11. Januar 2019 / 13:55 Uhr

Anna-Lena Füllkrug im Interview: "Bundesliga? Dazu mag ich meine Mannschaft viel zu gerne"

Anna-Lena Füllkrug im Interview: "Bundesliga? Dazu mag ich meine Mannschaft viel zu gerne"

Jonas Szemkus
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Anna-Lena Füllkrug hat den Profifußball noch nicht gänzlich abgeschrieben, findet ihr Team aber zu geil, um sich derzeit damit zu befassen.
Anna-Lena Füllkrug hat den Profifußball noch nicht gänzlich abgeschrieben, findet ihr Team aber zu "geil", um sich derzeit damit zu befassen. © Priesemann/Montage
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Am 22. Januar 2019 findet die NP-Sportgala statt. Top-Athleten aus Hannover werden gekürt. Anna-Lena Füllkrug traf für den Oberliga-Aufsteiger Hannover 96 15 Mal in der Hinrunde - und erklärt, was ihr Bruder mit ihrer Treffsicherheit zutun hat. 

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Anna-Lena Füllkrug ist mehr als die kleine Schwester von 96-Sturmstar Niclas. Die 22-Jährige ist Top-Torschützin der 96-Frauen in der Oberliga und sammelte bei Fortuna Celle bereits Regionalligaerfahrung.

Erst Mittelfeldmotor, dann Knipserin

Dort „lernte” die Ricklingerin das Toreschießen und wurde von der Sechser-Position erst auf die Zehn und dann ganz nach vorne gestellt. Ein Glücksgriff. Vor anderthalb Jahren wechselte Füllkrug dann zum ambitioniertesten Team ihrer Heimatstadt. Ebenfalls ein Glücksgriff. Von der Landesliga marschierten die 96-Frauen weiter durch, Füllkrug hatte mit ihren Treffern großen Anteil daran.

Auch in der Oberliga führt 96 die Tabelle an – und Füllkrug die interne Torschützenliste mit 15 Treffern in nur acht Einsätzen. Abseits des Fußballplatzes studiert die Stürmerin auf Grundschullehramt für Sport und Mathe in Hildesheim. Wenn sie an Schulen geht, „wird da schon mal gefragt, ob ich die Frau oder Schwester von Niclas bin”, erzählt Anna-Lena und lacht, „aber das ist überhaupt kein Problem. Ich bin ja stolz auf ihn.” Und er genauso auf die treffsichere Schwester, die mit uns über ihren und den Erfolg von Hannover 96 sprach.

Die Zuschauer-Stimmen zum Derby zwischen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig: Das sagen die Fans

<b>Detlev Feldt</b>: „Zwischen Hannover und Braunschweig gab es schon immer eine Rivalität, das zieht sich ja auch bis in die Jugend runter. Das Derby hier ist sehr interessant. Wenn das ein anderes Derby wäre, hätte ich gesagt, das ist normal, aber immer, wenn Braunschweig kommt, dann ist es eben was anderes.“ Zur Galerie
Detlev Feldt: „Zwischen Hannover und Braunschweig gab es schon immer eine Rivalität, das zieht sich ja auch bis in die Jugend runter. Das Derby hier ist sehr interessant. Wenn das ein anderes Derby wäre, hätte ich gesagt, das ist normal, aber immer, wenn Braunschweig kommt, dann ist es eben was anderes.“ ©
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Lebt bei Ihnen der Traum vom Profifußball – oder reicht’s als Hobby?

Leistungsorientiert ist es jetzt schon. Aber die Chance, gut davon leben zu können, ist nicht ganz so groß im Frauenfußball. Ich halte mir die Zu­kunft einfach offen. Wenn irgendwann mal der richtige Schritt möglich ist, das richtige Angebot kommt oder so, werde ich mir das garantiert mal angucken. Aber grundsätzlich ist das nicht mein oberstes Ziel, mal Bundesligaspielerin zu werden. Dazu mag ich meine Mannschaft auch viel zu gerne.

Wie sind Sie zu 96 gekommen?

Ich bin vor anderthalb Jahren gewechselt. Vorher habe ich in Celle Regionalliga gespielt, da gab es immer mal wieder losen Kontakt zu den Trainern von 96, man hat mal geschrieben. Dann hatte sich angedeutet, dass die Mannschaft in Celle sich so ein bisschen auflöst. Dann gab es einige Gespräche mit 96 und wir haben festgestellt, dass wir die gleichen Ziele haben. Dass wir Hannover nach oben bringen wollen. Ich bin dann mit zwei Spielerinnen aus der Regionalliga nach Hannover gewechselt.

