29. April 2022 / 14:39 Uhr

Ansgar Leupold schafft den Sprung zur Sportschule

Ansgar Leupold schafft den Sprung zur Sportschule

Oliver Schwandt
Märkische Allgemeine Zeitung
Es wird nicht mehr allzu lange dauern, dann wird Judotrainer Marian Lorenz seinen Schützling Ansgar Leupold nicht mehr so einfach auf die Schulter nehmen können. 
Es wird nicht mehr allzu lange dauern, dann wird Judotrainer Marian Lorenz seinen Schützling Ansgar Leupold nicht mehr so einfach auf die Schulter nehmen können. © Oliver Schwandt
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Judo: Der Elfjährige vom Judoverein Königs Wusterhausen/Zernsdorf besucht ab dem kommenden August die Kaderschmiede in Potsdam.

"Natürlich freuen wir uns, dass wir innerhalb eines Jahres einen weiteren Judoka unseres Vereins auf die Sportschule nach Potsdam schicken können“, sagt Trainer Marian Lorenz vom Judoverein Königs Wusterhausen/Zernsdorf über seinen Schützling Ansgar Leupold, der ab August auf die Eliteschule des Sports gehen wird. Bereits seit Februar ist dort schon Moritz Reimann, der ebenfalls den Sprung aus Königs Wusterhausen in die Landeshauptstadt schaffte. „Beide kennen sich noch von den zahlreichen Trainingseinheiten in unserer Halle und sie freuen sich auf ein baldiges Wiedersehen“, fügt Lorenz hinzu.

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Zusammen mit seinem Trainerkollegen Klaus-Dieter Mielich hatten sie den elfjährigen Leupold seit fünf Jahren unter ihren Fittichen und beide formten aus ihm einen richtig guten Nachwuchsjudoka, der schon bei zahlreichen Wettkämpfen in der Vergangenheit zu Titelehren kam. So triumphierte er zum Beispiel erst am 5. März beim 20. Riesaer Stahl-Pokal in der Altersklasse U15 (bis 34 kg) und sicherte sich in der U13 den Sieg zwei Wochen später beim 20. Sparkassen-Cup in Strausberg. Beim Malchiner Pokalturnier in Mecklenburg-Vorpommern belegte Leupold am 2. April in der U13 den zweiten Platz und erreichte in der U15 sogar Rang eins.

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„Ansgar hat sich sehr gut entwickelt und sein eigenes Ding gemacht. Es war wirklich schön zu sehen, wie er sich in den vergangenen Jahren Stück für Stück verbesserte“, lobt Lorenz seinen Schützling.

„Ich liebe den Judosport sehr. Es macht mir viel Spaß, sich dabei gegenseitig zu werfen. Mich fasziniert auch, bei den Würfen durch die Luft zu fliegen“, sagt Leupold, der zusammen mit seinen Eltern Annett Leupold und Ronny Nikilewski in Bindow lebt und aktuell noch die sechste Klasse der Grundschule in Friedersdorf besucht. Zurzeit trainiert er dreimal in der Woche in Königs Wusterhausen und zusätzlich seit einem Jahr bereits zweimal in Potsdam. Gefahren wird er zum Training von seinen Eltern, die ihren Sohn bei seinem sportlichen Werdegang vollauf unterstützen. „Was macht man nicht alles für sein Kind“, so Annett Leupold. „Wir fahren ja Ansgar auch zu allen Wettkämpfen und feuern ihn natürlich auch vor Ort an. Genauso hätten wir es auch gemacht, wenn er sich nicht für den Judosport entschieden hätte.“

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Die schulischen Leistungen leiden jedenfalls unter diesem sportlichen Dauer-Pensum nicht. „Ansgar hat einen Durchschnitt von 1,5. Aus diesem Grund schafft er es richtig gut, Schule und Sport unter einen Hut zu bringen“, erzählt sein Vater, der in seiner Kindheit als Turner selbst schon die Sportschule in Cottbus besuchte. Ansgar Leupold fügt noch hinzu: „Ich habe sogar noch Zeit für andere Aktivitäten. Mit meinen Freunden spiele ich noch viel Tischtennis und fahre mit ihnen zusammen auch sehr oft Fahrrad. Das ist ein richtig toller Ausgleich zum Judosport.“

Vater Ronny Nikilewski begründet auch den Schritt nach Potsdam, denn sein Sohn hatte auch ein Angebot von der Sportschule aus Berlin auf dem Tisch zu liegen. „Die Halle im Luftschiffhafen kennt Ansgar durch das regelmäßige Training dort ja schon aus dem Effeff. Zudem hat er in der Landeshauptstadt die Möglichkeit, gegen gleichaltrige Sportler in seiner Gewichtsklasse anzutreten. Die Sportschule in Potsdam hat international einen richtig guten Ruf und sie ist auch ein Olympiastützpunkt, der schon viele erfolgreiche Sportler zu Spitzenathleten formte. Wir denken, dort kann sich Ansgar deutlich besser entwickeln.“

Ansgar Leupold: "Ich möchte einmal Olympiasieger werden"

Mit seinen erst elf Jahren weiß Leupold jetzt schon ganz genau, wohin die Reise im Judosport für ihn einmal hingehen soll. „Ich möchte Olympiasieger, Deutscher Meister und Weltmeister werden“, kündigt er an. „Ich weiß aber auch, dass es bis dorthin eine richtig schwere Aufgabe werden wird, die man erst einmal bewältigen muss.“ Bei den Olympischen Spielen im Sommer 2021 in Tokio drückte der Bindower dem deutschen Judoka Eduard Trippel ganz fest die Daumen. „Er ist mein Vorbild und ich habe mich sehr über seine Silbermedaille gefreut. Ich habe mir alle seine Kämpfe angeschaut.“ Lorenz bremst ein wenig die Erwartungen: „Aktuell kann man natürlich noch lange nicht sagen, wo Ansgar sportlich einmal landen wird. Das Talent ist da, aber der Weg ganz nach oben ist ziemlich weit und richtig hart. Ich bin jedenfalls als Trainer einfach nur froh darüber, dass er einfach richtig Lust hat, viel mehr Judo zu machen.“

 Jetzt freut sich der Nachwuchsjudoka schon sehr auf die Zeit auf der Sportschule. „Ich kann es kaum erwarten, dass es endlich losgeht.“ Heimweh hat er jedenfalls nicht, denn seitdem der Elfjährige sechs ist fährt er schon regelmäßig ins Ferienlager. „Spätestens am Wochenende sehen mich doch meine Eltern wieder“, fügt Leupold grinsend hinzu.

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