die erste Halbzeit schlicht verpennt, sind nicht richtig ins Spiel gekommen und Hertha hat auf hohem Niveau gespielt, war ständig in Bewegung.“

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Coach Weber war nach dem Sieg gegen Primus Altglienicke ohnehin sofort auf die Euphoriebremse getreten, erinnerte daran, dass kein Team der Liga konstant seine Leistung abrufen würde. Das sollte umgehend auf die Partie seines Teams in Berlin zutreffen. Denn in den ersten 45 Minuten war wenig übrig geblieben vom starken Auftritt nur wenige Tage zuvor. Immerhin stand die Defensive zunächst sicher, allerdings vorn auch Alexander Dartsch als einzige Spitze auf verlorenem Posten. Die Hertha dominierte das Geschehen, ließ Ball und Gegner laufen, hatte seine erste Chance trotzdem erst in der 21. Minute. Die saß jedoch gleich. Muhammed Kiprit verwertete eine Flanke von Niko Bretschneider zum 1:0.

Berlins Andreas Neuendorf glücklich

Der ZFC musste natürlich nun mehr fürs Spiel tun, aber die ballsicheren Hausherren ließen kaum etwas zu. Lediglich als Fabian Stenzel Berlins Torwart Luis Klatte in einen Zweikampf verwickelte, wurde es einmal haarig. Auf der anderen Seite strahlte Kiprit immer wieder Gefahr aus, scheiterte aber zweimal an Ruben Aulig im Gästekasten. Entsprechend ernüchtert fiel Dartschs Fazit der ersten Hälfte aus. „Wir sind nicht richtig in die Zweikämpfe gekommen. Die Absprache untereinander hat nicht gepasst, so ist es natürlich schwer zu verteidigen.“

Nach dem Wechsel wirkte Meuselwitz aktiver, während sich die Hertha nun aufs Kontern verlegte. Bei einem dieser Gegenangriffe schoss Bretschneider über das Gehäuse. Auf Seiten des ZFC sorgte am ehesten der eingewechselte Timo Mauer für Gefahr. Doch seine Versuche waren allesamt zu ungenau. Und als er einmal steil geschickt wurde, war Keeper Klatte ganz knapp vor ihm am Ball, das wäre die Topchance gewesen. Stattdessen kam in der Schlussminute noch einmal Berlin. Timur Gayret setzte zum Solo an und vollendete humorlos zum verdienten 2:0-Endstand. Berlins Übungsleiter Andreas „Zecke“ Neuendorf jedenfalls war glücklich, sagte auf der anschließenden Pressekonferenz: „Ich denke nicht, dass man heute meckern kann.“

Für den ZFC hätte am kommenden Sonntag eigentlich die Partie gegen Rot-Weiß Erfurt auf dem Programm gestanden, die nach dem insolvenzbedingten Rückzug von RWE freilich flach fällt. Falls der ein oder andere sich fragt, warum die Tabelle diesbezüglich noch nicht bereinigt wurde: Das Urteil des Sportgerichts steht noch aus. Sobald das offiziell ist, gehen den Zipsendorfern die drei Punkte des Hinspiels flöten. Womöglich wandern die aber schon am 25. Februar wieder aufs Konto des ZFC, wenn das Nachholspiel in Lichtenberg steigt. Jaja, König Fußball und sein Wankelmut.