Mehr zu den 96-Frauen

Was sind Ihre Stärken und Schwächen?

Meine Stärken sind auf jeden Fall das Toreschießen und das Zweikampfverhalten. An der Fitness könnte ich hingegen noch ein bisschen mehr arbeiten. Aber ich bin immer offen dafür, wenn mein Trainer mir etwas zeigt. Ich bin ehrgeizig, mich zu verbessern. Aber ich würde nicht so viele Tore schießen, wenn ich nicht so eine geile Mannschaft hinter mir hätte.

Wie ist die Stimmung in der 96-Mannschaft?

Mega! Der Zusammenhalt ist richtig gut, richtig eng. Wir verstehen uns super, machen auch privat viel miteinander und sind auch alle ungefähr in einem Alter. Dazu haben wir megaviel Qualität in der Mannschaft und Talente, die sich entwickeln wollen. Eine gute Mischung für die Zukunft!

Was war für Sie der schönste Sieg 2018?

Das ist schwer, es gab ganz viele Höhepunkte. Das NFV-Pokalfinale war einer, wobei der Derbysieg gegen Braunschweig in der Liga sogar noch besonderer war. Der Sieg im DFB-Pokal gegen Hohen Neuendorf war toll, ein echtes Highlight. Oder auch das 7:0 jetzt im Pokal gegen Limmer. Die Nummer eins in Hannover zu sein, ist wirklich geil.

Das sind die bisherigen Helden der Woche aus der Region Hannover:

<b>Franziska Haeckel (Hannover 96 Frauen):</b> Im ersten DFB-Pokalspiel der Vereinsgeschichte war Franziska Haeckel maßgeblich daran beteiligt, dass die 96-Frauen einen 0:2 Rückstand in einen 4:2-Sieg drehen konnten und somit in der 2. Runde des DFB-Pokals stehen. Zur Galerie
Franziska Haeckel (Hannover 96 Frauen): Im ersten DFB-Pokalspiel der Vereinsgeschichte war Franziska Haeckel maßgeblich daran beteiligt, dass die 96-Frauen einen 0:2 Rückstand in einen 4:2-Sieg drehen konnten und somit in der 2. Runde des DFB-Pokals stehen. ©

… und die Nummer eins in der Oberliga ist 96 auch. Wo geht die Reise noch hin?

Auf jeden Fall wollen wir in die Regionalliga und uns da festspielen. Ob es dieses Jahr klappt, weiß ich nicht. Wir müssten ja noch in der Relegation spielen. Aber das ist das Ziel.

Geht es sogar noch höher?

Ja klar. Das Ziel, das irgendwann zu schaffen, ist da. Wir versuchen jetzt auch, die Jugendarbeit aufzubauen, und wollen irgendwann mit Hannover 96 in der Bundesliga spielen. Wann und ob ich dann noch dabei bin, weiß ich nicht. Aber Lust hätte ich!

Wer gibt wem Tipps: Sie Niclas – oder doch andersrum?

Nein, Niclas gibt mir auf jeden Fall mehr Tipps. Er hat schon mehr Ahnung und ab und zu mal einen Tipp für mich. Dass ich durchschlagskräftiger sein soll oder immer durchziehen. Meist nicht auf einzelne Situationen bezogen, eher Allgemeines.

Haben Sie sich Fußball eigentlich selbst ausgesucht?

Meine Eltern haben alles probiert, mich für etwas anderes zu begeistern. Von Schwimmen, Turnen, Tanzen, Tennis. Aber ich wollte Fußball spielen, habe mich dann auf das und Tennis spezialisiert. Und im Endeffekt habe ich mich für Fußball entschieden. Ich wollte halt immer so sein wie mein Bruder, war da bei jedem Spiel mit. Das war immer das Größte für mich. Trotzdem habe ich als Sechserin angefangen, war dann Zehnerin, jetzt bin ich auch im Sturm. Und das funktioniert ja ganz gut, da geh ich nicht weg! (lacht)

Siegerfotos: So feiern Hannover 96 und der HSC Hannover den Gewinn beim Sportbuzzer-Cup 2018

Die Sieger der Finals beim Sportbuzzer-Cup 2018 feiern: Die Frauen von Hannover 96 und der HSC Hannover. Zur Galerie
Die Sieger der Finals beim Sportbuzzer-Cup 2018 feiern: Die Frauen von Hannover 96 und der HSC Hannover. ©

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